Spenden und Sterne für Arequipa

Gymnasium Syke startet schulinterne Verkaufsaktion für Verein Casa-Verde

Amalia Biermann und Leo Ahsendorf, Klassensprecher der 7bl, präsentieren einen der Holzsterne, die im Rahmen der Arequipa-Veranstaltung des Gymnasiums versteigert werden. Im Sekretariat des Gymnasiums können Interessierte ein Gebot abgeben. Stand am Freitag: 55 Euro pro Stern.
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Amalia Biermann und Leo Ahsendorf, Klassensprecher der 7bl, präsentieren einen der Holzsterne, die im Rahmen der Arequipa-Veranstaltung des Gymnasiums versteigert werden. Im Sekretariat des Gymnasiums können Interessierte ein Gebot abgeben. Stand am Freitag: 55 Euro pro Stern.

Zum zweiten Mal in Folge sorgt Corona dafür, dass der Arequipa-Benefiz-Basar am Gymnasium Syke ausfällt. Eine Horrorbotschaft für den Verein Casa Verde, der für sein Kinderheim-Projekt in Peru auf Spenden aus Syke angewiesen ist. Doch Schüler, Eltern und Lehrer lassen den Verein nicht im Stich. In einer schulinternen Verkaufsaktion werden tausende Euro gesammelt. Und eine Sternen-Auktion gibt’s obendrauf.

Syke – Wer in den vergangenen Jahrzehnten im Gymnasium Syke zur Schule ging, der ist mit Arequipa quasi groß geworden. Mit dem Verein Casa Verde, der das gleichnamige Kinderheim in der südperuanischen Stadt Arequipa unterstützt. Und mit dem Benefiz-Weihnachtsbasar, der alljährlich in drangvoller Enge in den Räumen und auf den Fluren der Schule zum Kauf von allerlei Selbstgebasteltem einlädt. Alles für Arequipa.

Bis Corona kam. Seit dem letzten Basar sind fast auf den Tag genau zwei Jahre vergangen. Und auch in diesem Jahr fällt die Kult-Veranstaltung der Pandemie zum Opfer. Das Problem: Ohne Spenden aus Syke steht die Casa Verde vor dem Aus.

30 Prozent der Jahreseinnahmen aus Syke

„Ungefähr 30 Prozent unserer gesamten Jahreseinnahmen kommen aus Syke“, berichtet Bessy Nack. Gemeinsam mit ihrem Mann Volker Nack ist sie aus Peru nach Syke gekommen, um den Fünft- und Sechstklässlern über das Projekt Casa Verde zu berichten. Damit auch die Jüngsten verstehen, wofür sie eigentlich jedes Jahr basteln und kreativ werden, Süßigkeiten, Dekoartikel oder Schmuck herstellen. Damit auch sie mit Arequipa groß werden.

Mehr als 500 peruanische Kinder sind in den vergangenen Jahrzehnten durch die Syker Hilfe unterstützt worden. „Das älteste ehemalige Casa-Verde-Kind ist heute 34 Jahre alt und lebt durch euch jetzt ein besseres Leben“, erzählt Bessy Nack.

Für die Schule stand nie zur Debatte, das Engagement in Peru zu beenden. „Nein“, sagt Schulleiter Knut Wessel, „wir können und wollen das nicht einfach so ausfallen lassen.“

Am Konzept des vergangenen Jahres orientiert

Weil sich schon früh abzeichnete, dass auch in diesem Jahr ein Basar wohl nicht möglich sein würde, haben sich die Organisatoren um die Lehrer Petra Ruff und Darko Marasovic schnell dazu entschlossen, sich mit der diesjährigen Aktion am Konzept des vergangenen Jahres zu orientieren.

Das heißt: In allen Klassen beginnt das Basteln, Kochen und Heimwerkeln. In Schul- und Freistunden, vor allem aber in der Freizeit entstehen die verschiedensten Artikel. Die werden dann schulintern in einem virtuellen Katalog auf der Homepage angeboten. Schüler können also für sich oder für die eigene Familie Produkte kaufen.

Ein Warenverteilsystem mit einem zentralen Lager im Kulturforum soll dafür sorgen, dass alle das bekommen, was sie „bestellt“ haben. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, findet Knut Wessel. Die Verkäufe in den Klassen liefen ausgesprochen gut, die allermeisten Artikel sind ausverkauft.

Klasse lässt sich hübschen Bonus einfallen

So wie die Holzarbeiten der 7bl. Die Klasse hat sich dabei noch einen hübschen Bonus einfallen lassen: Sie haben neben den einklappbaren Holzsternen in „Normalgröße“ gleich drei größere Exemplare hergestellt – zwei mit einem Durchmesser von rund 1,50 Metern und einen, der sogar rund drei Meter groß ist. Sie alle sind beleuchtet. „Sie stehen dafür, dass sie Licht ins Kinderheim bringen und auch dem Käufer Licht bringen“, erklärt Klassensprecherin Amalia Biermann.

Das Besondere: Die Sterne werden versteigert. Noch bis zum kommenden Mittwoch nimmt das Gymnasium Gebote für die drei Exemplare entgegen – per E-Mail (gym-syke@schulnet.diepholz.de) oder per Telefon (04242/16830). Am Freitag lag das Höchstgebot bei 55 Euro pro Stern.

Für alle, die nicht mitbieten, sondern „einfach nur“ spenden möchten, steht auf der Homepage des Gymnasiums die Kontonummer des Vereins Casa Verde. Und im nächsten Jahr? „Im nächsten Jahr wird wieder der Basar stattfinden“, sagt der Schulleiter mit fester Stimme. Hält kurz inne. Und fügt hinzu: „Hoffe ich.“

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