Die Retter der Parkplatzparty

Selbstbewusster Abiturjahrgang nimmt Abschlusszeugnisse entgegen

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Raus mit Applaus: Für die Abiturienten des Jahrgangs 2017 gab es viele lobende Worte.

Syke - Von Detlef Voges. „Happy Ending“, „Let me go“, „Ich bin dabei…” – die Musiktitel passten inhaltlich zur Entlassungsfeier des Abiturjahrgangs 2017 am Gymnasium Syke. Sie pendelten die Stimmung aus zwischen Freude und Unsicherheit, Stolz und Trennungsschmerz, Einschnitt und Neubeginn.

Die Schüler dominierten das Bild in der farbenfroh geschmückten Sporthalle, quantitativ, optisch und selbstbewusst, ob im Chor, an Instrumenten oder als Redner am Mikro. Die Abiturientensprecher Paula Brötzmann und Carl-Moritz Köster zogen eloquent und provokant Bilanz (der Name Brötzmann fiel an diesem Abend aufgrund besonderer Leistungen der jungen Dame noch häufiger). 

Stimmegwaltiger Chor

„4311 Tage Schulzeit und davon 2871 Tage am Gymnasium, wir haben hier Geschichte geschrieben und sind ein Teil davon“, so das Duo im Namen des Abi-Jahrgangs. Die Sprecher dankten Lehrern, Eltern und dem Sekretariats-Trio (die drei Damen wurden an diesem Abend auch öfter gelobt), erinnerten aber auch an traditionellen Schülerunfug, der im Forum mit wissenden Lachern begleitet wurde. „Muss Geschichte nachgeschrieben werden?“, fragte provozierend Paula Brötzmann.

Auch als Chor wusste der Abi-Jahrgang zu überzeugen. Im Gegensatz zum Vorjahr mit gestärkter Man-Power intonierte das Ensemble stimmgewaltig Cluesos „Ich bin dabei“, „We’re all in this together“ aus dem High School Musical und ein musikalisches Medley aus bekannten Stücken.

„Übernehmen Sie Verantwortung auch für die Schwachen“

Die Schüler hatten in diesem Jahr offenkundig überhaupt gepunktet. Andreas Gläser, stellvertretender Schulleiter, verlas ein Grußwort des abwesenden Schulleiters Jan Ziemann. Darin lobt dieser den Schuljahrgang als verlässlichen Partner und als „Retter der Parkplatzparty“, die im vergangenen Jahr aus dem Ruder gelaufen war und vor dem Aus stand.

Der stellvertretende Landrat Ulf Schmidt appellierte an die Verantwortung der Abiturienten als einer Klientel, die im Leben Schlüsselrollen besetzten. „Übernehmen Sie Verantwortung auch für die Schwachen, die brauchen es“, betonte Schmidt, der die nun wahlberechtigten Ex-Schüler zudem eindringlich aufforderte, ihr Wahlrecht auch wahrzunehmen, damit Demokratie funktioniere.

In die gleiche Kerbe schlug Dr. Lars Kaschke in seiner Rede an die Abiturienten. Ignoranz und Apathie schadeten einer Demokratie, so der Lehrer. „Mischen Sie sich ein, denn Demokratie kann auch verloren gehen“, betonte der Pädagoge. „Was Sie auch tun, reisen Sie aber nicht mit allzu schwerem Gepäck“, meinte Kaschke abschließend heiter-ironisch

Elternsprecherin Ariane Becker-Mordhorst machte den Abiturienten auf deren „spannendem Weg ins Leben“ Mut. Es gebe eine Fülle an beruflichen Möglichen und Menschen, die sie begleiten könnten, so die Elternsprecherin.

Die Grundlage dafür hätten Lehrer und Eltern geschaffen. Darauf insistierte Andreas Gläser, der dem Landkreis als Schulträger für die räumliche und technische Ausstattung der Schule dankte.

Das greifbare Ergebnis waren die Abi-Zeugnisse im Allgemeinen und die Auszeichnung einzelner Abiturienten für herausragende Leistungen im Besonderen, vorgenommen durch den Vorsitzenden des Fördervereins, Mario Dänekas.

Für die anderen stimmungsvollen Noten zwischendurch sorgten die Rockband Friday und Jutta Röscher-Somke mit ihrem Chor.

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