„Wie funktioniert ein Biomeiler?“: Angehende Lehrer lernen von Schülern der GTS 2001

Schule – zur Abwechslung mal andersrum

Heinz erklärt die Steuerungselektronik für den Biomeiler. - Fotos: Frank Klußmann

Syke - Rollentausch an der GTS 2001: Eine Gruppe von acht Schülern brachte jetzt angehenden Lehrern eine alternative Unterrichtsform näher. Forum dafür war die Naturschutzstation Fehntjer Tief in Lübbertsfehn im Landkreis Aurich.

Lübertsfehn ist ein so genannter „außerschulischer Lernort“ für die GTS. Vor einiger Zeit haben die Syker Schüler dort an der Naturschutzstation einen Biomeiler gebaut (wir berichteten). Einen weiteren betreiben sie auf ihrem eigenen Schulgelände, und ein dritter versorgt das Gewächshaus der Gärtnerei Meyer in Syke mit Wärme.

Die angehenden Lehrer vom Studienseminar Oldenburg staunten nicht schlecht angesichts der Dimensionen dieses „Syker Energiepakets“. Zu Beginn des außergewöhnlichen Zusammentreffens hatten die Referendare viele Fragen: Wie funktioniert ein Biomeiler eigentlich? Was bewirkt er? Warum baut man so etwas in der Schule? Welche Schwierigkeiten müssen dabei überwunden werden? Und wie kann so ein Projekt in den Schulbetrieb und die Unterrichtsgestaltung integriert werden?

Im Biomeiler zersetzen Bakterien die Hackschnitzel. Dabei entsteht Wärme. Die Wärme wird von einer Kupferspirale, durch die Wasser hindurchfließt, aufgenommen. Das auf diese Weise angewärmte Wasser fließt durch einen Wärmetauscher und kann beispielsweise eine Zentralheizung unterstützen.

Schüler der GTS Syke, Referendare aus Oldenburg und Mitarbeiter der Naturschutzstation „Fehntjer Tief“ vor dem Biomeiler.

In Lübbertsfehn wird so die Heizung der Naturschutzstation Fehntjer Tief mit vorgewärmtem Wasser versorgt. Der ehemalige Gulfhof ist ein großes Gebäude und kann die Wärme des Biomeilers komplett aufnehmen. Das Biomeiler-Projekt ist im Rahmen des Berufspraxistags der GTS von den Schülern geplant und in die Tat umgesetzt worden, erfahren die Referendare von der kleinen Abordnung aus Syke. Jeden Dienstagvormittag wird fünf Stunden lang getüftelt, experimentiert und schließlich realisiert. „Es geht also um entdeckendes, forschendes und vor allem selbstgesteuertes Lernen“, fasst Frank Klußmann zusammen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Werner Wordtmann betreut er das Projekt der GTS-Schüler, gleichzeitig ist er als Fachseminarleiter aber auch Lehrerausbilder.

„Das ist eine nur bedingt planbare Art von Unterricht“, sagt Klußmann. „Es ist zum Beispiel hilfreich, die individuellen Interessen und mitgebrachten Fähigkeiten der Schüler zu berücksichtigen und den Arbeitsprozess danach auszurichten. So entstehen schneller Erfolge.“

Auch um geeignete Impulse für die Weiterarbeit müssen die Lehrkräfte sich bei der Planung eines solchen Großprojekts Gedanken machen. Denn es gibt dafür kein „Kochrezept“, und so kommt es immer wieder zu neuen Problemstellungen, die die Schüler herausfordern und gleichzeitig ihr Durchhaltevermögen stärken.

„Hier kommt es auf Teamarbeit an, und für die Lehrkräfte auf die richtige Mischung von Unterstützung und Loslassen“, so Klußmann. „Die Schüler können jedenfalls voller Stolz über ihr Projekt berichten und auch in Bewerbungsgesprächen damit punkten.“ - mwa

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