Schüler der Oberstufe planen regelmäßig Partys, um ihren Abiball zu finanzieren

„Wer Stress anzettelt, fliegt“

Niklas Beckmann (l.) und Jan Lucca Bilek gehören zu den Hauptorganisatoren der „Abi X“
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Niklas Beckmann (l.) und Jan Lucca Bilek gehören zu den Hauptorganisatoren der „Abi X“

Syke/Bassum - Von Katharina Schmidt. Die Zeltfest-Saison nähert sich dem Ende, die der Discos beginnt. Doch nicht nur Wirte stellen regelmäßig große Feten auf die Beine – auch Schüler der Oberstufe stürzen sich in umfangreiche Party-Planungen. Einer der größten Abifeten der Region ist die des Gymnasiums Syke, die das nächste Mal am Freitag steigt. Für viele junge Menschen bedeutet das Freunde treffen, trinken und Spaß haben, für Nicklas Beckmann (18) aus Bassum und Jan Lucca Bilek (17) aus Nordwohlde im Moment noch viel Arbeit. Sie sind im Haupt-Organisationsteam der „Abi X“.

200 Plakate gestalten und aufhängen, 2 500 Flyer verteilen, Sponsoren suchen, DJ und Fotografen engagieren, die Route für den Bus-Rücktransfer festlegen, Thekenpersonal stellen oder auch Auf- und Abbau-Arbeiten koordinieren. Niklas und Jan Lucca fällt auf Anhieb einiges ein, was im Vorfeld einer öffentlichen Fete dieses Ausmaßes bedacht werden muss. Feten, wie sie auch die anderen Oberstufen im Landkreis regelmäßig veranstalten.

Um den Berg an Arbeit neben dem Abitur zu bewältigen, ist bei Niklas, Jan Lucca und ihren insgesamt 39 Kollegen vom „Abi X“-Organisationskomitee Arbeitsteilung angesagt. Die einen kümmern sich zum Beispiel um das Marketing, die anderen um die Technik.

Ganz ohne die Unterstützung von Erwachsenen stehen die Schüler allerdings nicht da: Als Partner haben sie sich jüngst den Partyservice Dillertal aus Bruchhausen-Vilsen ins Boot geholt, nachdem die vergangenen Veranstaltungen nicht zum gewünschten Erfolg führte – da der Jahrgang bisher nur die Eintrittsgelder auf sein Konto verbuchen konnte, ist es den Jungen zufolge ein Nullsummenspiel gewesen. Nun teilen sie sich die kompletten Einnahmen mit ihrem neuen Partner. Im Zuge der Umstrukturierung wird die Feier nun erstmals in Bassum über die Bühne gehen, in der Schützenhalle gegenüber dem Tierpark.

Der Partyservice kümmert sich um vieles, bei dem den Schülern alleine Grenzen gesetzt sind. Unter anderem um den Kauf der Getränke, Genehmigungen, die Versicherung, falls mal etwas schiefgeht, und die Security. „Chaoten, die meinen, Stress anzetteln zu müssen, fliegen sofort raus“, stellt Jan Lucca klar. Laut ihm und seinem Team-Kollegen brauchen Minderjährige mittlerweile Kopien des Personalausweises ihrer Eltern – zu oft habe es Fälschungsversuche gegeben. Die beiden Schüler betonen, dass bei der Stufenfete das Jugendschutzgesetz strikt eingehalten wird.

Probleme, als junge Menschen ernstgenommen zu werden, hätten sie keine. Im Gegenteil: Von DJs oder Technikern gab es ihren Angaben zufolge sogar einige Anfragen. Kein Wunder: Die „Abi X“ ist beliebt. Niklas und Jan Lucca rechnen mit circa 500 bis 600 Leuten, bei vergangenen Feten – damals noch unter dem Namen „Abi Koma“ – feierten teils um die tausend Gäste aus dem gesamten Nordkreis. Laut den Schülern ist die Syker Abifete eine der ältesten Niedersachsens. Seite rund 30 Jahren verdienen sich Schüler des Gymnasiums auf diesen Weg Geld für ihren Abiball.

„Wir sind täglich dabei“, beschreibt Niklas den Zeitaufwand. Dabei seien die Planungen ständig von Optimierungsprozessen begleitet: Was läuft gut, was kann man besser machen? Ein Punkt mit Verbesserungspotenzial ist laut Niklas das Sponsoring: „Das ist in der aktuellen Zeit nicht einfach. Das Geld sitzt nicht mehr so locker.“

Können die Organisatoren am Freitag denn wenigstens richtig mitfeiern? „Eher nicht“, erklärt Jan Lucca. „Irgendwo taucht immer ein Problem auf“. Doch das Engagement bringt auch einige Vorteile: „Es stärkt auf jeden Fall die eigene Persönlichkeit“, findet Niklas. „Man lernt, die Übersicht zu behalten“, nennt Jan Lucca einen weiteren Pluspunkt. In erster Linie würden sie es jedoch für ihren Abiball machen. „Der ist sehr teuer, dafür brauchen wir Geld“, sind sich die Jungs einig.

Weitere Informationen zu der Party gibt es auf der Facebook-Seite der „Abi X“. Dort finden Interessierte auch ein Plan für den Bus-Rücktransfer. Einlass ist am Freitag ab 16 Jahren (Minderjährige mit Erziehungsberechtigung und Kopie des Personalausweises der Eltern) ab 21.30 Uhr, der Eintritt kostet vier Euro.

www.facebook.com/

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