Stadt schützt junge Bäume mit Spezialfarbe vor Sonnenbrand

Sonnencreme für Baum und Borke

Auch Bäume kriegen Sonnenbrand: Diese Buche im Friedeholz hat es sichtbar erwischt. - Foto: Detlef Voges

Syke - Von Detlef Voges.  Wer sich ungeschützt der Sonne aussetzt, kann Probleme bekommen. Das gilt auch für Bäume. In Syke gibt es einige mit Sonnenbrand. Die Stadt baut vor und hilft – mit Sonnencreme.

„Wir streichen die Stämme der Jungbäume mit einer weißen Pflanzenschutzfarbe ein“, sagt Stadtbiologin Angelika Hanel.

Nur wenige Stunden Sonneneinstrahlung reichen schon, um nachhaltige Schäden hervorzurufen. Die Rinde platzt auf, die Bäume können daran eingehen. Buchen sind besonders empfindlich. Für die Stadtbiologin sind solche Sonnenschäden auch eine Folge des Klimawandels mit immer extremeren Wetterphänomen. Zu wenig Wasser im Winter und im Frühjahr – zu viel im Sommer.

Manche Kommunen erkaufen sich ihr intensives Stadtgrün durch Bäume und Büsche mit kürzerer Lebensdauer. „Vielfach werden heute Bäume auf Zeit gepflanzt“, betont Hanel und spricht von Hungerstandorten. 80 Jahre und ältere Bäume zu erhalten, werde dagegen immer schwerer.

Die Stadt hat eine Idee aus Berlin übernommen und Jungbäumen im unteren Bereich des Stammes einen Wassersack aus grünem Plastik verpasst. Jeder fasst 75 Liter. Die versickern im Lauf von fünf bis sechs Stunden im direkten Umfeld des Baumes. Jungbäume mit solchen Wasserreservoirs sind beispielsweise in der Hauptstraße und am Mühlenteich zu finden.

Ein anderes Problem hat Baumpfleger Thomas Niebuhr ausgemacht: „Stadtbäume haben oft einfach zu wenig Platz.“ Niebuhr ist überzeugt, dass so mancher alte Baum hätte gerettet werden können, wenn man ihm zum Beispiel beim Bau eines umgebenden Parkplatzes mehr Luft gelassen hätte.

Einen Königsweg für Syke sehen Hanel und Niebuhr nicht. „Wir stehen ja erst am Anfang mit unseren Erkenntnissen“, betont Hanel und erinnert an die bereits gepflanzten, vermeintlich resistenteren Klimabäume (wir berichteten), die mit weniger Wasser auskommen und sich auch gegen aggressivere Schädlinge durchsetzen können. Die Stadtbiologin und der Baumpfleger werden ein Auge darauf haben. Denn für sie geht es um das nachhaltige Grün in der Stadt.

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