Schöne Konzert-Atmosphäre am Vorwerk

Viele wollen kurz lauschen – und bleiben

+
Einfühlsam und mitreißend: (v.l.) Bobbo Byrnes, Sam Barnard, Emily Graham-Handley und Nico Rivers.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Am Freitag waren alle Zutaten für ein wunderbares Abendkonzert vorhanden: Nach einem heißen Tag senkte sich die Sonne dem Horizont entgegen, über das Gelände am Vorwerk wehte eine erfrischende Brise und vor dem Konzertpavillon standen im Halbkreis Stühle für die Besucher. Auch einige der Musiker waren nicht zum ersten Mal in Syke, sodass es die Veranstalter zu Beginn des „Songs & Whispers“-Konzerts mit Bobbo Byrnes, Nico Rivers, Emily Graham-Handley und Sam Barnard doch ein wenig überraschte, dass kaum 50 Besucher erschienen waren.

Aber das änderte sich. Im Verlaufe der Veranstaltung erschienen nach und nach weitere Zuhörer – einige ganz gezielt, andere eher zufällig, weil sie auf ihrer Feierabend-Radtour im Garten des Vorwerks Musik gehört hatten und „nur mal eben“ lauschen wollten, wer da musizierte. Aber sie blieben, denn das, was die Künstler servierten, gefiel ihnen ausgezeichnet.

Den ersten Part hatten Bobbo Byrnes und Sam Barnard übernommen. Kraftvoll, rhythmisch und trotzdem sehr melodisch berichtete Bobbo Byrnes von seinen Road-Trips durch die USA. Auf seiner Lieblingsgitarre beschrieb er, was von seinem Elternhaus geblieben ist, und vom Tod seines Vaters, den er verarbeitete, indem er im Mondlicht mit seinen Freunden Bourbon trank. Und dann ging es wieder um ganz alltägliche Dinge. Zum Beispiel darum, dass er nach einem Auto sucht, das nicht ständig kaputtgeht.

Aber Bobbo Byrnes schaute auch genauer hin und beklagte, wie schwer es ist, mit Menschen zu leben, die Donald Trump gewählt haben. Davon sang er einfühlsam, laut und ungestüm in seinen ganz starken Songs „Angelia“ und „One, Two, Three Thousand Miles Back to You“.

Mit einem „Ditto Looper“ sorgte er zwischendurch immer wieder für effektvolle Audio-Schleifen, die sein Spiel auf der Akustik-Gitarre betonten. Bobbo Byrnes erwies sich tatsächlich als die in der Ankündigung beschriebene „Rampensau“: Immer wieder suchte er den Kontakt zum Publikum und verließ den „Musiktempel“, wobei er besonders authentisch rüberkam.

Perfekt aufeinander abgestimmt

Wie vielfältig der amerikanische Songwriter-Folk ist, bewiesen im zweiten Teil des Abends Nico Rivers und Emily Graham-Handley mit einem Mix aus Folk und Indie-Rock. Emily Graham-Handley erwies sich durchaus als ebenbürtige Partnerin von Nico Rivers. In ihren Soloparts überzeugte sie mit ihrer einfühlsamen und klaren Stimme. Die gemeinsamen Songs waren perfekt aufeinander abgestimmt.

Unverkennbar ist Nico Rivers Inspiration durch Paul Simon, aber auch Neil Youngs „Searching for a Heart of Gold“ befand sich in seinem Repertoire. In seinen persönlichen Liedern geht es um die eigene Vergänglichkeit, um das Nebeneinander von Religionen. In dem Song „Ghost“ beschreibt er den Religionen-Mix in der eigenen Familie. Der „Love Song to a Witch“ entstand als Protest gegen einen Hexenprozess in Massachusetts. 

Mit dem versöhnlichen „Say Hello“, verabschiedeten sich Nico Rivers und Emily Graham-Handley – doch damit war das Konzert noch nicht ganz zu Ende. Zum Schluss sagten sie noch einmal gemeinsam mit Bobbo Byrnes und Sam Barnard mit einem „Amazing Friday evening“ Tschüss.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Großfeuer in Sulingen: Eine Bewohnerin verletzt

Großfeuer in Sulingen: Eine Bewohnerin verletzt

Tagestour in den Grand Teton-Nationalpark

Tagestour in den Grand Teton-Nationalpark

Lira-Krise: Türkei unterdrückt Kritik an Wirtschaftslage

Lira-Krise: Türkei unterdrückt Kritik an Wirtschaftslage

Einheimischer Alltag als Touristenattraktion

Einheimischer Alltag als Touristenattraktion

Meistgelesene Artikel

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine Bewohnerin verletzt

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine Bewohnerin verletzt

Highlands in Abbenhausen

Highlands in Abbenhausen

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Kommentare