Bürgerbus: Stabile Fahrgastzahlen

„Sind schnell an der Grenze“

Bürgermeisterin Suse Laue, zweiter Vorsitzender Prof. Dr. Carsten-W. Müller und erste Vorsitzende Renate Brüning freuen sich über eine konstant hohe Auslastung des Syker Bürgerbusses. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Tobias Kortas. „Stabile Auslastung auf hohem Niveau“: Diese Bilanz zieht Prof. Dr. Carsten-W. Müller, zweiter Vorsitzender des Syker Bürgerbus-Vereins, für das erste Halbjahr. 8.696 Fahrgäste nutzten den Bürgerbus von Januar bis Juni. Im ersten Halbjahr 2015 waren es noch 8.580 Personen gewesen.

Die Statistiken hat Carsten-W. Müller, der an der Hochschule Bremen im Labor für Verkehrswesen und Städtebau tätig ist, ganz genau erstellt. Rund 67 Prozent der acht Sitzplätze waren im Durchschnitt des ersten Halbjahrs 2016 besetzt. 32 Fahrer haben 60 Schichten pro Monat geleistet, was 1,9 Schichten pro Fahrer entspricht.

Was sich nach Luxus anhört, ist für den Bürgerbus-Verein tatsächlich ein Problem. „32 Fahrer reichen nicht“, macht Müller klar. „Viele können nicht so oft ran. Wir müssen die Fahrer entlasten.“ Schließlich handele es sich beim Fahren des Bürgerbusses um eine Tätigkeit, die in der Freizeit erledigt wird. Damit die nicht zur Pflicht werde, sei ein entsprechend großes Reservoir an Fahrern nötig.

Und ein Problem kommt noch dazu: Die „Peaks“ nach oben bei der Fahrgastzahl, wie es Carsten-W. Müller ausdrückt. „Es gibt Tage, an denen die Kapazitäten des Bürgerbusses schnell an ihre Grenzen stoßen“, berichtet Vorsitzende Renate Brüning. Kopfschmerzen haben den Fahrern besonders in den letzten drei Wochen vor den Sommerferien die Flüchtlinge bereitet, die den Bürgerbus auch in Großfamilien nutzen.

Das Problem liegt auf der Hand. „Es macht die Fahrer auch persönlich betroffen, wenn sie eine 80-jährige Frau am Straßenrand stehen und auf ein Taxi warten lassen müssen“, sagt Müller. Und Brüning ergänzt: „Ich bin häufig mitgefahren und habe versucht, den Flüchtlingen das Prinzip Bürgerbus zu erklären.“ So sollten sich junge Männer stattdessen mit dem Fahrrad auf den Weg zu Sprachkursen machen.

Mittlerweile habe sich die Situation wegen geänderter Zeiten der Sprachkurse etwas entspannt. Trotzdem sucht der Bürgerbus-Verein nach Lösungen. Müller: „Wir könnten ein Taxi hinterher fahren lassen.“ Doch das müsse erst einmal finanziert werden. „Vielleicht durch Sponsoren“, überlegt Müller.

Auch über einen zweiten Bus denkt der Verein nach. Doch dafür müssten noch einmal deutlich mehr Fahrer her. „Es ist ein gutes Gefühl, etwas Soziales zu machen. Das bekommt man bei uns ganz umsonst“, wirbt Müller. „Die Stadt stützt sich auf den Bürgerbus“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. „Wer Zeit hat, darf den gerne fahren.“

www.buergerbus-syke.de

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