Sprachcamp für 24 Kinder aus fremden Ländern

Ganze Sätze in zwei Wochen

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Texte lernen, obwohl man die Sprache gar nicht richtig kennt, ist ganz schön knifflig.

Syke - Die Sonne scheint. Auf dem Schulhof der Montessori-Schule warten 24 Jungen und Mädchen voller Freude und Aufregung auf ihre Besucher. Bühne und Bühnenbild haben sie eigenhändig gestaltet und aufgebaut. Und das kleine Theaterstück, das sie aufführen, ist in einer Sprache verfasst, die sie bis vor kurzem gar nicht kannten: Deutsch.

Zwei Wochen lang konnten sich Kinder aus Serbien, Syrien, Albanien, Polen, Litauen und der Türkei täglich an der Montessori-Schule treffen, um die deutsche Sprache zu lernen. Die meisten dieser Mädchen und Jungen leben weniger als fünf Monate in Deutschland. „Damit war die Kreativität der Pädagoginnen sehr gefordert“, weiß Manuela Wiese zu berichten. Sie hatte dieses Sprachcamp für den Verein Niedersächsischer Bildungsträger (VNB) organisiert.

Mit Händen und Füßen, mit Mimik und Gestik wurden die Unterrichtstage und das gemeinsame Leben während dieser Zeit gestaltet. „Zu Beginn stand das Kennenlernen im Vordergrund. Denn, wenn ich mich in einer Gruppe wohlfühle, kann ich viel schneller auch Neues lernen“, betont Mitarbeiterin Sarah, die Deutsch als Zweitsprache inklusive Pädagogik in Bremen studiert.

„Genauso wichtig wie der Spracherwerb ist auch der Integrationsgedanke, und ebenso der Prozess, in dem sich die Kinder gerade befinden“, ergänzt Wiese: „Hier in Deutschland anzukommen.“ Sie ist überzeugt: „Wenn wir die Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls hinbekommen, haben wir eine echte Voraussetzung für ein gutes Miteinander im Leben geschaffen.“

„Es war sehr interessant, wie aus Einwortsätzen innerhalb von wenigen Tagen richtige Sätze wurden“, erinnert sich Sarah, die gemeinsam mit einer Theaterpädagogin den Lernprozess der Kinder durch ein kleines Theaterstück sichtbar machte. So wurde aus der Aufforderung „Helfen!“ die Frage: „Kannst du mir mal helfen?“

Als Grundlage diente das Kinderbuch von Martin Baltscheit: „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“.

Ihre vielen kleinen Lernschritte präsentierten die Kinder im Rahmen einer Abschlussfeier. Zu den Gästen zählten die Eltern und Geschwister der Sprachcamp-Kinder sowie verschiedene ehrenamtliche Integrationshelfer, Mitglieder des Integrationsbeirats, sowie auch interessierte Mitbürger aus Syke.

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