Der satirische Ausblick auf Dinge, die im Jahr 2014 in Syke bestimmt genau so kommen werden

Von Seilbahnen und Schwafel-Schweinen

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Auf Kuschelkurs: In Syke werden Meinungsverschiedenheiten 2014 in einer Atmosphäre der Wärme und Nächstenliebe aus der Welt geschaffen.

Syke - Von Frank Jaursch  und Michael Walter. Fragen Sie uns bitte nicht, wo wir all die Informationen herhaben: Ein Journalist nennt seine Quellen nicht. Dennoch können wir bereits ein Jahr früher als gewohnt den Rückblick auf das kommende Jahr präsentieren.

5.1.: Am ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres verliert der Vorsitzende der Syker Werbegemeinschaft Michael Lux eine Wette und muss fortan für eine echte Fußgängerzoneentlang der Hauptstraße Werbung machen.

19.1.: Beim Neujahrsempfang kündigt SPD-Fraktions-Chef Heinfried Schumacher an: In Folge seiner  guten Vorsätze fürs neue Jahr werde er in politischen Gremien fortan auf jegliche Polemik verzichten und sich nur noch sachlich zu Wort melden. Spontan wird er daraufhin per Akklamation zum Bürger des Jahresernannt.

31.1.: Der Syker Rat nimmt sich ein  Beispiel an Schumacher und führt mit sofortiger Wirkung das „Schimpf-Schwein“ ein: Für jede unsachliche Bemerkung müssen die Ratsmitglieder fortan fünf Euro  einwerfen. Ein Bürgerantrag zur Einführung des „Schwafel-Schweins“ findet überraschenderweise keine Mehrheit.

7.2.:Die erst im Dezember reparierte Turmuhr an der Barrier Kirchegibt schon wieder den Geist auf: Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Fahrradwerkstatt der Barrier Butze gelingt erneut eine kostengünstige Reparatur.

24.3.:Das geplante Golfhotelsorgt in Okel weiterhin für Ärger. Die Anwohner-Initiative gegen das Projekt droht wegen der erwarteten Mehrbelastung durch Pkw-Verkehr mit dem Gang zum Gericht. Der  Investor schlägt daraufhin vor, zur Entlastung den Zubringerverkehr durch einen Hubschrauber-Shuttle-Servicezu bewältigen.

9.4.: Anlaufschwierigkeiten: Nach Gründung einer gemeinsamen Netzbetreibergesellschaft legen die Stadtwerkeund ihr Partner Avacon Pläne für einen eigenen Strompreisvor. Die Stadtverwaltung erwägt daraufhin einen Anbieterwechsel für den Kauf von billigem Atomstrom.

20.4.:Heinfried Schumacher meint es ernst: Schon im vierten Monat in Folge kommen nichts als wohlwollende Worteund konstruktive Kritik über seine Lippen. Als er auf Bitten des Syker Ortsrats zu Ostern für das Eiersuchen in der Wolfsschlucht ins Hasenkostüm schlüpft, steigt seine Beliebtheit in der Bevölkerung in nie gekannte Höhen.

30.4.: Die neue Harmonie genießt auch der Syker Rat. Zur weiteren Vertrauensbildung beschließt er, ein Wochenende gemeinsam beim Fallschirmspringenim Sauerland zu verbringen.

25.5.:Sykes ehemaliger Bürgermeister Harald Behrenswird überraschend im ersten Wahlgang neuer Bürgermeister von Twistringen.

1.6.:Das Kreismuseum öffnet seine Türen zum Weihnachtsmarkt. Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding reagiert mit der Terminierung auf das Verbot, an Totensonntag die Türen zum adventlichen Markttreiben zu öffnen. Vogeding: „Wollen doch mal sehen, wer da den längeren Atem hat.“

16.6.:Der Hubschrauber-Shuttle zum Golfhotel in Okel könnte problematisch werden: Weil Anlieger in der Nähe des geplanten Landeplatzes ein Habitat des seltenen Silberfiedrigen Weidenzwirblersentdeckt haben, drohen die verantwortlichen Behörden mit Entzug der Landegenehmigung.

18.6.:Okeler Bürger schlagen daraufhin als umweltfreundliche Alternative den Bau einer solarbetriebenen Seilbahnvor. Die EU-Behörden ersticken diesen Ansatz im Keim und drohen mit Entzug sämtlicher Fördergelder bis 2020. Grund: Syke hat keine  Seilbahn-  Verordnung.

1.7.:Als Folge der neuen Harmonie entschließt sich der Syker Rat,  einen gemeinsamen Sommerurlaub zu buchen: „Last Minute“ 14 Tage am Ballermann auf Mallorca – ohne Familienanhang. Bei einem Zoobesuch auf der Mittelmeerinsel übernehmen Heinfried Schumacher und Markus Stier die symbolische Patenschaft über ein Pandabären-Pärchen.

16.7.: Stadt und Avacon beschließen den Bau einer weiteren Pipelinedurch das gesamte Stadtgebiet. Eine konkrete Nutzung für die Rohrleitung gebe es noch nicht, erklärt der Pressesprecher. Doch es bestünden „berechtigte Hoffnungen“, bei einem zweiten Goldfund durch kluge Vermarktung zu einem niedrigeren Strompreis beizutragen.

29.7.:Der Verein „Rund ums Syker Rathaus“ stellt ein neues Projekt vor: In Eigenarbeit soll eine unterirdische Umgehungsstraße von Barrien bis Heiligenfelde entstehen. Der RuSR-Vorsitzende Johannes Huljus erklärt: „Wir brauchen nur mehr Spaten, ein bisschen altes Fachwerk und ein paar Jahre Zeit.“

8.8.:Die Turmuhr in Barrienstreikt schon wieder: Die bei der letzten Reparatur der Mechanik verwendeten Fahrradspeichen haben sich als der Belastung nicht gewachsen  erwiesen. Der Barrier Kirchenvorstand fasst daraufhin einen mutigen Entschluss: Der Kirchturm erhält als erster historischer Turm in Europa eine digitale  Anzeige– das weltweit größte LCD-Display mit 24-Stunden-Anzeige. Ein anonymer Syker Geschäftsmann und der VVV übernehmen die Kosten.

10.8.: Beim gut besuchten Ostermarktim Kreismuseum tritt erstmals der neu gegründete Chor „Einstimmig“ auf, der nur aus Mitgliedern des Stadtrates besteht.

18.8.: Ein Jahr vor der Inbetriebnahme der Ganztags-Grundschulenzeichnet sich ab, dass die Baumaßnahmen mit dem Budget nicht realisierbar sind. Ein Arbeitskreis „GTS-Einsparungen“ wird beauftragt, „entbehrliche Leistungen“ zu ermitteln, die aus den Bauplänen herausgestrichen werden können.

5.9.: Beim großen Kabarett-Festival im Gleis 1werden die Zuschauer von einem besonderen Gast überrascht: Dieter Hallervorden trägt sein Programm vor, wird auf Händen durch die Innenstadt getragen und verkündet gerührt: „Ich bin ein Süker.“

27.10.:Der Arbeitskreis GTS-Einsparungen präsentiert die Ergebnisse seiner Arbeit: So könnte der Bau weiterer Parkplätze bei der Barrier Grundschule verhindert werden, indem der Bürgerbus als Shuttleeingesetzt wird. Okeler Bürger protestieren. Vorsichtshalber.

8.11.: Die Mitglieder des Stadtrates beschließen angesichts der „vorbildlichen Konsensbildung“ die Auflösung der Fraktionen und wollen künftig in einer parlamentarischen Gruppe agieren. Name: GroGru.

20.11.: Der Rat beschließt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Inhalt: der Bau eines Flughafens in Okel. „Wird nur ein kleiner“, versichert Günter Brockhoff besorgten Anwohnern auf der Ratssitzung. „Es wird nichts über ihre Köpfe hinweg entschieden. Höchstens über ihre Köpfe hinweg fliegen.“

12.12.: Dieter Hallervorden wird tatsächlich Süker. Er ist sich mit dem Eigentümer über einen Kauf des ehemaligen Carrellschen Anwesensin Wachendorf einig. Die aktuellen Bewohner sollen per Eigenbedarf aus ihren Wohnungen geklagt werden.

23.12.: Bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier des Stadtrates geloben alle Mitglieder ewige Freundschaft. Während der anschließenden Diskussion um die Besetzung des Vorsitzes der GroGru kommt es allerdings zum Streit. Heinfried Schumacher verlässt erbost den Saal.

24.12.:Die Auseinandersetzung im Rat eskaliert, als Fotos vom gemeinsamen Mallorca-Urlaub auf der Syke-Homepage erscheinen. Die GroGru bricht auseinander.

31.12.: Der Sommer-Strand-und-Sonnenschein-Marktim Kreismuseum flopt. Es schneit. Bürgermeisterin Suse Laue steht auf dem Hohen Berg und ruft zu besserer Kommunikation auf.

Niemand hört sie.

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