Stadtbibliothek hilft Flüchtlingen beim Lernen der (Alltags-)Sprache

Ideen in die Tat umgesetzt

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Simone Stubbmann, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek, hat den Übersetzer bereits in der Hand: Ein Tablet soll für eine einfachere Kommunikation sorgen.

Syke - Von Vivian Krause. Bienvenue, soo dhowow, mirë se vini: Herzlich willkommen heißt die Stadtbibliothek die Flüchtlinge schon jetzt. Aber die Einrichtung möchte dennoch mehr tun. Rund 550 Bücher rund um das Erlernen der deutschen Sprache stehen in den Regalen bereit. Doch das Sortiment soll noch wachsen, ebenso wie die mehrsprachigen Angebote in der Bibliothek selbst.

„Was wir spontan machen konnten, haben wir geschafft“, so Jutta Behrens, Leiterin der Stadtbibliothek. Anstoß zu neuen Anschaffungen und Ideen gab Martina Dannert, Leiterin der Stadtbibliothek Osnabrück, bei einem Vortrag auf dem Regionaltreffen der Bibliotheken des Landkreises Diepholz im Dezember. Unter anderem gab sie den Anwesenden eine Liste mit Buchvorschlägen an die Hand – an der sich Behrens bereits bedient hat.

Dabei achtet sie vor allem auf die Nützlichkeit. Das Ziel: Die Verständigung im Alltag erleichtern. So gibt es beispielsweise ein Buch, das den Arztbesuch erleichtern soll: Von der Terminabsprache über das Beschreiben von Symptomen bis zur Behandlung ist alles mehrsprachig und bebildert dargestellt. Dies würde nun besonders bei der Sprachförderung in Kindergärten genutzt.

Die Kleinen sind es auch häufig, die mit den Mitarbeitern der Bücherei sprechen. „Die Eltern stehen nur da, und die Kinder übersetzen“, sagt Behrens.

Besonders stolz sind die Mitarbeiter auf ein MultiKulti-Bilderwörterbuch aus dem MilchMaus-Verlag. Bis zu vier Sprachen können bei der Bestellung ausgewählt werden. „Deshalb hat das auch so lange gedauert, es wurde extra angefertigt.“ In Deutsch, Kurdisch (Kurmandschi und Sorani) und Arabisch sind Bilder des Alltags wie Eltern, Apfel oder teilen betitelt.

Was die Bibliotheksleiterin direkt umgesetzt hat, war, eine Übersetzungs-App auf einem Tablet zu installieren. Dieses soll den Mitarbeitern helfen, mit den Flüchtlingen zu kommunizieren. Es funktioniert wie ein übliches Übersetzungsprogramm: Die jeweiligen Sprachen auswählen, den Satz schreiben oder in das Gerät hineinsprechen, und schon übersetzt dieses. „Es liegt am Empfang bereit“, so Behrens.

„Es gibt sehr viele Personen, bei denen wir die Erfolge sehen“, hält die Leiterin fest. Besonders nach den Kursen an der Volkshochschule kämen viele Flüchtlinge in die Bibliothek „und lernen hier weiter“. Dafür sei das kostenlose WLan besonders wichtig.

Geplant sei außerdem noch ein zweisprachiges Bilderbuchkino. Das bestehende Angebot solle um Fremdsprachen ergänzt werden. Das Problem: die Zeitkoordination zwischen Übersetzern und den Kindern. „Aber ich bleibe dran“, versichert Behrens.

„Die Türen sind alle offen“, betonte schon Dannert bei ihrem Vortrag in Syke. Nun liege es an Behrens selbst, betont sie, das Angebot der Bücherei nach außen zu tragen. Ein nächster Anlaufpunkt für sie ist dabei das Flüchtlingscafé. Ein Problem: Die Flüchtlinge wohnen oft nicht direkt in Syke, sondern kämen größtenteils von außerhalb.

Behrens hat eine zentrale Vorstellung in der Integrationsarbeit: „Schön wäre, wenn die Bibliothek ein Aufenthaltsort wird“

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