Stadt-Vorschläge Thema im Ausschuss

Was tun, um Armut zu vermeiden?

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Der Faso-Ausschuss tagte im Ratssaal.

Syke - Von Frank Jaursch. Was für Karlsruhe gut ist, kann auch Syke helfen. Im Jahr 2012 hat eine kommunale Arbeitsgruppe der badischen Metropole die „Karlsruher Leitlinien gegen Altersarmut“ erarbeitet. Diese Ideensammlung überzeugte die Syker Gruppe von SPD und Grünen offenbar so sehr, dass sie die darin enthaltenen Diskussionspunkte nahezu wörtlich übernahmen und im April 2013 als eigenen Antrag einbrachte. Zwei Dutzend zum Teil komplexe Themenbereiche galt es für die Verwaltung abzuarbeiten. Das dauerte – bis jetzt. Das Thema war am Mittwochabend Diskussionsgegenstand im Ausschuss für Familie und Soziales.

Die Auseinandersetzung mit den Punkten waren eine Fleißaufgabe für die Verwaltung. Was kann man präventiv und arbeitsmarktpolitisch tun, um Armut zu vermeiden? Wie stellt man die materielle Versorgung der Betroffenen sicher? Wie sorgt man für kulturelle Teilhabe und Bildung? Kann man Härten mit sozialen Angeboten abfedern? Und wie steht es in Sachen Gesundheit und Pflegebedürftigkeit?

An Ideen mangelt es offenbar nicht: In den vergangenen Monaten hatten Mitarbeiter der Verwaltung eine Sammlung an Gedanken zu den Punkten zusammengestellt und jetzt den Fraktionen unterbreitet. Dabei zog die Stadt den Rahmen ein ganzes Stück weiter und beackerte nicht nur Altersarmut, sondern die Armut als Ganzes – sowie die Bestrebungen, Armut bereits im Vorfeld zu verhindern.

Thomas Kuchem, Sykes Erster Stadtrat, legte Wert auf die Feststellung, dass diese Ideen nicht einfach aus Statistiken zitiert worden, sondern „explizit auf die Situation in Syke bezogen“ seien. Die Vorschläge waren mal grundsätzlicher, mal konkreter Natur: Sie reichen vom Sensibilisieren von Betrieben für die Vereinbarung von Familie und Beruf bis zu optimierten Kita-Schließzeiten.

Was das mit Armut zu tun hat? Eine ganze Menge, findet die Verwaltung. „Stabile Erwerbsbiografien sind ein zentrales Steuerungsinstrument zur Verhinderung von Altersarmut“, heißt es erklärend. Im Klartext: Wenn die Stadt gute Betreuungsmöglichkeiten schafft, sind die Aussichten auf eine Arbeitsstelle für die Eltern besser. Folge: Die Gefahr der Armut sinkt.

Einige der weiteren Ideen: eine Karte, die einkommensschwachen Menschen einen vergünstigten oder kostenlosen Zugang zu kulturellen Angeboten ermöglicht. Oder stadteigene Grundstücke, die zur Verfügung gestellt werden, um durch Dritte Wohnraum schaffen zu lassen.

Die Ausschussmitglieder lobten die Arbeit der Verwaltung, wünschten sich aber noch mehr konkrete Zahlen. „Welchen Anteil an Armut haben wir denn in unseren Stadtmauern?“, fragte Heinfried Schumacher (SPD). Jürgen Schmock (BSF) hätte sich gewünscht, zu den einzelnen Punkten die entstehenden Kosten beziffert zu bekommen. Kuchen hatte angeregt, der Rat möge sich einzelne Vorschläge aussuchen, die Verwaltung würde daraufhin die Kosten ermitteln.

Der Ausschuss beschloss einstimmig, der Verwaltung Zeit zu geben, diese Daten zusammenzustellen, um sich danach erneut mit dem Thema zu befassen.

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