Zwischenfrüchte auf den Feldern

Senf verbessert den Boden im Landkreis

+
Blühende Zwischenfrüchte bei Wetschen: Hinter dem weiß blühenden Ölrettich liegt ein gelber Senf-Blühstreifen.

Landkreis Diepholz - Von wegen trister Winter: Während in Privatgärten tatsächlich noch Margeriten und Rosen ihre Pracht entfalten, blüht den Landwirten zurzeit ganz genauso was – Senf und Ölrettich. Die gelben Senf- und die weißen Ölrettich-Blüten erstaunen nicht wenige Bürger.

Stefan Meyer, Pressesprecher des Landvolks Diepholz, erklärt den Hintergrund der blühenden Felder: „Beide Pflanzen zählen zu den sogenannten Zwischenfrüchten. Landwirte haben sie ausgesät, weil sie großen Nutzen für die Bodenqualität und die Umwelt bringen.“

Theo Runge, Vorsitzender des Landvolks Diepholz, weiß genau: „Sie sind eine Wohltat für den Boden. Die Frucht zwischen den Früchten bereitet den nachfolgenden Hauptfrüchten wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben, die erst im Frühjahr in die Erde kommen, eine gute Vorfrucht.“

Speicher für Stickstoff

Will heißen: Die Zwischenfrüchte schützen die Äcker vor Erosion und Unkraut. Außerdem nehmen die Pflanzen den noch vorhandenen Stickstoff im Boden für das eigene Wachstum auf und verhindern so die Auswaschung ins Grundwasser. „Zusätzlich lockern die Wurzeln der Pflanzen die Ackerkrume auf, was den Organismen im Boden guttut“, betont Runge. Die nicht winterharten Zwischenfrüchte frieren ab und sorgen so für reichlich Futter für Regenwürmer und Mikroorganismen, die die Pflanzenreste in wertvollen Humus umwandeln.

„Die blühenden Zwischenfrüchte im Herbst waren gut für die Insekten, auch die jetzt noch stehenden Pflanzen sind für die Natur ein Gewinn, denn sie bieten den Wildtieren Schutz und Nahrung“, fügt Meyer hinzu.

Drittgrößter Agrarlandkreis

Der Landkreis Diepholz gehört in Niedersachsen zu den größten Agrar-Landkreisen, wenn es um die landwirtschaftlich genutzte Fläche geht. Mit 129 528 Hektar steht er landesweit an dritter Stelle, geht aus einer Erhebung des Statistischen Landesamtes für das Anbaujahr 2016 hervor. Demnach haben nur die Landkreise Emsland (162 521 Hektar) und Cuxhaven (136 258 Hektar) mehr landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Beim Ackerland hat der Landkreis Diepholz mit 106 746 Hektar sogar den landesweit zweitgrößten Wert – davor liegt nur der Landkreis Emsland mit 146 868 Hektar.

Jedoch vergleichsweise wenig Weiden, sprich Dauergrünland, kann der Landkreis Diepholz vorweisen. Mit 22 239 Hektar liegt er abgeschlagen auf Platz sieben – hinter den Landkreisen Leer (49 477), Wesermarsch (49 268), Aurich (42 712), Rotenburg (40 399), Stade (29 718) und Friesland (29 079), was aber ein Indiz für fruchtbaren Boden ist.

Beim Maisanbau liegt der Landkreis Diepholz mit 32 404 Hektar landesweit auf Platz fünf – nach den Landkreisen Emsland (53 203), Rotenburg (49 428), Cuxhaven (34 853) und Cloppenburg (34 466). Und er gehört zu den vier großen Kornkammern Niedersachsens, denn auf 46 527 Hektar wächst Getreide – mehr sind es nur im Landkreis Emsland (59 967), der Region Hannover (54 025) und im Landkreis Osnabrück (53 251).

sdl

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Zehn Berufe, in denen Sie richtig gut verdienen - ohne Chef zu sein

Zehn Berufe, in denen Sie richtig gut verdienen - ohne Chef zu sein

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Schützenfest Kirchlinteln bei bester Stimmung

Schützenfest Kirchlinteln bei bester Stimmung

Wie werde ich Maurer/in?

Wie werde ich Maurer/in?

Meistgelesene Artikel

Lotto-Spieler aus dem Kreis Diepholz gewinnt 8,38 Millionen Euro

Lotto-Spieler aus dem Kreis Diepholz gewinnt 8,38 Millionen Euro

Badesee-Test: Das sind die beliebtesten Gewässer zwischen Stuhr und Diepholz

Badesee-Test: Das sind die beliebtesten Gewässer zwischen Stuhr und Diepholz

Viele Angebote, aber wenig Gäste beim Familien-Sommerfest

Viele Angebote, aber wenig Gäste beim Familien-Sommerfest

Dreimal nach Russland und zurück: Bassumer reisten zur WM 2018

Dreimal nach Russland und zurück: Bassumer reisten zur WM 2018

Kommentare