„Tastenflüsterin“ Hauke Kranz arbeitet mit Leidenschaft an ihrer zweiten CD „Open Skies“

Die Sprache des Herzens

Pianistin Hauke Kranz und zwei wichtige Helfer im Tonstudio: Tonmeister Friedrich Thein und ein Knackfrosch. Foto: Heinfried Husmann

Stuhr - Von Riccardo Terrasi. Hauke Kranz, Pianistin und Musikpädagogin, sitzt vor dem schwarzen Flügel und strahlt. Im Gespräch wird sofort klar, mit welcher Leidenschaft und Hingabe sie sich der Musik widmet. Sie ist stolz darauf, bald ihr zweites Studioalbum mit romantischen und gefühlvollen Eigenkompositionen zu veröffentlichen.

Die Künstlerin befindet sich an diesem Vormittag im Studio von Tonmeister und Produzent Friedrich Thein in Stuhr, den sie bei der Produktion ihrer ersten CD „A new Dawn“ kennengelernt hatte. In den letzten Tagen haben beide zusammen fleißig an den Aufnahmen gefeilt.

Das Besondere am Studio Thein ist der weitläufige Aufnahmeraum, der sich in einem Bauernhaus aus dem 19.  Jahrhundert befindet, was dem Instrument eine besondere Akustik verleiht: „Es klingt wie in einem Konzertsaal“, so Kranz. Anders als heute oftmals üblich, legt die „Tastenflüsterin“ großen Wert darauf, die Stücke während der Aufnahme von Anfang bis Ende durchzuspielen – ohne Schnitte und nachträgliche digitale Änderungen. „Ein Stück ist niemals zwei Mal gleich: Nach einem Abbruch kann man nicht wieder in dieselbe Welt eintauchen.“

Inspiration für ihre Werke erlangt die Pianistin stets ganz unverhofft: Sie wacht manchmal morgens auf, hat eine Melodie im Kopf und setzt sich noch im Pyjama ans Klavier, wie sie lachend erzählt. Danach brauchen die Stücke oft Wochen bis Monate, um zur Reife und letztlich zu ihrer vollendeten Form zu gelangen.

Seit Anfang 2017 sammelt Kranz Ideen für die Lieder ihrer neuen CD „Open Skies“. Kernbotschaft und Leitmotiv der Scheibe ist, dass im Leben alles möglich ist und sich stets neue Wege öffnen. Zugleich geht es auch ums Ankommen. „Ich habe die Stücke in den letzten zwei Jahren immer wieder gespielt, bis die Gefühle, die darin enthalten sind, gänzlich zum Ausdruck kommen“, sagt sie.

Die 55-jährige Künstlerin blickt auf eine klassische musikalische Ausbildung zurück: Nachdem sie bereits im Alter von vier Jahren mit dem Spielen begonnen und als Jugendliche erste Auftritte gegeben hatte, studierte sie Musikerziehung und Klavier in Bremen und trat schon damals häufig auf. Heute bringt sie mit Leidenschaft und Herzblut Erwachsenen das Pianospielen bei. Unterrichten und Komponieren gehören für Kranz zusammen. Musik sei immer sehr nah am Menschen, egal ob live oder auf CD. Ebenso wie der künstlerische Schaffensprozess sei auch ihr Unterricht stets intuitiv, denn es gehe ihr um „mehr als nur die Vermittlung des Handwerks“.

„Tastenflüsterin“ ist übrigens ein Name, der im Traum zu ihr gekommen ist. Intensiv hatte sie sich mit der Frage beschäftigt, was da eigentlich passiert, wenn sie spielt, wenn sie sich allein der Musik hingibt. Das Instrument könne tatsächlich singen (weshalb Kranz ihre Lieder auch als „Songs“ bezeichnet), aber eben auch ganz zärtlich zum Publikum flüstern. Mit ihrer Gabe möchte sie die Menschen berühren, dies ist ihr Anspruch und ihre Passion. In Konzerten vermittelt die Pianistin „Herzensmusik:“ „Es ist mehr als nur Klavierspielen, es betrifft auch das Innere, das, was uns Menschen berührt. Die Tasten sprechen dabei die leise Sprache des Herzens.“ Dabei steht sie im Kontakt zum Publikum, nimmt dessen Stimmung auf und transportiert sie dann in ihren Liedern.

Wollte man für die Stücke von „Open Skies“ ein Genre finden, so erinnerten sie am ehesten an Filmmusiken, etwa von Ludovico Einaudi oder Yann Tiersen. Jedoch ist Kranz’ Musik keinen Bildern untergeordnet, sondern sie erzeugt aus sich heraus Vorstellungen in der Fantasie. Die Produktion des Albums „Open Skies“ erledigte Kranz komplett in Eigenregie – ohne Plattenfirma oder Personal für Organisation und Marketing. Auf Facebook und Youtube unterstützt sie ein großer Fankreis.

Auf Youtube erhalten Interessierte einen spannenden Einblick hinter die Kulissen der Produktion: In einem Studioalbum veröffentlicht die Künstlerin Beiträge über die Arbeit während der Aufnahmen. Wer auf der Videoplattform nach „Hauke Kranz“ sucht, kommt nicht nur in den Genuss berührender Melodien, sondern erfährt auch, warum ein Knackfrosch im Tonstudio ungemein wichtige Dienste leisten kann.

Die Verwirklichung der Aufnahmen hat Kranz über Crowdfunding finanziert: Die CD kann bereits vorab bestellt werden, zusätzlich gab sie Unterricht und Wohnzimmerkonzerte und freute sich auch über einige Spender.

Das elf Songs umfassende Album „Open Skies“ ist ab dem 18. Oktober auf CD und auf allen bekannten Plattformen wie Spotify und iTunes erhältlich. In Auftrag gegeben hat Hauke Kranz es beim traditionsreichen Presswerk Pallas in Diepholz. Ganz besonders freut sich die Musikerin auf das Release-Konzert in Syke: Am 1. November können Freunde anspruchsvoller Klaviermusik in der Christuskirche in den Genuss der bewegenden Eigenkompositionen kommen.

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