Stadtverwaltung betont: Luft in gesperrtem Klassenzimmer ist nachweislich unbelastet / Asbest lediglich in gebundener Form festgestellt

Grundschule Barrien: Asbest-Panik ohne Grund

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An der Barrier Grundschule brodelt mal wieder die Gerüchteküche – grundlos, meint man bei der Stadtverwaltung.

Barrien - Von Michael Walter. Ein Klassenraum gesperrt, Eltern munkeln hinter vorgehaltener Hand etwas von Asbest, aber nichts Handfestes, und die Schulleitung hüllt sich in Schweigen: Zu diesem Thema werde man sich öffentlich nicht äußern. – Was ist denn da los, an der Grundschule in Barrien?

„Nichts ist da los“, sagt Timo Fleckenstein etwas lauter als ihm lieb ist. „Rein gar nichts!“ Der Syker Bauamtsleiter ärgert sich ein wenig über eine Form des Pawlowschen Reflexes, mit dem er es hier zu tun hat: Jemand hört nur das Wort Asbest, und allein das löst schon eine bestimmte Reaktion aus. In diesem Fall Angst und Panik bei einigen Eltern – und anscheinend auch bei der Schulleitung.

„Dafür gibt es überhaupt keinen Grund“, versichern Fleckenstein und seine Chefin, Bürgermeisterin Suse Laue, unisono. Fakt ist: An der Barrier Grundschule ist ein Klassenraum gesperrt, weil darin gearbeitet wird. Fakt ist außerdem: In diesem Klassenraum ist früher einmal Asbest verbaut worden. Aber Fakt ist auch: Die Atemluft ist nachweislich unbelastet.

Der Reihe nach, hört sich das laut Schilderung der Bürgermeisterin so an: Vor einiger Zeit ist in diesem besagten Klassenraum eine Deckenplatte heruntergekommen. Der Baukörper ist schon älter, und bei der Stadt weiß heute niemand so genau, welche Materialien damals dort verbaut worden sind. Also hat die Stadtverwaltung beim Bremer Umweltinstitut eine Materialanalyse in Auftrag gegeben.

Das Ergebnis: Unter den verschiedenen Materialien, die dort verbaut wurden, sind auch mehrere Klebstoffe. Einer dieser Klebstoffe enthält Asbest in gebundener Form. „Das bedeutet, das ist ungefährlich, so lange man da nicht mit einer Raspel oder einer Feile rangeht“, so Fleckenstein. Und der Bauamtsleiter stellt klar: Auch die runtergekommene Platte war nicht mit diesem Klebstoff an der Decke befestigt.

Der Klassenraum ist anschließend für die Dauer der Reparaturarbeiten gesperrt worden. Parallel dazu ließ die Stadtverwaltung eine Atemluft-Analyse machen. Deren Ergebnis liegt seit Dienstag im Rathaus vor. „Kein Asbest, keine Stahlwolle, nichts“, so Timo Fleckenstein. Und die Bürgermeisterin ergänzt: Nachdem die Decke wieder instand gesetzt ist, werde die Stadt noch eine weitere Raumluftanalyse vornehmen lassen.

Die in Barrien brodelnde Gerüchteküche will die Verwaltung nicht auf ihre Kappe nehmen. „Wir haben von unserer Seite immer versucht, Informationen weiterzugeben“, so Fleckenstein. „Wäre dort eine Asbestbelastung festgestellt worden, hätten wir doch sofort gehandelt. Von daher kann ich die Panik überhaupt nicht verstehen, die da entstanden ist. Da ist ein Riesen-Popanz aufgebaut worden. Wir machen unsere Arbeit ordentlich!“

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