Spagat in Sachen Wunschzettel

Bürgerstiftung will bedürftigen Kindern Geschenke machen, aber sich nicht ausnutzen lassen

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Wie in den vergangenen Jahren wird der Wunschzettelbaum der Bürgerstiftung auch diesmal zu den Weihnachtlichen Kulturtagen im Foyer der Kreissparkasse am Mühlendamm stehen.

Gucci-Schuhe für 500 Euro und dazu die passende Handtasche für 'nen Tausender. „Wenn das ein dringender Wunsch zu Weihnachten ist“, sagt Carola Damm-Heuser und lässt das Ende des Satzes offen. Ein realer Wunsch einer 16-Jährigen, den die Syker Bürgerstiftung für ihren Wunschzettelbaum erhalten hat. Und für die Schriftführerin ein absolutes Negativ-Beispiel.

Syke - Klar, dass solche Wünsche keine Chance haben, erfüllt zu werden oder überhaupt erst an den Baum zu kommen. Die Bürgerstiftung zielt mit ihrer Aktion auf Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Auch in diesem Jahr will die Stiftung solchen Kindern wieder ermöglichen, dass wenigstens ein paar Kleinigkeiten für sie unterm Weihnachtsbaum liegen.

Die Wunschzettel dafür hat sie schon gesammelt. Zu den Weihnachtlichen Kulturtagen am nächsten Wochenende kommen diese Zettel an den Weihnachtsbaum im Foyer der Kreissparkasse. Wer mag, nimmt sich einen Wunschzettel vom Baum und geht damit zu einem Mitglied der Bürgerstiftung im Eingangsbereich. Dort erhält er dann die Informationen, bis wann und wo er das Geschenk abgeben muss. Das Prinzip der gegenseitigen Anonymität bleibt dabei gewahrt.

Kein persönlicher Kontakt zwischen Schenkendem und Beschenktem

Carola Damm-Heuser erklärt: „Der Beschenkte erfährt nicht, wer das Gechenk gekauft hat. Und der Schenkende erfährt lediglich Vorname, Alter und Geschlecht des Beschenkten. Wir stellen keinen persönlichen Kontakt zwischen beiden Seiten her.“

Die Geschenke sollten dabei den Gegenwert von 35 Euro nicht übersteigen, empfiehlt die Bürgerstiftung. Wohl wissend, dass die meisten Wünsche diese Grenze deutlich sprengen. Beats-Kopfhörer, Sportbekleidung, Schulranzen, Fußballschuhe,... – „Der ursprüngliche Gedanke, etwas zum Spielen zu verschenken, verkehrt sich immer mehr in Richtung Markenartikel und alles, was teuer ist“, sagt Damm-Heuser. Und stellt klar, dass die Bürgerstiftung da nicht mitspielt.

Eine gewisse Wirkung in diese Richtung hat die Stiftung schon im Vorfeld erzielt: Mit 154 Wunschzetteln sind dieses Jahr deutlich weniger eingegangen als 2018. Da waren es 248. Für Carola Damm-Heuser eher ein gutes als ein schlechtes Zeichen. Denn für sie trifft die niedrigere Zahl den Anteil der bedürftigen Familien in Syke weit eher als die höhere.

Geschenke-Auslieferung startet am 19. Dezember

Sind die Geschenke erstmal eingesammelt, geht für die Bürgerstiftung die eigentliche Arbeit erst los: Brigitte Haase sortiert die Pakete, Carola Damm-Heuser macht dann eine Ausfahrer-Liste fertig. „Dann holen wir die Pakete ab und fahren los.“ Ab dem 19. Dezember werden die Geschenke ausgeliefert. Das kann sich durchaus bis Heiligabend hinziehen.

„Die, die nichts kriegen, weil sie älter als 14 sind oder gar nicht in Syke wohnen, wissen das schon vorher“, sagt Damm-Heuser. „Die bekommen nämlich ihre Wunschzettel zurück.“

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