Sharlien Ehlers (16) bereitet sich auf ein Jahr in Südkorea vor

Zwei Koffer Gastgeschenke

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Beeindruckende Ausbeute: Viele der Konzerne, Institutionen und Vereine, die Sharlien Ehlers anschrieb, stellten der 16-Jährigen Pins oder ähnliche Kleinigkeiten zur Verfügung.

Syke - Von Frank Jaursch. Der Countdown läuft für Sharlien Ehlers: Noch acht Tage, dann fliegt die 16-jährige Sykerin für ein Jahr nach Südkorea. 8500 Kilometer entfernt, wird sie in eine völlig fremde Welt eintauchen – als Teil des Rotary-Jugendaustauschprogramms. Und Sharlien fährt nicht mit leeren Händen nach Ostasien: Ihr Gepäck besteht auch aus zwei Koffern voller Gastgeschenke.

„Asien reizt mich, es soll total toll sein“, sagt sie zu ihrer ungewöhnlichen Wahl. Bundesweit fahren in diesem Jahr überhaupt nur vier Mädchen aus Deutschland zum Austauschjahr nach Südkorea. Seit November eignet sie sich Grundzüge der Sprache und der Schrift an. Und sie hat einen besonderen Trumpf: Die Tochter in ihrer Gastgeber-Familie war selbst ein Jahr in Deutschland; mit ihr steht sie bereits in regem Kontakt.

Geschenke für die Gastgeber haben eine lange Tradition beim Schüleraustausch. „Die Südkoreaner stehen da auf typisch deutsche, kitschige Sachen“, weiß Sharlien aus Gesprächen mit anderen Austauschschülern. Gartenzwerge zum Beispiel. Also landen zwei in ihrem Gepäck. Und nach Süßigkeiten „Made in Germany“ sind sie ganz verrückt. Kein Problem, ein paar Kilo Gummibärchen & Co. finden sicher noch Platz.

Noch einen weiteren Spleen kennt die junge Sykerin: Ansteck-Pins gelten unter Austauschschülern geradezu als Währung – zumindest als beliebtes Sammelobjekt. „Die reißen die einem aus den Händen.“ Die Rotary-Blazer werden im Laufe der Zeit mit immer mehr Pins bestückt „und kommen am Ende fünf Kilo schwerer zurück nach Hause“.

Aus diesem Grund suchte Sharlien Mitte Juli hundertfach den Kontakt zu deutschen Firmen, Verbänden und Einrichtungen. Ihre Bitte: Schickt mir Pins oder andere Artikel, die als Gastgeschenke dienen können.

Mit beeindruckendem Erfolg: Nur etwa ein Drittel meldete sich nicht, von einem weiteren Drittel gab es eine negative Antwort. Aber immerhin etwa jeder dritte Adressat schickte Kleinigkeiten. „Manchmal kamen hier an einem Tag fünf Umschläge an“, lacht die Jugendliche.

Sharlien breitet die kleinen Kostbarkeiten auf dem Tisch vor sich aus – ein wildes Sammelsurium. Airbus-Flugzeuge und Deutschlandflaggen vom DFB, Seenotretter und Whiskas-Kätzchen – und Dutzende Konzern- oder Parteien-Schriftzüge: Avacon und der Münchner Merkur, SPD und Grüne.

Auch die Stadt Syke zeigte sich spendabel – nun geht eine Packung schokoladige Syker Gold-Taler nach Fernost. Der Deutsche Schützenbund erkundigte sich sogar nach ihrer T-Shirt-Größe, schickte ihr ein T-Shirt und ermunterte sie, aus Südkorea ein Foto mit einem kurzen Bericht zu schicken. Kein Problem für Sharlien: Die 16-Jährige will über ihr Jahr in Südkorea ein Blog führen, so dass auch Freunde in Deutschland an ihrem Leben teilhaben können.

http://www.sharliensauslandsjahr.blogspot.de/

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