Auf den Schwingen der Geschichte

QR-Codes für die blauen Flügel in Syke

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Lutz Felsmann (vorne), Hermann Grewe (links) und Peter Jahnke halten Ausschau nach Plätzen für die blauen Flügel. Im Bild zu sehen sind aber lediglich Papp-Schablonen.

Syke - Von Robin Grulke. „Fast jedes Haus in Syke hat eine spannende Geschichte“, erzählt Hermann Grewe. Als Stadtarchivar hat er weitreichende Kenntnis über Syke. Mit dieser Fähigkeit steigt er nun in das Team um Ortsbürgermeister Peter Jahnke und Künstler Lutz Felsmann ein: Gemeinsam konkretisieren sie die Pläne zu den „blauen Flügeln für Syke“.

Die Pläne von Jahnke und Felsmann sehen vor, der Innenstadt Flügel zu verleihen. Bis zu 80 Flügelpaare aus Aluminium, im Syker Blau beschichtet, wollen sie bei der Syker Firma Könenkamp & Eickhoff herstellen lassen.

Syke - einst Zufluchtsort für Bremer

Die Flügel wollen Jahnke und Felsmann dann im Mai nächsten Jahres an Standorten verteilen, die eine besondere Historie vorweisen. Versehen mit einem QR-Code, den Passanten mit ihrem Handy einscannen können, soll jeder Flügel die einzigartige Geschichte des jeweiligen Ortes offenbaren, an dem er angebracht ist.

Der Syker Bahnhof, beispielsweise, wurde 1873 eröffnet. „Damals sind an den Wochenenden bis zu 4000 Leute nach Syke gekommen“, erzählt Grewe. Syke sei früher eine Art Zufluchtsort für Menschen aus Bremen gewesen. Der Bahnhof erzählt die Geschichte.

Um die Jäger der „blauen Flügel“ mit ausreichend Information zu versorgen, will Grewe die QR-Codes direkt mit einem Online-Archivportal der Stadt Syke verbinden, an dem er aktuell arbeitet. „Wir haben angefangen, aber das dauert“, sagt der Stadtarchivar.

Gemüsehandel war einst Central-Hotel

Auch eher unscheinbare Gebäude werden so für Hobby-Historiker interessant. Nur wenige Meter vom Bahnhof gelegen, könnte der Gemüsehändler an der Ecke ein Paar der blauen Flügel erhalten. Schließlich war dort vor fast 100 Jahren einmal das Central-Hotel. Was hält Syke wohl noch für Überraschungen bereit?

Bis die digitale Schnitzeljagd (Gästeführungen sollen ebenfalls folgen) allerdings beginnen kann, ist Hermann Grewe sozusagen das Arbeitspferd für die IT-Aufgaben bei dem ambitionierten Projekt.

Die blauen Flügel fordern ihre Erfinder aber auch an anderen Fronten. So tüftelt Jahnke bereits an einem Plan, die Flügel im Frühjahr 2018 angemessen zu präsentieren.

Dafür konnte er bereits die Konzertpianistin Marina Baranova gewinnen. Die Musikerin hat sich bereit erklärt, für die Auftaktveranstaltung im kommenden Mai einen Syker Blues zu komponieren. Seminare, Kooperationen mit Schulen und eine Kinovorstellung von „Der blaue Engel“ kann sich Jahnke auch noch vorstellen. „Marlene Dietrich ist es wert, gezeigt zu werden“, sagt Jahnke mit einem Grinsen.

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