34 Schüler leisten an den Berufsbildenden Schulen von nun an Sanitätsdienst

Vieles gelernt, was man nie einsetzen möchte

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Achim Karrasch von den Maltesern rief die neuen Schulsanitäter auf und überreichte ihnen die Urkunden.

Syke - Von Tobias Kortas. „Die Ausbildung, vor allem der theoretische Teil, war schon sehr anstrengend. Aber ich habe viel gelernt“, meint Shauna-Marie Baillargeon (21 Jahre). Sie gehört zu den 34 Schülern der Berufsbildenden Schulen (BBS) Syke, die sich seit Montag offiziell Schulsanitäter nennen dürfen.

Hintergrund ist der Sanitätsdienst, den die BBS zum 1. Februar eingeführt hat. Vorteil für die Schüler: Die Qualifizierung als Sanitäter ist nicht schulgebunden, auch in ihren Betrieben können sie damit punkten.

Schulleiter Horst Burghardt wusste den Einsatz der Schüler zu würdigen. „Das ist eine tolle Leistung, die nicht selbstverständlich ist. Ich war überrascht, wie viele die Ausbildung mitgemacht haben“, erklärte Burghardt den Absolventen.

Rund 40 Stunden haben die Sanitäter aus allen Schulformen der BBS für die Ausbildung in Theorie und Praxis investiert – an drei Wochenenden unter Leitung von Heike Walter (Malteser). „Der Kurs war in die Bereiche Erste-Hilfe-Grundkurs und erweiterte Erste Hilfe unterteilt“, berichtete die Ausbilderin.

Ernst wurde es am 16. Januar: Die Prüfung stand an. Nach einer Klausur ging es an die praktischen Fallbeispiele. Alle Schüler bestanden die Prüfung.

Besonders glücklich darüber war Achim Karrasch, Stadtbeauftragter der Malteser in Delmenhorst. Er überreichte den neuen Sanitätern deren Urkunden. „Ich bin froh, dass ihr alle durchgehalten habt“, sagte Karrasch. Als qualifizierter Sanitäter könne man dazu beitragen, dass Rettungseinsätze gar nicht erst nötig werden. Heike Walter hoffte wiederum, „dass ihr das Gelernte alles könnt, aber nie anwenden müsst.“

Für den Fall, dass doch mal etwas passiert, sind an der Schule an jedem Tag zwei Zweierteams für den Sanitätsdienst eingeteilt. Sie verlassen im Notfall den Unterricht, um Hilfe zu leisten. Zwei weitere Schüler stehen als Ersatz bereit.

Einen ersten größeren Einsatz hatten die Schulsanitäter von Donnerstag bis Samstag auf der Berufs-Informations-Börse an der BBS – ohne Zwischenfälle.

Seine Kenntnisse unter Beweis stellen musste Schulsanitäter Sebastian Quillfeldt am Samstag an anderer Stelle. „In Vegesack wurde jemanden ein Messer in den Rücken gerammt. Ich habe die Wunde fixiert und den Notruf gewählt“, erzählte der 20-Jährige. Der Kurs, den Quillfeldt vor allem für seinen Betrieb im Pflegebereich gemacht hat, sei ihm leicht gefallen. Erfahrungen als Ersthelfer oder Sanitäter hätte er aber keine gehabt.

Indes lobte Shauna-Marie Baillargeon die Ausbilder. „Die sind wirklich auf uns eingegangen.“ Als Sanitäterin fühle sie sich sicher. „Und wenn etwas zu schwierig ist, kann ich mich ja bei jemanden melden.“ Geholfen habe sie schon häufiger. „Zum Beispiel, wenn auf der Straße mal jemand umgeknickt ist.“

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