Großkontrolle in Syke-Barrien

Schritttempo auf der B6: Polizei mehrere Stunden auf Verbrecherjagd

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Ausführlich nehmen die Polizeibeamten den voll besetzten Transporter aus Rumänien unter die Lupe.

Das riecht nach Arbeit: Der Transporter mit Anhänger und rumänischem Nummernschild ist eines der ersten Fahrzeuge, die an diesem Donnerstagabend in Barrien von der Bundesstraße  6 auf den Parkplatz von Möbel Wagner gewinkt werden. Er wird an einem halben Dutzend Polizei- und Zollfahrzeugen vorbei in den hinteren Bereich gelotst.

Barrien - Die Polizei hat gegen 16 Uhr mit ihrer Großkontrolle begonnen – in beiden Fahrtrichtungen. Autos, die in Richtung Bremen unterwegs sind und das Interesse der Beamten erregt haben, landen auf dem Möbelhaus-Parkplatz, und auf der Gegenrichtung steht der THW-Parkplatz als Kontrollareal zur Verfügung. Im ganzen norddeutschen Raum tun Polizei- und Zollbeamte an diesem Abend das Gleiche – Kontrollen gibt es etwa auch in Stuhr, Delmenhorst und Bremen.

Polizei-Großkontrolle: Kriminelle Netzwerke im Visier

Zum ersten Mal hat sich die Polizeiinspektion Diepholz diesen Ort als Kontrollstation ausgesucht. Regelmäßig setzt sie die Vorgabe groß angelegter Überprüfungen durch – an unterschiedlichen Stellen, zu unterschiedlichen Zeiten. Die Ziele: Mögliche Rechtsverstöße aufdecken, mit etwas Glück einen Einblick in kriminelle Netzwerke gewinnen. Wer sitzt da mit wem zusammen im Auto? Das, so erklärt Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing, kann schon mal ein paar interessante Erkenntnisse hervorbringen.

Das rumänische Fahrzeug hat angehalten, ein knappes Dutzend Frauen und Männer steigen aus. Zwei Polizei-Zweierteams in gelben Signalwesten kümmern sich um die Besatzung des Fahrzeugs, erfassen die Personalien. Direkt aus Rumänien sollen sie gekommen sein, heißt es, unterwegs zu unterschiedlichen Arbeitgebern in Westniedersachsen.

Kontrolle in Syke-Barrien: Verkehrschaos bleibt aus

Auf der Bundesstraße fließt der Verkehr im Schritttempo vorbei. Ein Verkehrschaos wie im März bei einer Kontrolle in Dreye scheint es diesmal aber nicht zu geben. „Das in Dreye war auch unser Fehler“, räumt Gissing selbstkritisch ein. Auf die Staubildung damals hätte man anders reagieren können. Allerdings: An einer Kontrolle auch zur Feierabendzeit führe kein Weg vorbei. Sonst, so Gissing, könnten Straftäter den Schutz der Masse nutzen.

Es wird kalt. Die Polizisten wippen von einem Fuß auf den anderen, während sie auf weitere „Gäste“ warten. Ein silberner Sportwagen mit SY-Kennzeichen kommt auf polizeiliches Handzeichen zum Stehen. An Bord: vier erwachsene Männer. Zwei Polizistinnen platzieren sich neben der Fahrer- und der Beifahrerseite. Fenster runter, eine freundliche Begrüßung. „Wir führen hier eine Kontrolle durch“, erklärt eine und bittet den Fahrer um Führerschein und Fahrzeugpapiere.

Polizei und Zoll wollen Straftaten verhindern

Nebenan sind die Identitäten der aus Rumänien stammenden Gruppe geklärt. Rauschgiftspürhund Spike kommt zum Einsatz. Der neunjährige Mischlingsrüde macht mit seinem Herrchen, Zollbetriebsinspektor Günter Panknin, sonst Dienst an der deutsch-niederländischen Grenze. Für die fünfstündige Kontrolle fährt das Team je 180 Kilometer hin und zurück. Ist das sinnvoll? Panknin lächelt diplomatisch. „Wenn wir hier helfen, einen Straftäter zu kriegen, ist es auch schön.“

Dabei ist es gar nicht das primäre Ziel, die Täter mit der Diebesbeute im Kofferraum zu finden, betont Polizeisprecher Thomas Gissing. „Die Bevölkerung soll sehen, dass wir was tun.“ Er ist auch von der präventiven Wirkung solcher Kontrollen überzeugt. „Der potenzielle Täter darf uns ruhig wahrnehmen.“

Spike hat seinen Schnüffel-Auftrag rund um den rumänischen Transporter beendet – ohne Fund. Die Gruppe darf weiterfahren. Während der Wagen sich in den langsam fließenden Verkehr in Richtung Bremen einfädelt, winkt der Polizeibeamte am Straßenrand wieder ein Fahrzeug mit der roten Kelle heraus. Der Abend ist noch lang.

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