Schüler der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe gestalten eigene Kunstausstellung

Warhol und van Gogh neu gesehen

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Bei den Warhol-Suppendosen waren die Erlenschüler auch im Detail besonders kreativ: Neben Erbsensuppe, Gulaschsuppe und Bohnensuppe gibt es etwa auch die Geschmacksrichtungen Nutella, Gummibärchen, Fischkopf und Ratte.

Syke - Von Michael Walter. Die rot-weißen Suppendosen von Andy Warhol hat jeder schon mal irgendwo gesehen. Diese hier sind anders. Das fängt damit an, dass es sich nicht um eine Fotoinstallation handelt, sondern um echte Dosen. Und statt des Campbell-Schriftzugs steht auf dem roten Teil des Etiketts groß der Name Erlenschule.

Eine Kopie? Ein Plagiat? „Nein, sondern der Versuch einer Neuinterpretation“, sagt Saskia Lüning lachend. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anja Wacker hat sie die Klasse 8a der Erlenschule über ein Jahr lang in einem Kunstprojekt begleitet. Die Erlenschule ist die Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe. Und die Klasse 8a besteht aus Louisa, Celina, Mark, Ingo, Tim, Azem, Mika und Joshua – alles Kinder mit unterschiedlichen geistigen Behinderungen.

Anja Wacker erzählt: „Ausgangspunkt war die Fragestellung: Wer waren die Künstler und wie haben sie gelebt?“ Und dann haben sich die Kinder ein Bild vorgenommen und es nachgestellt. Das Ergebnis ist eine kleine Ausstellung, die seit heute im Kundenbereich der Kreissparkasse am Mühlendamm zu sehen ist.

An dieser Stelle kommt Anja Schulz in Spiel, die bei der Syker Lebenshilfe für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: „Ich habe gesehen, was die Kinder da gemacht haben und fand, das ist viel zu schade, als dass es nur an der Erlenschule ausgestellt wird“, erzählt sie. „Also hab ich einfach mal bei der Sparkasse angerufen und gefragt.“

Und dort lief sie offene Türen ein. „Das ist ein schönes Thema, das man vor Weihnachten gut präsentieren kann“, sagt Dennis Landt von der Marketing-Abteilung der KSK. „Bis zum 11. Januar kann die Erlenschule jetzt bei uns ausstellen.“

Zu sehen gibt es neben Warhols Suppendosen auch Adaptionen von Dali, Picasso, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Allante, Munch, van Gogh, Jackson Pollock und Keith Haring. Dalis berühmte fließenden Uhren finden sich zum Beispiel als Plastik wieder, modelliert aus Alufolie und Gipsbinden. Michelangelos „Erschaffung Adams“ reduziert sich auf den Ausschnitt mit den sich fast berührenden Zeigefingern, der auf mehreren Fotos wiedergegeben wird. Anja Wacker: „Das war etwas, wo auch unsere schwer mehrfachbehinderten Kinder gut mitmachen konnten.“

Den „Schrei“ von Edvard Munch haben die Kinder in eine Collagen-Serie übersetzt, in der die Figur jeweils das Gesicht eines der Kinder trägt. Was dann schon wieder ein bisschen an Andy Warhol erinnert.

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