Kinderpornografie: Zehn Monate auf Bewährung

Staatsanwalt: „Das ist das Mieseste vom Miesen“

Syke - Von Dieter Niederheide. Wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie verurteilte das Syker Amtsgericht jetzt einen 40 Jahre alten Mann aus Syke zu zehn Monaten Gefängnis mit Bewährung. Zusätzlich erhielt er eine Geldauflage von 1800 Euro, zu zahlen an die Organisation Terre des Hommes.

Bei einer Hausdurchsuchung im April vorigen Jahres wurden in der Wohnung des Angeklagten Computer sichergestellt. Auf den Festplatten entdeckten die Ermittler jede Menge Dateien und Bilder, auf denen Kinder der sexuellen Gewalt von Erwachsenen ausgesetzt sind.

Mit scharfen Worten geißelte der Oberstaatsanwalt insbesondere den Inhalt eines Films, in dem ein Kleinkind mit sexuellen Foltern gequält und zum Schreien und Weinen gebracht wird. „Das ist so schrecklich, das ist das Mieseste vom Miesen“, sagte er in seinem Plädoyer und forderte gegen den Angeklagten ein Jahr Gefängnis mit Bewährung und 1800 Euro Geldauflage.

Der Verteidiger gab für seinen bisher unbestraften Mandanten eine Erklärung ab. Darin räumte der Angeklagte ein, Bilder heruntergeladen zu haben, auf denen sexuelle Verbrechen an und mit Kindern zur Schau gestellt werden. Den Film, so der Anwalt, habe der Angeklagte nur zu einem geringen Anteil angeschaut und gelöscht.

Den Vorwurf der Verbreitung von Kinderpornografie an andere bestritt der Angeklagte. Er will nicht gewusst haben, dass das Material, dass er über Tauschbörsen selbst herunter geladen hatte, zum Teil automatisch weiter verbreitet wird.

Mann nimmt therapeutische Hilfe in Anspruch

Der Anwalt führte in seinem Plädoyer an, es sei nicht feststellbar gewesen, ob sein Mandant bewusst die Bilder weitergeleitet habe. Der Besitz sei allerdings unwiderlegbar und werde eingeräumt.

Es liege sicherlich einiges im Argen bei seinem Mandanten, und er sei dabei, das therapeutisch aufzuarbeiten. Pädophile Neigungen lägen bei seinem Mandanten jedoch nicht vor. Der Anwalt beantragte eine Geldstrafe wegen des Besitzes von Kinderpornografie.

Der Angeklagte hatte zuvor angegeben, dass er für sein Tun keine Erklärung habe und er therapeutische Hilfe in Anspruch nehme, um diese Frage zu klären.

Als Zeuge sagte ein Kriminaloberkommissar aus Diepholz aus. Er hatte die sichergestellten Festplatten ausgewertet. Der Kripobeamte gab an, dass er seit etwa zehn Jahren mit derartigen Aufgaben betraut ist und das, was er auf den Festplatten des Angeklagten entdeckt hat, schon sehr heftig gewesen sei.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl in Berlin

Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl in Berlin

Google Wifi im Test: WLAN auch im letzten Winkel der Wohnung

Google Wifi im Test: WLAN auch im letzten Winkel der Wohnung

Umsonstladen in Weyhe

Umsonstladen in Weyhe

Subaru Libero: Ein Auto wie ein Schweizer Taschenmesser

Subaru Libero: Ein Auto wie ein Schweizer Taschenmesser

Meistgelesene Artikel

Fahrkartenautomat am Syker Bahnhof geprengt

Fahrkartenautomat am Syker Bahnhof geprengt

Nitrat-Gehalt immer im Blick

Nitrat-Gehalt immer im Blick

Radio aus dem Landtag: „Das ist teilweise schlimmer als in der Schule“

Radio aus dem Landtag: „Das ist teilweise schlimmer als in der Schule“

Wilderei in Stuhr: Vogel und trächtige Ricke erschossen

Wilderei in Stuhr: Vogel und trächtige Ricke erschossen

Kommentare