Statt 1,2 Millionen Euro steht jedes Jahr nur knapp die Hälfte zur Verfügung / Wenig Hoffnung für Wachendorf

Straßenunterhalt: Syke lebt von der Substanz

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Abbröckelnde Fahrbahnränder, rissiger Asphalt und tiefe Schlaglöcher: So wie hier am Holzkamp sehen viele Straßen und Wege in Wachendorf aus.

Wachendorf - Von Michael Walter. Die Wachendorfer sind unzufrieden mit der baulichen Unterhaltung ihrer Straßen. Ihrem Unmut darüber machten sie am Montag im Ortsrat Luft. Der Vorwurf: Seit die Stadtverwaltung ihren Straßenkataster führt, wird in Wachendorf nicht mehr genug gemacht.

Abbröckelnde Fahrbahnränder, tiefe Risse im Asphalt, durch die das Wasser in den Unterbau einsickern kann, Schlaglöcher und ausgefahrene Lunken prägen an vielen Stellen das Bild. Beweise dafür lieferte der Ortsrat in Form einer Fotoschau.

Lars Brunßen vom städtischen Tiefbauamt machte gar nicht erst den Versuch, das zu beschönigen. „Das ist so“, gab er unumwunden zu. „Andere Schätzchen haben höhere Priorität.“

Was er nicht so deutlich sagte: Es war ja auch gerade der Sinn des Straßenkatasters, dass nicht zuerst die Straßen repariert werden, bei denen die Anwohner am lautesten schreien, sondern die, die es am nötigsten haben. Genau deshalb hatte die Stadtverwaltung in einem Jahre währenden Prozess den Kataster und die daraus resultierende Prioritätenliste erstellt. Die Idee: Dann weiß man immer ganz genau, wo Handlungsbedarf ist und welche Summen man investieren muss.

Die Sache hat nur einen Haken: Sie funktioniert nicht. Warum wurde im Verlauf der Diskussion mit Ortsrat und Anwohnern deutlich. Frage aus der Runde: „Wieviel Geld ist pro Jahr nötig, um die Straßen der Stadt nur in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten?“ Antwort Brunßen: „Etwa 1,2 Millionen Euro im Jahr.“ Rückfrage: „Und wieviel haben Sie tatsächlich zur Verfügung?“ Antwort Brunßen: „Weniger als die Hälfte.“

Wie schon seit Jahrzehnten ist der Straßenunterhalt in Syke chronisch und deutlich unterfinanziert. Und deshalb muss die Verwaltung immer noch Jahr für Jahr improvisieren. Besserung nicht in Sicht. „Geld, dass nicht da ist, kann man auch nicht ausgeben“, sieht Brunßen die Sache.

Hinzu kommt: Der Straßenkataster ist inzwischen stellenweise schon veraltet. „Wir sind nicht mehr überall auf dem neuesten Stand“, räumt Brunßen ein. „Straßen altern. Sie verschleißen, nutzen ab. Wir müssen sehen, dass wir unsere Daten über den Winter wieder aktualisieren.“

Für die vom Ortsrat gezeigten Straßen konnte Brunßen in Folge fehlender Gelder kaum Hoffnung machen. „Ausbessern macht da keinen Sinn mehr. Eigentlich müsste man das ausfräsen und neu machen. Aber dafür haben wir kein Geld.“ Man könne höchstens versuchen, EU-Fördermittel für den landwirtschaftlichen Wegebau zu akquirieren.

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