Alexander und Christoph entwickeln ihr erstes Spiel

Stapel für Stapel zur Sprache

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Die stolzen Entwickler Alexander Wolf (links) und Christoph Lilienthal.

Barrien - Von Johanna Müller. Sprachen lernen, das Gehirn trainieren und dabei noch Spaß haben – das alles soll ein neues Spiel ermöglichen. Entwickelt wurde das Kartenspiel von Alexander Wolf und Christoph Lilienthal. Schon seit Jahren wollen sie sich selbstständig machen. Jetzt erfüllen sie sich diesen Wunsch und haben zum Ziel, damit auch anderen zu helfen.

„Die Schrift muss dynamischer sein, mit mehr Wiedererkennungswert“ , erklärt Alexander Wolf seinem Geschäftspartner. Eine Vorstellung hat der 26-jährige Bremer, doch am Entwurf wollen die beiden noch gemeinsam feilen. Christoph Lilienthal ist vor allem an der Verarbeitung der Box interessiert, auf der in großen Lettern bereits „Lettower“ steht - allerdings noch in eher klassischer Blockschrift. „Hier kommen noch Stege drunter, damit alles stabiler wird“, sagt der 27-jährige Brinkumer und zeigt auf eine Abdeckung innerhalb des Kartons. Viel vorgenommen haben sich die angehenden Unternehmer.

Das Wichtigste steht: Ihr Kartenspiel. „Lettower“ beschreiben die gebürtigen Barrier als Lern- und Integrationsspiel. „Spielerisch lernen ist unserer Meinung nach am effektivsten“, sagt Wolf. Und der Lerneffekt kommt bei „Lettower“ ganz von alleine. Wer einmal eine Runde spielt, setzt sich automatisch mit dem Alphabet auseinander.

Die bis zu vier Spieler erhalten je einen Stapel Karten. Auf jeder Spielkarte ist ein Buchstabe sowie ein passendes Wort abgebildet. Ziel ist es, diese in der richtigen Reihenfolge abzulegen - ähnlich wie bei dem Kartenspiel "Skip-Bo". Nacheinander decken die Teilnehmer ihre oberste Karte auf. Wer als Erster ein A hat, legt es in die Mitte. Jeder andere Buchstabe wird zunächst vor dem eigenen Stapel abgelegt. So entstehen neue Türmchen, also im Englischen „Tower“, aus den Buchstaben, die im Englischen „Letter“ genannt werden. Daher der Name „Let-tower“.

Sowohl auf die Karten in der Mitte als auch auf die Ablagestapel können die anderen Spieler nun ihre Spielkarten legen - wenn denn die Reihenfolge stimmt. Was kommt nach dem L? Kann ich das T auch auf das X legen? Ach, nein das muss aufs U - besonders wer lange aus der Schule raus ist, hat wohl zunächst Schwierigkeiten.

Sprachen lernen mit "Lettower"

Doch gerade das finden die zwei Entwickler so spannend. Die Idee kam ihnen, als Lilienthal ein Kartenspiel auf dem Dachboden seines Großvaters fand. Das Prinzip war das gleiche, doch lediglich Zahlen mit Zahlen. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhören, wollten die Schulfreunde das Spiel mit Buchstaben ausprobieren. Der erste Prototyp entstand – damals noch aus Pappe. Schnell war klar: Daraus machen sie mehr, als ein Mitbringsel zum nächsten Spieleabend.

„Eigentlich wollen wir uns schon seit Jahren selbstständig machen“, sagt Wolf. Mit ihrer Spielidee erfüllen sie sich nun diesen Traum. Doch die Freunde wollen nicht nur Geld damit verdienen, sondern auch etwas für die Allgemeinheit tun. Seit einem halben Jahr arbeiten Alexander Wolf und Christoph Lilienthal an ihrem Projekt. Auch von der Flüchtlingskrise wurde die Entwicklung beeinflusst. Integration ist das große Thema, zu dem sie nun auch mit ihrem Spiel einen Teil beitragen wollen. „Das ist der Clou an der Geschichte, durch Übersetzungen auf den Karten und in Verbindung mit den Bildern lernen die Spieler die Begriffe“, erklärt Wolf. Deshalb haben er und sein Kompagnon auch Wörter gewählt, die einem im täglichen Leben begegnen.

Ein A -der Apfel

Auf ihren Entwurf haben sie bereits die englische Übersetzung der Wörter drucken lassen. Nicht nur Lilienthals über 80 Jahre alte Oma ist von der Version begeistert. „Für sie ist das Gehirnjogging, andere können damit das Alphabet, Deutsch oder auch Englisch lernen“, sagt der Enkel. Auch ins Arabische wurden ihre Wörter schon übersetzt.

Jeden Tag telefonieren Wolf, der bei einer Krankenkasse arbeitet, und Lilienthal, der bei einem Automobilhersteller in Bremen tätig ist, miteinander. Sie arbeiten viel und gerne an ihrem Spiel, das sie demnächst auch verkaufen wollen. Einige Interessenten haben sich schon bei ihnen gemeldet. Unter anderem über Facebook sind potentielle Kunden auf das Duo aufmerksam geworden. Innerhalb weniger Wochen hat „Lettower“ dort fast 400 Abonnenten gesammelt.

Eines ihrer Ziele ist es „Lettower“ als Lernspiel zu etablieren, ob in Grundschulen oder Anlaufstellen für Flüchtlinge und Migranten. Doch zunächst stehen noch viele Gespräche, weitere Tüfteleien am Design und die Firmengründung an. Weitere Informationen hat Christoph Lilienthal unter Telefon 0151/42550708.

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