Trotz vorliegender Baugenehmigung überlegt Edeka den Ausbau in Barrien neu

Der Dauerbrenner an der Sudweyher Straße

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Die Ist-Situation am Barrier Edeka-Markt. Nach den jüngsten Plänen des Unternehmens würde die jetzige Markthalle ein Fall für die Abrissbirne. Das Gebäude links am Bildrand bliebe erhalten.

Syke - Von Michael Walter. Es gibt Bauvorhaben, die dauern einfach länger. Mitunter Jahre. Weil sie umstritten sind, weil sich während der Planungsphase grundsätzliche Bedingungen ändern oder weil unerwartete Schwierigkeiten eintreten.

Das Hachepark-Center in Syke ist ein Paradebeispiel dafür. Anfang der 90er lagen die ersten Ideen auf dem Tisch. Eröffnet wurde es 2001 – in ganz anderer Form und an anderer Stelle als anfangs mal gedacht.

Ob sich das beim Edeka-Markt in Barrien ähnlich verhält, ist noch nicht raus. Aber es könnte gut sein, dass die Pläne, über die Rat und Politik jahrelang beraten haben, demnächst in der Schublade verschwinden und durch neue ersetzt werden.

Den aktuell gültigen Bebauungsplan für das Areal an der Sudweyher Straße hat der Rat im Dezember 2012 beschlossen, und zu diesem Zeitpunkt war die Erweiterung des Markts schon jahrelang in der politischen Diskussion. So richtig vorwärts ging es auch danach nicht. Erst gab es Probleme mit der Oberflächenentwässerung, dann wechselte der Investor den Architekten. Seit April 2015 liegt jetzt die Baugenehmigung vor. Doch inzwischen überlegt das Unternehmen, ob es nicht noch einmal völlig neu planen sollte.

Grund: Bisher war die Idee, die vorhandene Markthalle zu vergrößern und im hinteren Bereich des Grundstücks Parkplätze zu schaffen. Weit praktischer und damit für Edeka sinnvoller wäre allerdings, wenn man es genau umgekehrt machen würde. Also die Parkplätze nach vorn, und hinten eine neue Markthalle bauen. Die alte würde dann abgerissen werden. Das würde allerdings bedeuten: Die gesamte Diskussion müsste noch einmal von vorne losgehen. Im Ortsrat, im Bauausschuss und schließlich im Rat der Stadt. Und dann müsste der Landkreis die neue Planung anschließend erst noch genehmigen.

Für Sykes Bauamtsleiter Timo Fleckenstein ist klar: Wird die jetzige Markthalle abgerissen, müsste aus städtebaulicher Sicht an dieser Stelle wieder etwas hin, damit der Straßencharakter dort erhalten bleibt. Grafik: Fleckenstein, Stadt Syke

Wenn es soweit kommt, hätte Timo Fleckenstein als Leiter des Fachbereichs Bau im Rathaus zusätzlich zum eigentlichen Bauvorhaben einen Nebenaspekt, der ihm am Herzen liegt. Dabei geht es um die Frage: Was passiert an der Stelle, wo heute die Markthalle steht? Für ihn ist klar: Da müsste wieder was hin, und das sollte nach Möglichkeit mit den Gebäuden links und rechts sowie auf der gegenüberliegenden Straßenseite korrespondieren. Der Investor dürfte von sich aus hingegen wenig bis gar kein Interesse daran haben. Wer baut, will das schließlich so effizient und kostengünstig wie möglich. Und ein Ästhetik-Gewinn an dieser Stelle würde für ihn zunächst einmal zusätzliche Kosten bedeuten.

Also muss Fleckenstein Überzeugungsarbeit leisten und einen möglichst guten Kompromiss erzielen. Selbst wenn der am Ende vielleicht nur aus einer besonders hübschen Bushaltestelle bestehen sollte – was tatsächlich eine Möglichkeit ist, die zur Disposition steht.

Auch wenn Fleckenstein etwas anderes lieber hätte, wäre das aus städtebaulicher Sicht immer noch besser als eine bauliche Lücke mit freier Sicht quer über den Parkplatz dahinter. „Dann wäre der Straßencharakter an dieser Stelle zerstört, und das würde sich auch auf die Gebäude gegenüber nachteilig auswirken.“

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