Stadt misst Mühlenteich und Europagarten ganz bewusst mit zweierlei Maß

Zwei Parks – zwei Konzepte

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„Der Mühlenteich ist für Syke das, was für Bremen der Bürgerpark ist“, sagt Stadtbiologin Angelika Hanel. Deshalb ist er auch die Grünanlage, die im Stadtgebiet am intensivsten gepflegt wird. Archivbild: Claudia Schultes

Syke - Von Michael Walter. Sie sind die erklärten Aushängeschilder unter den öffentlichen Grünflächen im Stadtgebiet: das Mühlenteich-Gelände und der Europagarten. Trotzdem misst die Stadt beide mit zweierlei Maß. Und das ganz bewusst. Denn sie hat für beide Parks zwei völlig unterschiedliche Konzepte zur Grünpflege.

„Der Mühlenteich ist für Syke das, was für Bremen der Bürgerpark ist“, sagt Stadtbiologin Angelika Hanel. Deshalb gilt für den Park im Herzen der Innenstadt auch die höchste Pflegeintensität. Alle acht bis zehn Tage wird der Rasen gemäht. In den letzten fünf Jahren hat die Stadt viel Geld investiert, um die Wege wieder in Schuss zu bringen sowie die Bepflanzung von zu viel unerwünschtem Wildwuchs zu befreien. „Zuletzt haben wir auf Beschluss des Rats den Bewuchs zum Mühlendamm hin stark ausgedünnt“, so Hanel. „Dadurch ist eine neue Sichtachse entstanden, die vom Sparkassen-Gebäude bis an den Birkenweg reicht.“

Ganz anders am Europagarten: Der gilt als Gesamtkunstwerk, und für die Grünanlagen heißt das Konzept „Garten als geschützter Raum“. Das bedeutet: In bestimmten Bereichen sollen die Pflanzen sich selbst überlassen bleiben. Der Bewuchs entwickelt sich weitgehend von allein.

Und in den anderen Bereichen ist der Bauhof deutlich seltener zu Werk als im Mühlenteich. So werden etwa auch die Grasflächen weit weniger häufig gemäht. Und auch nicht immer durchgehend.

„Die Leute wundern sich manchmal, wenn wir mittendrin ein Stück auslassen“, sagt Hanel. „Die fragen mich dann, ob wir das vielleicht vergessen haben. Nein, haben wir nicht. Dort stehen zum Beispiel Pflanzen, die sehr schön blühen. So lange sie nicht blühen, sieht das dann vielleicht nicht ganz so schön aus. Aber mittlerweile machen das andere Kommunen genauso.“

Gemeinsam mit der Stadt engagiert sich der Künstler und Umweltaktivist Henning Greve für die Pflege des Europagartens. Auf ihn gehen viele Anpflanzungen in den Nasswiesen-Bereichen zurück. „Blumen sollen auch noch hinzukommen“, sagt er. „Aber nicht in Form von Beeten. Das wäre für mich dann auch nicht mehr zu leisten.“

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