Spitze trotz Mittelmaß

ADFC bescheinigt Syke landesweit das beste Fahrradklima

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Radfahrer in Syke sind deutlich zufriedener mit den Verhältnissen als in allen anderen vergleichbar großen Städten Niedersachsens. Trotzdem gibt es in vielen Bereichen noch was zu verbessern.

„Wie ist Radfahren in deiner Stadt? – Diese Frage hat vor kurzem der ADFC den Radfahrern gestellt. Das Ergebnis dieser bundesweiten Umfrage bedeutet für Syke sowohl eine gute als auch eine schlechte Nachricht.

Syke - Die schlechte: In Schulnoten ausgedrückt, kommt Syke nicht über einen Zeugnisschnitt von 3,3 hinaus. Die gute: Mit dieser Note landet Syke in der Gesamtwertung trotzdem auf einer Spitzenposition. In der Wertungsklasse der Städte zwischen 20- und 50 000 Einwohnern beendet Syke den bundesweiten Vergleich auf Platz 14 von 311 Städten, und den Landesvergleich sogar auf Platz 1 von 37 vergleichbaren Städten in Niedersachsen.

Was ist diese Beurteilung wert? Und wie viel Aussagekraft hat sie, zumal in Syke nur 58 Personen eine Bewertung abgegeben haben? Letztlich hängt die Antwort einmal mehr von der Grundsatzfrage der persönlichen Sichtweise ab, oder kurz: ob für einen selbst das Glas nun halb voll ist oder halb leer.

Für Bürgermeisterin Suse Laue ist es eindeutig halb voll, zumal das Ergebnis eine Verbesserung darstellt. „2016 hat der ADFC schon einmal diese Bewertung gemacht. Damals hatte Syke die Gesamtnote 3,6“, sagt Laue.

Abfrage von 60 verschiedene Kriterien

Peter Goll ist seit vielen Jahren quasi das Gesicht des ADFC in Syke. „Das Klima für Radfahrer ist in Deutschland durch die Bank schlechter geworden“, sagt er. „Wenn ich dann sehe, dass in Syke der Pfeil nach oben zeigt, kriege ich glänzende Augen. Wir heben uns deutlich von anderen ab, obwohl vieles nicht perfekt ist. Aber es gibt viele, die haben sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verschlechtert.“

Etwa 60 verschiedene Kriterien hatte der ADFC für seinen Fahrradklima-Test von einer Agentur abfragen lassen. Auffällig: Bei keinem einzigen davon schneidet Syke schlechter als der Durchschnitt ab.

Als Syker Stärken hebt die Auswertung hervor: Viele Einbahnstraßen sind für Radfahrer geöffnet – das bezieht sich im Wesentlichen auf die Hauptstraße, da es ansonsten praktisch keine Einbahnstraßen in Syke gibt – an Baustellen gibt es bequeme und sichere Verkehrsführungen und die Wegweisung für Radfahrer ist insgesamt gut.

Mangelndes Angebot an Leihrädern

Die Schwächen dagegen: Das mangelnde Angebot an Leihrädern, zu viele Fahrraddiebstähle und die Möglichkeiten, sein Rad in Bussen und Bahnen mitzunehmen sind wenig attraktiv.

Besonders gut benotet haben die Syker die gute Erreichbarkeit der Innenstadt und dass man insgesamt mit dem Rad sehr zügig in der Stadt vorankommt. Besonders schlechte Noten erhalten die Ampelschaltungen für Radfahrer und zugeparkte Radwege, beziehungsweise die fehlenden Falschparker-Kontrollen.

Am höchsten über dem Durchschnitt liegt Syke bei den Fragen, ob Radfahren in Syke Spaß macht (2,6 im Vergleich zum Schnitt von 3,3), ob Radfahrer als Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden (3,1 zu 3,8) und ob in der Stadt genug für das Radfahren geworben wird (3,5 zu 4,2). Am stärksten verbessert im Vergleich zu 2016 hat sich der Winterdienst auf Radwegen (von 4,0 auf 3,3).

Und was heißt das alles jetzt? „Dass wir an vielen Stellen noch besser werden müssen“, sagt Suse Laue. Und der Bürgermeisterin geht es dabei ausdrücklich nicht nur um die oft beschworene Naherholung. „Das Fahrrad muss noch alltagstauglicher werden“, sagt sie und denkt dabei durchaus an die Leute, die beruflich jeden Tag in Syke ein- und auspendeln.

„Insgesamt ist das eine gute Basis“

„Wir sind ja gerade dabei, mit der Politik zusammen ein Mobilitätskonzept zu erstellen“, holt Laue aus. „Die ADFC-Umfrage ist dafür eine gute Grundlage. Sie gibt uns Antworten auf die Frage: Was können oder müssen wir in Sachen Fahrradverkehr noch verbessern? Das muss mit in das Konzept rein.“

Peter Goll vom ADFC sieht das ganz ähnlich. „Die einzelnen Bewertungen in dieser Untersuchung sind natürlich immer sehr subjektiv. Für einzelne Punkte reicht das Notenspektrum von 2 bis 4. Aber insgesamt ist das eine gute Basis, um eine Tendenz zu erkennen, in welche Richtung die Reise geht.“

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