Junge Geldsammler in alten Gewändern

Sternsinger zu Gast im Rathaus

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Besuch der Sternsinger im Syker Rathaus.

Syke - Von Frank Jaursch. „Servus! Was geht?!“ Der kleine König schaute vor Beginn des Programms schon mal keck in den Ratssaal und rief den Besuchern und der Syker Verwaltungsspitze einen ersten Gruß zu. Als es aber um das eigentliche Anliegen der jungen Besucher im Rathaus ging, wusste auch der Kleinste genau, wie er sich zu verhalten hatte. Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde machten wie in jedem Jahr ihre Aufwartung und brachten Gottes Segen.

Bereits am Sonntag waren die Mädchen und Jungen in Syke unterwegs gewesen. Die Dimensionen von katholisch geprägten Gemeinden wie Twistringen konnten sie zwar traditionell nicht mal annähernd erreichen; ihr Einsatz und das Resultat ihrer Sammelaktion bei rund 60 Familien aber sind aller Ehren wert. Rund 2200 Euro landeten in den Sammelbüchsen – und ein paar Euro kamen gestern im Rathaus noch dazu.

Zuvor hatten Ann-Malin, Julia, Lis, Stella, Nicolas, Fabian, Lorenz und Gabriel deutlich gemacht, worum es in diesem Jahr bei der Sammelaktion des Dreikönigssingens schwerpunktmäßig ging. „Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“ ist das diesjährige Motto.

Die Kinder hatten sich mit den Hintergründen befasst. Sie präsentierten ein Plakat und gaben den Inhalt eines Films wieder. Darin wurde das Problem der Kinderarbeit aufgegriffen und an Beispielen verdeutlicht. Von indischen Kindern, die mit fünf Jahren täglich auf dem Feld oder in Steinbrüchen arbeiten müssen, vom Mädchen, das bei ihrer Arbeit den gleichen giftigen Dämpfen ausgesetzt ist, die schon ihren Vater getötet hatten. Und von anderen Kindern, die dank der Hilfe aus dem Ausland in den Genuss eines Schulbesuchs kommen.

„So verändern wir die Welt“

Gemeinsam mit ihren erwachsenen Begleitern Claudia Suffner, Christiane Port und Martin Holtermann sangen sie von ihrem Auftrag als Sternsinger, die in ihrer Freizeit als Könige umherziehen und Geld sammeln – für andere Kinder in Not. „So verändern wir die Welt“, lautete eine Textzeile. Und wenn das auch zunächst vermessen klingen mag: Bei mehr als einer Milliarde Euro, die die Sternsinger deutschlandweit seit 1959 gesammelt haben, steckt viel Wahrheit darin.

Ausgestattet waren die Sternsinger mit Königskleidung, in der schon so mancher Syker Jahrgang auf Sammeltour gegangen ist. Gemeindereferentin Claudia Suffner schätzt das Alter der Gewänder auf „bestimmt 15 bis 20 Jahre“.

Bürgermeisterin Suse Laue lobte das Engagement der Jugendlichen. „Es ist toll, dass ihr euch einsetzt – für Dinge, die uns manchmal nicht so bewusst sind.“ Sie rief dazu auf, das eigene Konsumverhalten zu überprüfen.

Dazu passte auch die lieb gewordene Tradition der Kinder, die Süßigkeiten, die sie bei ihrer Aktion geschenkt bekommen hatten, an die Syker Tafel weiter zu verschenken.

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