„Was Anderes, als Flyer zu verteilen“

„lokal – global“: Zweite Reihe mit Dokus im Hansa Kino

Globalisierungskritisch: Brigitte Morlok, Martina Sieghart-Kreideweiß, Thomas Suermann und Elke Steding (von links nach rechts). Foto: Jantje Ehlers
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Globalisierungskritisch: Brigitte Morlok, Martina Sieghart-Kreideweiß, Thomas Suermann und Elke Steding (von links nach rechts).

Syke – Unter dem Titel „lokal – global“ bieten die Attac-Regionalgruppe Diepholz-Nord und die Bürgerinitiative Energie in Bürgerhand jetzt ihre zweite Reihe mit Dokumentarfilmen im Hansa Kino an. „Wegen des großen Erfolges“, wie Sprecher Thomas Suermann mit einem Augenzwinkern sagt.

Das Prinzip: vier Filme zwischen Januar und April zu globalisierungskritischen Themen, immer mit anschließender Diskussion mit einem Experten zum jeweiligen Thema. Auftakt ist am kommenden Mittwoch.

Vor einem Jahr hatten Attac und die Bürgerinitiative das schon einmal gemacht und dabei zwei Dinge festgestellt. Erstens: Es gibt noch viele andere Themen, die ihnen am Herzen liegen und zu denen es gute Filme gibt. Zweitens: Über das Medium Film gelingt es ihnen sehr gut, andere Menschen zu erreichen. „Das ist schon was Anderes, als Flyer zu verteilen“, sagt etwa Suermanns Mitstreiterin Brigitte Morlok. Und Suermann selbst ergänzt: „Film transportiert Emotionen und erzeugt Betroffenheit. Und das ist auch der Grund, weshalb wir immer hinterher die Möglichkeit zu einer Diskussion anbieten.“

„System Error“ von Florian Opiz eröffnet am Mittwoch, 9. Januar, um 19 Uhr die Reihe. Der Film beschäftigt sich mit dem Widerspruch zwischen stetigem Wirtschaftswachstum und endlichen Ressourcen auf der Welt und den Folgen, die daraus entstehen. Diskussionspartner im Anschluss ist die Bremer Wirtschaftswissenschafts-Legende Rudolf Hickel.

„Tomorrow“ (18. Februar, 18 Uhr) beschäftigt sich mit einer Prognose, laut der unsere Zivilisation innerhalb der nächsten 40 Jahre zusammenbricht und mit der Suche nach Auswegen. Diskussionspartner ist der Sozialökonom Philipp Degens von der Uni Hamburg.

„Welcome to Sodom“ (13. März, 19 Uhr) lief im Sommer schon einmal im Hansa Kino. Der Film schildert die Zustände auf einer Müllkippe in Ghana, die hauptsächlich aus Elektroschrott aus Europa besteht. „Den sollte jeder mal gesehen haben, der ein Handy oder einen PC benutzt“, findet Attac-Mitglied Elke Steding. Der Diskussionspartner zu diesem Film steht noch nicht fest.

„Saatgut“ beschließt am 10. April um 19 Uhr die Reihe. Wenige weltweit operierende Konzerne kontrollieren den weitaus größten Teil allen Saatguts, das in der Landwirtschaft verwendet wird. Nebeneffekt: Etwa 90 Prozent aller früheren Saatgutsorten sind dadurch bereits verschwunden. „Ökologisch eine Katastrophe“, findet Thomas Suermann. Auch für diesen letzten Film stehen die Gesprächspartner noch nicht fest.

Priorität bei der Filmauswahl sei die Themenvielfalt gewesen, sagt Thomas Suermann. „Unser Hauptthema ist ja, Aufmerksamkeit für die Auswirkungen der profitorientierten Globalisierung zu erzeugen.“ Brigitte Morlok ergänzt: „Deshalb der erste Film, der sich mit den Mechanismen der Globalisierung beschäftigt. Der zweite Film beschäftigt sich dann zum Beispiel mit verschiedenen Ansätzen, dafür eine Lösung zu finden. Mit Alternativen wie Postwachstum und wie so was regional funktionieren kann.“

Schon jetzt zeichnet sich ab: 2020 dürfte es mit einiger Wahrscheinlichkeit eine dritte Filmreihe geben. Suermann: „Das haben wir auf jeden Fall vor.“

Info

Für alle vier Filme läuft bereits der Vorverkauf.

www.hansakinosyke.de

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