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Kita-Provisorium in der Sparkassen-Filiale

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Von: Michael Walter

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Die Filiale in Okel hat als Sparkasse ausgedient. Jetzt soll sie provisorisch zum Kindergarten werden. Die Stadt kann Grundstück und Gebäude für vergleichsweise kleines Geld mieten und umbauen. Auch für die weitere Nutzung, wenn der „richtige“ neue Kindergarten erst fertig ist, gibt es schon konkrete Ideen. Archivbild: Jantje Ehlers
Die Filiale in Okel hat als Sparkasse ausgedient. Jetzt soll sie provisorisch zum Kindergarten werden. © Ehlers, Jantje

Die einstige Sparkassen-Filiale in Okel wird erst als Erweiterung für den Kindergarten und im weiteren Verlauf als Tagespflegeeinrichtung genutzt. So wird es auf jeden Fall der Syker Politik vorgeschlagen.

„Ein Glücksfall für Okel“ – dass sie das einmal im Zusammenhang mit der Schließung der Sparkassenfiliale sagen würde, hätte sich Ortsbürgermeisterin Marlene Früchtenicht vor kurzer Zeit noch nicht mal vorstellen können. Zumal die kleine Geschäftsstelle so ziemlich das letzte Stückchen Infrastruktur gewesen ist, das Okel überhaupt noch hatte. Inzwischen sieht sie das aber so. Und das hängt mit den fehlenden Kindergartenplätzen im Ort zusammen.

Der alte Okeler Kindergarten platzt aus allen Nähten und der Bau des neuen hat sich aus verschiedenen Gründen deutlich verzögert (wir berichteten). Die Stadt muss aber einen Rechtsanspruch auf Kindergartenplätze erfüllen. Die inzwischen leerstehende Sparkassenfiliale drängte sich geradezu auf, um dort eine Übergangslösung zu schaffen.

Stadt mietet Sparkassen-Filiale an

Die ist inzwischen so gut wie in trockenen Tüchern und sieht so aus: Die Stadt Syke mietet von der Kreissparkasse das „Objekt Okeler Straße 29“ ab dem 1. August auf die Dauer von zehn Jahren für monatlich 800 Euro. Beim Umbau kommt die Sparkasse der Stadt ein Stück entgegen. Die KSK übernimmt Teile der Rohbauarbeiten, lässt auf ihre Kosten einen neuen Zaun errichten und tritt die bereits im Gebäude vorhandene Einbauküche kostenlos ab. Somit bräuchte die Stadt „nur“ noch etwa 240 000 Euro, um aus der ehemaligen Sparkassenfiliale einen funktionierenden Kindergarten zu machen. In dem würde dann eine der drei Gruppen untergebracht werden, die ab Sommer eigentlich in den „richtigen“ neuen Kindergarten gehen sollten. Die beiden anderen will die Stadt „in den bereits angemieteten Objekten Okeler Straße 37 und Okeler Straße 67“ betreuen, wie aus der Beschlussvorlage für die Politik hervorgeht.

„Die Alternative wäre gewesen, irgendwo Container aufzustellen“, so Marlene Früchtenicht. Ist der „richtige“ neue Kindergarten in Betrieb, will die Stadt das Sparkassengebäude „als Großtagespflegeeinrichtung, zur Betreuung von Kindern“ weiternutzen.

Kosten sind eine grobe Schätzung

Die 240 000 Euro, die der Rat jetzt im Haushalt bereitstellen soll, sind lediglich eine Daumenpeilung. Detaillierte Planungen waren aufgrund der kurzen Zeit bisher noch nicht möglich. Die Stadt habe allerdings ziemlich großzügig geschätzt, erklärte Bauamtsleiter Hein Sievers jüngst im Ortsrat. „Wir hoffen, dass wir mit weniger auskommen. Wenn’s gut läuft: 200 000.“

Planungskosten, Trockenbau und Installationsarbeiten bilden die größten Einzelposten bei der städtischen Daumenpeilung. Vor allem die Herstellung der Toilettenanlagen werde sehr viel Geld kosten, glaubt Sievers. Die grobe Kalkulation sieht allerdings auch 60 000 Euro für „Unvorhergesehenes“ vor. Also eine Reserve, von der man hofft, dass man sie nicht braucht.

Entscheidende Ratssitzung am 17. März

Die Finanzierung muss überwiegend über Kredite laufen. Fördermittel gibt es nicht. Zusätzlich zu den Investitionskosten entstehen weitere monatliche Kosten für die Bewirtschaftung des Gebäudes. Mit dem Umbau will die Stadt „kurzfristig nach Beschlussfassung des Rates“ beginnen. Der Rat der Stadt Syke behandelt dieses Thema auf seiner Sitzung am 17. März.

Auf derselben Sitzung soll der Rat nach Möglichkeit auch die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs für den Neubau beschließen.

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