Stadt und Ristedter Ortsrat wollen sich nicht kleinkriegen lassen und pflanzen zum dritten Mal Bäume am Denkmal

Signal an den unbekannten Baumabsäger

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Pflanzaktion, dritter Versuch: Ortsrat und Stadtverwaltung gestern am Ristedter Denkmal.

Ristedt - Von Michael Walter. „Wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie das hier auszusehen hat!“ – Ortsbürgermeister Claus Bruhm fand deutliche Worte, als er gestern am Ristedter Kriegerdenkmal gemeinsam mit dem Ortsrat und Bürgermeisterin Suse Laue zwei Rotbuchen pflanzte. Zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit.

Schon zweimal hat ein Unbekannter in einer Nacht- und Nebel-Aktion die jungen Bäume abgesägt, die am Denkmal als Ersatz für zwei alte gepflanzt worden waren. Die alten Bäume waren bei der Umgestaltung der Straßeneinmündung Alte Schulstraße/ Windmühlenstraße / Ristedter Hauptstraße gefällt worden (wir berichteten). „Das ist jetzt also die Ersatzbepflanzung für die Ersatzbepflanzung der Ersatzbepflanzung“, kommentiert Claus Bruhm zynisch.

Ganz bewusst haben Stadtverwaltung und Ortsrat dafür den Weg an die Öffentlichkeit gesucht. Bürgermeisterin Suse Laue: „Wir wollen hier ein Zeichen setzen, dass wir uns nicht beirren lassen.“ Und Claus Bruhm ergänzt: „Die Stadt will diese Bäume haben, der Ortsrat will diese Bäume haben, und die Ristedter, mit denen wir gesprochen haben, wollen sie ebenfalls.“

Warum die Bäumchen zweimal abgesägt worden sind, ist im Dorf nach wie vor Gesprächsthema und Anlass für Spekulationen. „Wahrscheinlich kommt der Säger aus dem Ort“, vermutet der stellvertretende Ortsbürgermeister Detlev Hoffmann. „Wegen zwei so kleiner Bäumchen macht sich doch sonst niemand mitten in der Nacht auf den Weg.“ Doch Genaues weiß niemand. Nur eines scheint klar: Ein Dumme-Jungen-Streich war das nicht. Beide Male wurden die abgesägten Stämme publikumswirksam am Straßenrand abgelegt. „Da will uns jemand was sagen“, glaubt Claus Bruhm. Nur was?

Der Ortsbürgermeister vermutet einen Protest gegen die letzten 20 noch nicht ausgebauten Meter der Windmühlenstraße. „Dabei ist längst beschlossen, dass die im Sommer gemacht werden. Das ist an eine andere Baumaßnahme gekoppelt und war Teil der Ausschreibung“, sagt Bruhm. Andere glauben, dass der Säger die Bäume an dieser Stelle bloß für überflüssig hält. Stadtbiologin Angelika Hanel, die sozusagen von Amts wegen für den Unterhalt der Denkmale im Stadtgebiet zuständig ist, bestätigt mit einem Blick auf das Umfeld des Ristedter Kriegerdenkmals: „Die Bäume gehören hier hin.“ Denn gemeinsam mit dem Altbestand grenzen sie das Areal ein, umfassen es, runden es ab. Sie schätzt: Etwa 40 bis 50 Jahre werde es dauern, bis die jetzt gepflanzten Bäume ähnlich groß wie ihre Nachbarn geworden sind. Wenn man sie denn lässt.

Dem Ortsrat liegt viel daran, den kleinen Platz um das Denkmal ansprechend zu gestalten. Demnächst werden die alten Sitzbänke gegen neue ausgetauscht und die ehemalige Zuwegung wird begradigt. „Und dann kommt das Denkmal selbst dran“, sagt Bruhm.

Angelika Hanel erklärt, was daran gemacht werden muss: „Zunächst ist mal eine Grundreinigung fällig. Dann haben wir festgestellt, dass verschiedene Fugen unterschiedlich stark ausgebröckelt sind. Und andere, die von weitem noch ganz gut aussehen, sind unter der Oberfläche hohl. Die müssen also neu verfugt werden.“ Das soll im Sommer geschehen. Das heißt: Sofern das dafür eingeplante Geld reicht. „Wir sind gerade in der Ausschreibung.“

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