Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt exisitert seit zehn Jahren

Sozialkaufhaus hat auch die Skeptiker überzeugt

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Prima Klima im Awo-Sozialkaufhaus in Barrien: Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens wurde der große Verkaufsraum von den Mitarbeitern frisch gestrichen und neu dekoriert. 

Barrien - Von Heiner Büntemeyer. Runder Geburtstag in Barrien: Vor zehn Jahren hat der Awo-Kreisverband Diepholz das Sozialkaufhaus eröffnet. Die Idee dazu hatte der Awo-Kreisvorsitzende Peter Cohrsen. Er hatte in Buchholz/Nordheide eine ähnliche Einrichtung besucht und war fest davon überzeugt, dass so ein Sozialkaufhaus auch hier funktionieren müsste. Bevor es jedoch so weit war, musste er einige Skeptiker von seiner Idee überzeugen.

Räume waren im ehemaligen Gasthaus Hollwedel vorhanden, viele Spenden waren Cohrsen zugesagt worden, und ehrenamtliche Mitarbeiter waren auch schnell gefunden. Das Konzept war schlüssig: Sachspenden sollten gegen ein kleines Entgelt an Bedürftige verkauft werden. Die Einnahmen sollten nur die Kosten decken.

Der häufig geäußerten Frage, ob die Spendenbereitschaft nicht irgendwann nachlassen würde, hielt Cohrsen seinen Optimismus entgegen. Er behielt Recht. Auch zehn Jahre nach der Gründung ist die Spendenflut nicht abgeebbt. „Das Gegenteil ist eher der Fall“, berichtet Sozialkaufhaus-Leiter Kai-Uwe Campe. Gegenwärtig werde viel Mobiliar sowie zahlreiche Haushaltsgeräte vererbt. Da die meisten Erben bereits einen eigenen Haushalt haben, werden diese Gegenstände verschenkt.

Wie Campe berichtet, kommt es vor, dass die Eigentümer dieser „Altlasten“ diese eigentlich zum AWG-Wertstoffhof nach Melchiorshausen bringen wollten, dann aber in Barrien mit den Sachen im Anhänger nachfragten, ob diese vielleicht auch vom Sozialkaufhaus angenommen werden.

Jeder gespendete Artikel wird einer Qualitätskontrolle unterworfen. Außerdem wissen Campe und die Mitarbeiter ziemlich genau, welche Artikel gefragt sind und welche sich wohl zum Ladenhüter entwickeln werden. Ein Beispiel: „Geflieste Stubentische will keiner mehr haben“, so Campe.

Außerdem spielt auch der Zustand der Artikel eine Rolle. Im Sozialkaufhaus wird nichts gereinigt, nichts repariert oder aufgearbeitet. „Dafür fehlen uns sowohl Fachkenntnisse als auch die Zeit.“

Viele helfende Hände machen den Erfolg möglich 

Der Betrieb entwickelte sich hervorragend. 2009 wurde in Bruchhausen-Vilsen eine Dependance eingerichtet. Die Awo beschäftigt in den beiden Sozialkaufhäusern inzwischen 14 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter. Zu ihnen zählt auch Mina Sarabi, die vor zehn Jahren als erste Mitarbeiterin engagiert wurde und noch immer dabei ist. Auch ihre Tochter Mariam Talebi ist im Sozialkaufhaus beschäftigt. Sie wurde jetzt zusammen mit Barbara Banasiak zur stellvertretenden Kaufhausleiterin befördert.

Darüber hinaus wird das Sozialkaufhaus noch immer von Ehrenamtlichen unterstützt. Hinzu kommen Mitarbeiter, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr ableisten, und Menschen, die von Gerichten verhängte Sozialstunden ableisten müssen („Schwitzen statt Sitzen“).

Als sehr positiv bezeichnet Cohrsen die Zusammenarbeit mit der Jobagentur: Regelmäßig werden Langzeitarbeitslose vermittelt, die im Sozialkaufhaus versuchen, sich für den ersten Arbeitsmarkt wieder fit zu machen. Mit guten Erfolgen, wie Cohrssen und Campe bestätigen.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens wurde das Sozialkaufhaus von den Mitarbeitern in Eigenleistung renoviert. Das Sortiment wird jetzt übersichtlicher präsentiert, die Räume erhielten einen neuen Anstrich.

Inzwischen bietet das Sozialkaufhaus auch landkreisweit Hilfe bei Haushaltsauflösungen und Umzügen an.

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