Stadt geht auf Distanz zu Kritik am Spielplatz-Konzept, will aber fast dasselbe

„Wir werden hier keine Verkehrszählungen machen“

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Welche Spielplätze werden noch benutzt und welche liegen brach? Das wollen Stadt und Politik gleichermaßen herausfinden. Unterschiedliche Meinungen gibt es eigentlich nur über die Frage, wie das gehen soll.

Syke - Von Michael Walter. Stadt und Politik haben die Auseinandersetzung mit dem Spielplatzkonzept vorläufig vertagt. „Die Ortsräte müssen sich erst noch näher mit dem Thema beschäftigen“, so Bürgermeisterin Suse Laue.

Im Grunde sind sich alle einig: Stark genutzte Spielplätze sollten ausgebaut und nicht genutzte abgebaut werden. Ab diesem Punkt beginnen jedoch schon die Meinungsverschiedenheiten. Angefangen bei der Frage: Wer stellt denn auf welcher Grundlage fest, welche Plätze wie stark genutzt werden?

Die Stadtverwaltung hatte die Erfahrungen des Bauhofs dafür zugrunde gelegt, dessen Mitarbeiter die Spielplätze regelmäßig inspizieren. Das Ergebnis ist eine Liste mit einer Handvoll Spielplätzen, bei denen nach Ansicht der Verwaltung ein Ausbau mit neuen und/oder anderen Spielgeräten sinnvoll wäre.

Wie berichtet, hatten das vor allem die Grünen kritisiert. Ihr Sprecher Heinz-Jürgen Michel hatte dabei nicht nur die Richtigkeit der Beobachtungen des Bauhofs bezweifelt, sondern das Vorgehen der Verwaltung insgesamt als nicht weitreichend genug bemängelt. Michel hatte eine weit systematischere Untersuchung angeregt, um dadurch aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten.

Der Gedanke dahinter: Nur weil irgendwo keine Kinder sind, muss der Platz ja nicht überflüssig sein. Leben beispielsweise viele Senioren in der Nähe, könnte man einen Mehrgenerationenplatz daraus machen. Lässt sich dagegen gar kein Bedarf für einen Spielplatz mehr nachweisen, könnte die Stadt ihn komplett aufgeben und das eingesparte Geld in die stark genutzten Plätze investieren.

„Die Idee unterstütze ich, die Methode nicht“, sagt der im Rathaus zuständige Fachbereichsleiter Hein Sievers. „Wir werden hier mit Sicherheit niemanden an die Spielplätze stellen und Verkehrszählungen machen. Der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen. Das könnten wir auch gar nicht leisten. Ich verlasse mich auf das Urteil der Leute, die regelmäßig die Spielplätze inspizieren. Die wissen genau, welche stark frequentiert werden und welche nicht.“

15000 Euro Budget

für 63 Spielplätze

Wie die Altersstruktur der Bewohner im Einzugsgebiet der einzelnen Spielplätze beschaffen ist, will Bürgermeisterin Suse Laue über die Einwohnermeldedaten herausfinden. Das Ergebnis wäre dann eine Art Übersichtskarte. „Damit könnten wir dann eine Aussage treffen, ob für die einzelnen Spielplätze ein potenzieller Nutzerkreis vorhanden ist oder nicht. Und dann können wir mit den einzelnen Ortsräten sprechen, wie wir mit den jeweiligen Plätzen umgehen wollen.

Denn Mehrgenerationenplätze sind nicht automatisch der Weisheit letzter Schluss. „Ein Ortsbürgermeister hat mir schon gesagt, dass die Senioren in seinem Dorf sowas gar nicht wollen.“ In solchen Fällen müsse man auch über ganz andere Nutzungen nachdenken dürfen. Sei es nun, einen Bolzplatz einzurichten, aus dem Spielplatz eine Blumenwiese mit ein paar Sitzbänken zu machen oder, wenn es sich um stadteigene Flächen handelt, sie zu bebauen. „Zum Beispiel mit einem Kindergarten“, so Laue.

Insgesamt stehen der Stadtverwaltung pro Jahr 15000Euro für die Unterhaltung von 63 Spielplätzen zur Verfügung. „Wir werden oft mit Weyhe verglichen“, sagt Laue. „Aber wir haben fast doppelt so viel Fläche und große Außenbereiche, die wir auch noch mit Spielplätzen bestücken müssen und wollen.“

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