Pastoren stellen Programm für Predigtreihe „Lesezeichen“ vor

Sechs Sonntage – sechs Bücher

Die Syker Pastores stimmen sich schon mal auf die Sommerkirche ein. Von links: Susanne Heinemeyer, Katja Hedel, Arnim Hermsmeyer und Christian Kopp. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. „Das wievielte Mal machen wir das jetzt eigentlich?“ Pastor Christian Kopp ist da etwas unsicher. So genau wissen es seine Kollegen Arnim Hermsmeyer, Katja Hedel und Susanne Heinemeyer aber auch nicht. Kurze Beratung, dann einigt man sich: Es ist die vierte Predigtreihe unter dem Titel „Lesezeichen“, für die sie da gerade das Programm vorstellen.

„Wegen des großen Erfolges“, sagt Kopp mit einem Augenzwinkern. Und Susanne Heinemeyer bestätigt ihn: Die evangelischen Syker Kirchengemeinden haben sich damit durchaus ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. „Wir haben fast immer Besucher, die von außerhalb unseres eigentlichen Einzugsbereichs kommen.“

In den Sommerferien schließen sich die Kirchengemeinden Barrien, Syke und Heiligenfelde zusammen. Es gibt dann sonntags nur noch einen zentralen Gottesdienst in einer der drei Kirchen. Und auch die Inhalte sind bei dieser Sommerkirche etwas anders als sonst. Lockerer und weniger liturgisch. Und zum (vermutlich) vierten Mal stehen dabei Bücher im Mittelpunkt.

Das Prinzip: Jeder Pastor stellt ein Lieblingsbuch vor und setzt es in Bezug zum christlichen Glauben. Die Ergebnisse überraschen sie dabei mitunter manchmal selbst.

Den Auftakt gibt am 26. Juni Pastorin Johanna Schröder in Heiligenfelde. Und weil die gestern bei der Vorstellung nicht da war – ebenso wie Vikar Martin Wenzel – spricht Christian Kopp für sie. „Sie hat sich das Buch Margos Spuren von John Green ausgesucht. Das ist eine richtige Road-Novel.“ Ein 15-Jähriger macht sich darin auf die Suche nach seiner verschwundenen Liebe. Er findet sie auch, aber das Wiedersehen verläuft anders als erwartet.

Martin Wenzel spricht am 3. Juli in Syke über den Roman „Agnes“ von Peter Stamm. Thema: Was passiert eigentlich, wenn jemand eine reale Geschichte in die Zukunft fortschreibt? Für Pastor Kopp „eine hochphilosophische Frage. Inwieweit schreiben wir mit unserem Leben Texte? Und inwieweit schreiben die Texte uns?“

Susanne Heinemeyer stellt am 10. Juli in Barrien „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ von Elisabeth Tova Bailey vor. Eine Frau wird darin durch eine Infektion plötzlich für Monate ans Bett gefesselt und vom Leben draußen abgeschnitten. Ihre einzige Gesellschaft ist eine Schnecke, die sie in einer Topfpflanze entdeckt. „Sie wird für sie zu einer Art Wegbegleiter“, sagt Heinemeyer. „Das ist ein ganz positives Buch, das von der Kraft des Lebens erzählt.“

„Altes Land“ von Dörte Hansen ist das Buch, über das Arnim Hermsmeyer am 17. Juli in Heiligenfelde spricht. Eine Getriebene und eine Gestrandete finden darin ineinander so etwas wie Familie. „Was gibt es eigentlich für Lebenskonzepte?“, ist eine der Fragen, denen Hermsmeyer damit näher kommen möchte. „Und wie finde ich endlich mal, dass alles gut ist?“

Das fünfte Buch in der Reihe fällt etwas aus dem Rahmen. „Nurejews Hund“ von Elke Heidenreich. „Das stammt eigentlich aus einer Kurzgeschichten-Sammlung, ist jetzt aber mit Bildern meines Lieblingszeichners Michael Sowa neu herausgekommen“, sagt Christian Kopp. „Es geht darum, was Liebe und Sehnsucht aus uns machen können.“ Darüber spricht er am 24. Juli in Syke.

Den Schlusspunkt setzt Katja Hedel am 31. Juli in Barrien mit „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Ullmann. Beim Ich-Erzähler dieses Romans steht der Tod vor der Tür – und zwar buchstäblich. Doch für Gevatter Tod kommt es anders als geplant, und er macht sich zusammen mit dem literarischen Ich und dessen Ex auf die Suche nach dem Sohn der beiden. Hedel: „Was zählt wirklich im Leben? Welche Vorstellung haben wir vom Tod? Und was passiert, wenn man den am Ende vielleicht sogar sympathisch findet?“

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