Spuren im Herzen

A-Cappella-Sextett Draufsänger überzeugt  in der Christuskirche

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Einmarsch mit Gesang: die Draufsänger bei ihrem Konzert in der Christuskirche.

Syke - Von Detlef Voges. Ihr Name klingt etwas ruppig: Draufsänger. Doch was die sechs Herren aus Osnabrück am Samstagabend im Rahmen der Weihnachtlichen Kulturtage in der Christuskirche ablieferten, war alles andere als das. Das A-Cappella-Ensemble wandelte eher im Bereich des Besinnlichen, hinterließ Spuren im Herzen und in der Seele. Auf Einladung von JFK und Stadt präsentierten die Draufsänger geistliche und weltliche Vokalmusik zum Advent unter dem Titel „Christmas is near“.

Als Draufsänger debütierte das Ensemble in Syke. Als „Bon Timbre“ gastierte die Gesangsgruppe bereits zweimal erfolgreich in der Hachestadt. Das Sextett, Anfang der 90er-Jahre gegründet, hat seine Wurzeln in der kirchlichen Vokalmusik, ist aber auch in Rock und Pop zu Hause. In Syke beeindruckten die Osnabrücker mit ihrer reinen A-Cappella-Musik. Ihr Stimmvolumen zwischen Bass und Altus (Kontratenor) hatte fast orchestrale Züge, wobei die Ensemblemitglieder auch als Solisten glänzten.

Das Repertoire der Draufsänger ist beachtlich umfangreich und vielfältig. Es reicht von Madrigalen der Renaissance bis hin zu Unterhaltungsmusik und Arrangements in eigenen A-Cappella-Versionen. Befördert von Spielfreude, lösen die Draufsänger beim Publikum unmittelbar den Hang zum Lauschen aus.

In der Christuskirche konnten die Zuhörer vom ersten Ton an diese Freude und Hingabe zur Musik spüren, besonders auch im eher getragenen ersten Teil des Abends mit kirchlicher Musik.

Von Marienverehrung bis Billy Joel

Den einleitenden Wechselgesängen (Rorate Caeli desuper) folgten mit „Maria durch ein Dornwald ging“, „Salut Dame“, „Ave Maris Stella“ und „There is a Flower“ vier Lieder zur Marienverehrung. Stücke, in denen die Draufsänger ihre vokalen Qualitäten zeigten. Besonders die Kontratenöre Joachim Bodde, der humorvoll und teilweise ironisch durch das Programm führte, und Christoph Bookmeyer lieferten Gänsehautmomente mit ihren hohen Stimmen, die sie mithilfe einer durch Brustresonanz verstärkten Kopfstimme hervorriefen.

Obwohl ohne Instrumentalbegleitung, vermochten es die Sänger, mit ihren Stimmen auch diese Klänge zu formen. Bei „Carol of the Bells“ glaubte man, Glocken im Kirchenschiff zu hören. War da nicht auch eine Posaune?

Wer nur das Wort Alleluia als Text hat, aber ein Ensemble wie die Draufsänger, der kann auch aus diesem Lied von Fredrik Sixten ein wunderschönes Weihnachtslied gestalten. Zum Innehalten wurde wenig später das kurze Stück „Weihnacht“ von Erhard Mauersberger.

Den Wechsel von der kirchlichen Musik hin zum Unterhaltungssektor leitete mit Ansätzen zum Swing „God Rest Ye Merry Gentlemen“ ein. Die Draufsänger folgten damit dem eigenen inhaltlichen Motto: alles zu singen, was man singen kann – auch kurzweilige Weihnachts-Evergreens wie „Let It Snow“ oder „Walking In A Winter Wonderland“. Bei beiden meinte man, das Rieseln des Schnees in der Christuskirche zu hören.

Bekannte Balladen wie „Close To You“ (Burt Bacharach) oder „Honey Pie“ (Beatles) band das Ensemble aus Osnabrück stimmgewaltig und spielfreudig zu einem fröhlichen Weihnachtsstrauß.

Die Draufsänger hatten vokal, aber auch sichtbar in der Körpersprache Spaß an der Choreografie, neben Bodde und Bookmeyer auch die Tenöre Uwe Winninghoff und Benedikt Steinfeld sowie Bariton Heiko Brune und Bassist Roland Scholz.

Poppig und jazzig endete das Konzert mit „Underneath The Stars“ von Kate Rusby und „And So It Goes“ von Billy Joel. Mit einem Gute-Nacht-Lied als Zugabe verabschiedete sich ein Ensemble, das seine Fangemeinde sicherlich erweitert hat. Das fröhliche Konzert bildete einen Kontrapunkt zum vorweihnachtlichen Geschehen, dem der Kommerz immer mehr seinen Stempel aufdrückt.

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