In Zugzwang

Stadt Syke droht Fördergelder für Lüftungsanlagen in Heiligenfelde zu verlieren

Im Gegensatz zu einer zentralen Lüftungsanlage sind dezentrale weniger aufwendig. Auf dieser Skizze hängt die Anlage an der Wand ... Grafik: Tecalor
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Im Gegensatz zu einer zentralen Lüftungsanlage sind dezentrale weniger aufwendig. Auf dieser Skizze hängt die Anlage an der Wand ...

310 000 Euro soll der Rat als überplanmäßige Ausgabe der Stadt für die Grundschule in Heiligenfelde genehmigen. So steht es in einem Beschlussvorschlag für den Rat. Das Geld wird für den Einbau sogenannter dezentraler raumlufttechnischer Lüftungsanlagen für die Grundschule benötig.

Syke – Diese Anlagen sind quasi der Mittelweg zwischen zentralen Lüftungsanlagen, bei denen große Umwälzpumpen die Luft durch ein Netzwerk von Lüftungsschächten in die einzelnen Räume befördern, und den mobilen Lüftungsanlagen für einzelne Räume, die im Zusammenhang mit Corona immer wieder im Gespräch waren. Mobile Anlagen sind nur geeignet für Räume, in denen man zum Lüften nicht die Fenster aufmachen kann.

Dezentrale stationäre Anlagen sind dagegen größer, leistungsfähiger und fest im Raum verbaut, benötigen aber keine zusätzlichen Luftschächte.

Erst die Arbeit, dann die Fördergelder

Dass an der Astrid-Lindgren-Grundschule im Rahmen des Erweiterungsbaus solche Anlagen einmontiert werden, ist bereits seit Längerem beschlossene Sache. In insgesamt 19 Unterrichts- und Gruppenräumen sollen sie eingebaut werden. Die Gesamtkosten dafür liegen bei kalkulierten 560 000 Euro.

Der größte Teil davon kommt in Form von Fördergeldern. Der Stadt liegt ein Förderbescheid über knapp 450 000 Euro vor. Bloß: Fördergelder gibt es immer erst hinterher, wenn alles fertig ist. Vorfinanzieren muss die Stadt alles aus dem eigenen Haushalt. Und da steht bisher noch kein Cent. Das soll die Politik jetzt ändern. Weil aber bis zum 1. August alles fertig sein soll, will und kann die Verwaltung nicht warten, bis der Haushalt für 2022 beraten und beschlossen ist. Deshalb schlägt sie vor, 310 000 Euro als ersten Teilbetrag schon jetzt zur Verfügung zu stellen – eben als sogenannte überplanmäßige Ausgabe für 2021.

Für diese 310 000 Euro sollen zehn Räume „des Neu- und Uraltbaus“ mit solchen Anlagen ausgestattet werden, heißt es in der Beschlussvorlage. „Der Schulbetrieb wird nicht gestört, da die Räume durch den derzeitigen Neu- und Umbau noch nicht in Gebrauch genommen werden können.“

...während diese Anlage direkt mit dem Oberlicht des Fensters verbunden ist.

In den übrigen neun Räumen können die Anlagen nicht eingebaut werden, ohne den Schulbetrieb massiv zu stören. Das ist ein Problem. Denn das bedeutet, dass die Anlagen wohl nicht bis zum Ende des Bewilligungszeitraums der Fördergelder fertig werden. Für die 240 000 Euro, die dieser zweite Bauabschnitt kosten soll, droht die Stadt somit die Förderung von 192 000 Euro zu verlieren. Darüber müsse die Politik sich im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2022 noch mal Gedanken machen, heißt es abschließend.

„Ursprünglich war für die Grundschule Heiligenfelde eine Lüftungsanlage nur für die Küche und die Mensa geplant“, erklärt Bauamtsleiter Hein Sievers. „Dann kam Corona, und in der Politik kam die Diskussion um Lüftungsanlagen für alle Räume auf. Wir haben die Kosten ermittelt, Fördergelder eingeworben und eine Zusage erhalten. Jetzt muss die Politik allerdings noch entscheiden, wie wir unseren Eigenanteil finanzieren sollen.“

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