Mädchen gestalten individuelle Kunstwerke

Mit der Spraydose im Einsatz

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Sie haben beim Graffiti-Kurs ihre ganz eigenen Bilder gestaltet (v.l.): Merle, Nina, Jana, Jannike, Nela und Malin.

Syke - Von Tobias Kortas. Die neunjährige Nela betrachtet ihr Werk: In dicken lila Lettern hat sie ihren Namen auf ein Blatt Papier gesprayt, die Farben verlaufen – absichtlich. Außen schmücken das Bild verschiedene bunte Muster, die Nela von Schablonen hat. „Was kann ich noch machen?“, fragt sie die Sozialpädagogin und Künsterlin Renate Bühn. „Du kannst noch die Outlines machen“, antwortet diese. Schnell schmückt Nela die Buchstaben mit gelben Konturen. Schließlich kommt noch ein bunter Farbklecks auf das Bild.

Beim Kurs „Graffiti, Zeichnen + Sprayen“ vom Ferienspaß des Mädchenkulturhauses Zebra Orange sind Schülerinnen nach Herzenslust kreativ und sammeln Erfahrungen an der Spraydose. Bereits am Freitag hat Renate Bühn mit 13 Mädchen an Graffiti-Bildern gearbeitet, am Dienstag kamen nochmal sechs. „Weil so viele mitmachen wollten, biete ich noch den zweiten Kurs an“, erklärt Renate Bühn.

Unterstützung erhält sie von der 20-jährigen Nicole Marks. Die macht eine Ausbildung zur Erzieherin. Nach einem Seminar zur Genderkompetenz im Mädchenkulturhaus hat die Schülerin an der BBS Syke sich dafür entschieden, beim Mädchenkultursommer, also dem Ferienspaß, zu helfen. „Ich habe auch sonst viel mit Kunst zu tun“, erklärt sie. Das Arbeiten mit den acht- bis 14-jährigen Mädchen, die an diesem Tag dabei sind, findet sie spannend. „Die sind alle ganz pflegeleicht und wissen, was sie wollen.“

Die jüngste Teilnehmern ist die achtjährige Merle. Sie hat gleich zwei Bilder gesprayt: bei dem einen steht eine Katze neben einem Zebra, einem Herz und anderen Mustern im Vordergrund. „Ich mag Katzen sehr und habe auch zwei zu Hause“, erzählt Merle. Ihr zweites Kunstwerk hinterlässt einen noch spannenderen Eindruck: Vier Fußabdrücke aus Schablonen verlaufen quer über das Bild. Unten steht ihr Name, zudem sind eine Rose und unterschiedliche Farbkleckse auf dem Bild zu sehen. Sie sprayt –wie ziemlich alle Mädchen –das erste Mal. „Das gefällt mir gut“, meint sie.

Auch Nela und ihre Zwillingsschwester Malin finden Graffiti „cool“. Malin tut sich noch schwer damit, die Spraydose richtig durchzudrücken. Trotzdem schafft sie es, zwei Zebras auf das Papier zu bringen.

Bevor es mit dem Sprayen losging, haben die Mädchen verschiedene Spraytechniken sowie -stile kennengelernt und erst einmal Graffiti gezeichnet und mit Tapeband gelegt. Zudem hat Renate Bühn einiges über Graffiti erzählt: zum Beispiel, wann sie legal und wann illegal sind.

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