Schulausschuss empfiehlt einstimmig neue Struktur

Künftig vier statt zwei Linien-Bündel

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Sie schaffen Mobilität, die insgesamt 70 Buslinien im Flächenlandkreis Diepholz – ein Netz, für das künftig neue Strukturen gelten sollen. Denn aus den bisher zwei Linien-Bündeln sollen vier entstehen.

Einstimmig favorisierten die Mitglieder des Schulausschusses diese Lösung, die unter der Leitung von Dr. Dr. Wolfgang Griese (CDU) in der BBS Europaschule Syke tagten. Der Zweckverband Nahverkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), in den der Landkreis Diepholz eingebunden ist, soll die Ausschreibung vorbereiten. Die Beschlussfassung sei am 31. Mai in der Verbandsversammlung vorgesehen, berichtete Christof Herr als Geschäftsführer des ZVBN im Schulausschuss. Betriebswirtschaftlich sei die Aufteilung in vier Bündel sinnvoll, erklärte er. So könnten nicht nur Fahrzeug- und Personalbedarf optimiert, sondern auch „Rosinenpicker“ abgeschreckt werden. Denn im neuen Konstrukt würden wirtschaftlich starke und schwächere Linien gebündelt. Das neue Bündel-Quartett bewertete Herr auch verkehrlich als sinnvoll, weil daraus ein abgestimmtes Netz entstehen könnte.

Status Quo im Landkreis Diepholz: 42 Linien sind im heutigen Linien-Bündel Nord zusammengefasst. Dessen Laufzeit endet am 31. Juli 2018. Das Linien-Bündel Süd hat noch bis zum 31. Juli 2019 Gültigkeit. Weil die europaweite Ausschreibung droht, sind mittelständische Busunternehmen seit Monaten in Sorge um ihre Existenz. Ein Thema, das Karl-Heinz Klare (CDU) schon im Kreistag im Oktober hinterfragt hatte (wir berichteten). Weil damals fest von zwei Bündeln ausgegangen worden war, hakte der Landtagsabgeordnete noch einmal kritisch nach. Im Kreistag sei noch der alte Nahverkehrsplan Basis gewesen, antwortete Erster Kreisrat Wolfram van Lessen. Ziel müsse es künftig sein, möglichst viel Wettbewerb zu erreichen. Der Rettungsdienst in Hannover beispielsweise werde alle vier Jahre neu ausgeschrieben, sagte van Lessen.

10,7 Millionen Euro gibt der Landkreis Diepholz mittlerweile für ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) und Schülerbeförderung aus – und möchte diese Kosten senken.

„Ich glaube, mit den kleineren Bündeln fahren wir ganz gut“, erklärte der Erste Kreisrat. Für Frank Seidel (SPD) war diese neue Struktur eine gute Lösung. Einerseits könnten Kosten gespart, andererseits mittelständischen Unternehmen Chancen gegeben werden.

Das künftige Linien-Quartett:

Nordwest I: 22 Linien ab Bremen, Brinkum, Ristedt, Nienstedt, Bassum, Heiligenfelde, Seckenhausen, Martfeld, Leeste, Dreye, Wedehorn, Twistringen, Varrel, Syke.

Nordwest II: neun Linien ab Jeebel, Erichshof, Bassum und Syke.

Nordost: Elf Linien ab Syke, Graue, Bruchhausen-Vilsen, Essen, Harbergen.

Südwest: 20 Linien ab Sulingen, Twistringen, Brockum, Barnstorf, Diepholz, Lembruch, Drentwede, Wagenfeld-Ströhen, Köbbinghausen, Anstedt, Bokel, Barver, Wetschen, Förlingen, Haßlingen.

Rubriklistenbild: © dpa

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