Serie „Mein Lieblingsstück“: Kreismuseums-Mitarbeiter zeigen, was sie im Museum tun – und was sie besonders lieben

Fotos schicken Werner Wachendorf auf Zeitreise

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Werner Wachendorfs Steckenpferd im Kreismuseum ist das Bildarchiv. In die historischen Fotos von Syke kann sich der 72-Jährige lange vertiefen – auf der Suche nach Erinnerungen und neuen Erkenntnissen.

Von Frank Jaursch. Zehntausende Besucher in jedem Jahr, zahlreiche Veranstaltungen und jedesmal so viel zu sehen und zu erleben: Das Kreismuseum ist seit Jahrzehnten eine feste Institution – in Syke und im Landkreis.

Viele Hände sind erforderlich, damit sich das historische Gebäudeensemble auf dem malerischen Gelände an der B6 in der Vielfalt präsentiert, die es auszeichnet. Einige der Mitarbeiter arbeiten an vorderster Front, andere weitgehend unbemerkt im Verborgenen.

Und jeder von ihnen hat einen Bereich, einen Platz, ein Exponat, das einen besonderen Reiz ausübt. Wir haben eine Reihe von Mitarbeitern im Kreismuseum nach ihren „Lieblingsstücken“ gefragt. Die Antworten gaben zugleich Einblicke in ihre Arbeit und in ihre Vorlieben frei.

Unsere kleine Serie beginnt mit einem Kreismuseums-Helfer, der seit Jahren jenseits der großen Veranstaltungen einen wertvollen Beitrag leistet: Werner Wachendorf. Seit neun Jahren kümmert sich der 72-Jährige darum, das Bildarchiv auf Vordermann zu bringen. „Als ich 2006 hier angefangen habe, war das Archiv verwaist“, erzählt er. Nur etwa 20 Prozent der Fotos waren digital erfasst.

Es war – und ist – eine Herkulesaufgabe, alle Bilder zu digitalisieren, zu nummerieren und in die Datenbank zu integrieren. Fein säuberlich nach Sachgruppen wie „Landwirtschaft“, „Gaststätten“ oder „Kleidung“ sortiert Wachendorf die Bilder.

Er hat den Großteil seines Lebens in dieser Region verbracht. „Da kennt man sich ganz gut aus.“ Und das hilft, wenn man die alten Schwarzweiß-Fotos aus vergangenen Zeiten vor sich liegen hat – oder Werke von Werner Kühl oder anderen Syker Malern. In Wachendorfs Büro stehen zwei Hängeregistraturschränke. „Früher waren die beide voll“, schmunzelt der Halbetzer. Seit das Bildarchiv mehr Struktur verpasst bekommen hat, reicht einer.

Im zweiten Schrank befinden sich kleine Museumsschätze: Originalbilder, für die es keine Negative mehr gibt. Wachendorf holt ein altes Foto hervor: Eine Syker Szene vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die Hauptstraße in ihrer geräumigen Pracht, gut zwei Dutzend Menschen auf der Straße. Wachendorf deutet auf eines der Häuser: „Das da hinten steht heute noch, das war früher ‚Stolte‘.“ Jeder Blick auf ein Bild ist für ihn eine Reise in die Vergangenheit. Und ruft manche verschüttet geglaubte Erinnerung hervor. Das nächste Bild, ein paar Jahrzehnte jünger. Wachendorf deutet auf eine Markise: das Gebäude von Ofen-Romeike, zu jener Zeit das Geschäft von „Radio Nehring“. „Da haben wir ‘54 an der Scheibe gestanden und die Fußball-WM geguckt.“

Seine Arbeit macht Werner Wachendorf nach wie vor Freude. Auch wenn sie jenseits der Öffentlichkeit stattfindet. Er blickt zu den Schränken mit den sauber erfassten Bildern. „Da soll das Museum selbst den Nektar draus saugen.“

Eine fünfstellige Zahl an Fotos und Bildern ist mittlerweile archiviert. „Die Arbeit“, sagt Wachendorf, „endet nie.“

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