AUS DEM GERICHT Jugendlicher wegen Bedrohung und Körperverletzung angeklagt

Sollte das Haus angezündet werden?

Barrien – Wegen Bedrohung und Körperverletzung sprach der Jugendrichter am Amtsgericht Syke gegen einen Jugendlichen aus Barrien eine Verwarnung aus. Als „Denkzettel“ gab es eine Geldauflage von 400 Euro. Ein mitangeklagter Erwachsener wurde wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe unter Vorbehalt (zur Bewährung ausgesetzt) von 900 Euro (30 Tagessätze zu je 30 Euro) verurteilt.

Der Jugendrichter und der Staatsanwalt waren überzeugt, dass der Jugendliche wie auch der Mitangeklagte an einem Apriltag in diesem Jahr in Barrien einem in der Nachbarschaft wohnenden Mann gedroht hatten, sein Haus anzuzünden. Zudem soll der Jugendliche den Nachbarn geschubst haben. Letztere habe sich an den Dornen einer Hecke Verletzungen zugezogen.

Zwischen dem Jugendlichen und dem Nachbarn war es an jenem Apriltag zu einem verbalen Streit und dann zu einer Rangelei, die an einer Dornenhecke endete, gekommen. Der angeklagte Jugendliche sagte dazu: „Wir standen Nase an Nase, ich bat ihn, wegen Corona Abstand zu halten“. Das habe der Mann nicht getan. Der Mann habe ihm einen Schlag versetzt, und er (der Jugendliche) habe ihn geschubst. Dann habe ihn der Mann in den Schwitzkasten genommen und fast die Kehle zugedrückt. Daraufhin seien sie in eine Dornenhecke gefallen.

Sowohl der Jugendliche wie auch der Erwachsene erlitten heftige Kratzer. Der Jugendliche und der Mitangeklagte (Mitglied in der Familie des Jugendlichen), der am Tatort erschien, weil er mit dem Hinweis alarmiert worden sein soll, dass der Jugendliche von dem Nachbar geschlagen werde, bestritten die Vorwürfe, insbesondere die angeklagte Bedrohung.

Der Mitangeklagte räumte ein, gesagt zu haben: „Du wirst schon sehen, was Du davon hast“. Die Drohung, das Haus anzuzünden, sei, so gaben beide Angeklagte an, nicht gefallen. Der Nachbar schilderte im Gerichtssaal als Zeuge das Geschehen wesentlich anders. Ursprung des Streits mit dem Jugendlichen soll gewesen sein, dass dieser Müll auf sein Grundstück geworfen habe. Am Apriltag habe er das beobachten können als er im Garten arbeitete. „Ich sprach ihn deswegen an, er beleidigte mich und kam aggressiv auf mich zu und sagte, ich solle mich verpissen“, gab der Zeuge an und sagte weiter: „Er drückte mich in die Dornenhecke, ich wehrte ihn ab und nahm ihn in den Schwitzkasten.“

Dann sei der Mitangeklagte gekommen. Zudem sei gesagt worden: „Du wirst schon sehen, was Du davon hast.“ Der Zeuge: „Das war eine sehr eindringliche Bedrohung für mich.“ Die Ehefrau des Zeugen bestätigte die Aussage ihres Mannes. Im Strafprozess klang mehrfach an, sich auf gütliche Weise, zum Beispiel mit einem Täter-Opfer-Ausgleich und Gesprächen miteinander zu einigen. Am Ende fiel die Entscheidung über das Urteil.

Der Anklagevertreter machte klar, dass er dem Zeugen, der das Geschehen sachlich geschildert habe, Glauben schenke. Der Jugendliche habe die Körperverletzung begangen und ebenso wie der Mitangeklagte dem Nachbarn gedroht, dessen Haus abzufackeln.

Der Anwalt, der dem bisher unbestraften Jugendlichen zur Seite stand, wies darauf hin, dass sein Mandant mehrfach den Zeugen um Einhaltung des Sicherheitsabstandes gebeten habe. Er habe bei der Auseinandersetzung von seinem Notwehrrecht Gebrauch gemacht. Das Geschehen sei ausgeufert, eine Bedrohung nicht nachweisbar. Der Anwalt forderte Freispruch. Der Strafrichter verurteilte die Angeklagten und betonte, dass die Aussagen des Zeugen nachvollziehbar gewesen seien.

Von Dieter Niederheide

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein
300 Meter langer Damm für Bassum

300 Meter langer Damm für Bassum

300 Meter langer Damm für Bassum
Waldgebiet des Jahres 2022: Auszeichnung für Erdmannwälder bei Bassum

Waldgebiet des Jahres 2022: Auszeichnung für Erdmannwälder bei Bassum

Waldgebiet des Jahres 2022: Auszeichnung für Erdmannwälder bei Bassum

Kommentare