SPD-Mann zieht sich aus Politik zurück

Heinfried Schumacher legt Mandate nieder

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Gut gelaunt blickt Heinfried Schumacher der Verrentung und dem Ende seiner politischen Tätigkeit entgegen.

Syke - Von Marc Lentvogt. Nach 42 Jahren ist Schluss. Heinfried Schumacher, SPD-Mitglied, Stadtrat, Kreistagsabgeordneter und ehemaliger Landtagsabgeordneter, zieht sich zum 31. August aus der Politik zurück.

„Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es reicht. Ich gehe am 31. August in Rente, da beginnt ein anderer Lebensabschnitt“, erklärt er seine Hintergründe – durchaus mit Freude in der Stimme.

Sein politisches Mandat hätte ihm eine Weiterarbeit bis 2021 ermöglicht, doch im September beginnt die Rente. „Quält man sich bis 21? Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich eine Paketlösung wähle und nach 39 Jahren beim Landkreis Nienburg und 42 Jahren in der Kommunalpolitik beides sein lasse.“

Mal „gar nichts machen“

Ab September heißt es also erst mal „gar nichts machen“ und dann schauen, welche Überraschungen das Leben bereithält. „Udo Jürgens hat gesagt, mit 66 fängt das Leben erst an, da warten wir jetzt mal drauf.“

Einfach nur abwarten, das funktioniert aber weder für den Stadtrat, noch für den Kreistag. An beiden Stellen wird eine Position frei, die neu besetzt werden muss. Im Syker Stadtrat, Schumacher zog über Personenwahl ein, ist Dr. Onno Buurman erster Nachrücker auf das frei werdende Mandat. Im Kreistag, dort zog Schumacher über die Liste ein, könnte Mercedes Isabell Jagst den Platz des 65-Jährigen einnehmen. Für ein Statement waren beide am Donnerstag nicht zu erreichen.

Schaut Schumacher selbst positiv der Zukunft entgegen, betonen seine Parteikollegen, welchen Verlust Schumachers Ausscheiden bedeutet. Kreistagsfraktionsvorsitzende Astrid Schlegel kommentiert: „Es ist bedauerlich, weil er eine ungeheure kommunalpolitische Erfahrung hat und als Landtagsabgeordneter den Kreis gut vertreten hat.“

Sykes Ratsvorsitzender Karsten Bödeker ist sich sicher: „Der Rat verliert eine prägende Gestalt.“ Schumacher sei immer streitbar gewesen. „Er gehört sicherlich zu denjenigen, die das meiste Fachwissen im Rat hatten.“ Bürgermeisterin Suse Laue lobt Schumacher als „absolut verdienten Politiker“. Mit hohem politischen Gespür habe er die Stadt Syke mitgestaltet. „Zu sagen: Ich gehe in einen neuen Lebensabschnitt und gestalte den ganz neu – das ist ein guter und mutiger Schritt“, äußert die Verwaltungschefin ihren Respekt, insbesondere vor dem Hintergrund, wie viel Zeit und Leidenschaft der SPD-Mann in die Politik investiert hat.

Viele außergewöhnliche Momente

Dass Schumachers Fazit für ihn selbst positiv ausfällt, hat auch damit zu tun, dass er sich darüber bewusst ist, viele außergewöhnliche Momente erlebt zu haben. „Ich habe eine ganze Reihe an Verwaltungsbeamten erlebt, den Neubau des Rathauses, den Neubau der Kläranlage und als Kritiker den Techno Park.“ 

Schumacher erinnert sich auch daran, dass in den Fällen von Stadtdirektor Karl-Heinz Wodtke und Bürgermeister Harald Behrens der Abschied „nicht alltäglich“ gewesen sei. Seiner lokalpolitischen Karriere habe es nicht an Höhepunkten gemangelt. "

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