Inklusive Nachmittags-AG aus dem Hort der Erlenschule führt Musical „Jeder ist anders“ auf

Ein „Schokoladen-Hase“ und seine Probleme

Bei ihrem großen Musical-Auftritt geben die Kinder aus dem Hort der Erlenschule ihr Bestes. Auch ihre Kostüme und das Bühnenbild haben sie selbst gebastelt. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Tobias Kortas. Als Hasen verkleidet tanzen und klatschen elf Kinder aus zweiten bis vierten Klassen im Foyer der Hacheschule. Beim „Hasentanz“ geben sie sich reichlich Mühe. Zwar sitzen nicht alle Bewegungen, nicht alles verläuft synchron. Aber das ist egal, denn an diesem Tag steht etwas ganz anderes im Vordergrund.

Es handelt sich um eine inklusive Gruppe aus einer Nachmittags-AG des Horts der Erlenschule: Vier Kinder von der Grundschule Heiligenfelde, die im Hort betreut werden, und sieben der Erlenschule stehen gemeinsam auf der Bühne. Unter der Regie der Erzieherin Nelli Arendt haben sie seit Januar das Musical-Stück „Jeder ist anders“ eingeübt und das Bühnenbild sowie die Kostüme selbst gebastelt.

Das Thema des Stücks trifft ins Schwarze: Passend zur inklusiven Gruppe geht es um das Anderssein und darum, andere in ihrer Verschiedenheit zu akzeptieren. Im Vordergrund steht ein Hase, der im Gegensatz zu seiner Hasenfamilie keine Karotten, sondern viel mehr Schokolade mag. Es kommt, wie sollte es anders sein, zu einem Happy End: Er trifft auf eine Häsin, die auch keine Karotten mag, und wird schließlich von seiner Familie in seinem Anderssein akzeptiert.

Die Hauptrolle teilen sich die beiden Schülerinnen Sina und Livia: Sie spielen den Hasen ohne Probleme oder Texthänger, die Emotionen bringen sie glaubhaft rüber.

Das Stück hat Nelli Arendt, eine Theaterpädagogin in Ausbildung, aus einem bestehenden Musical „dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst“. Nicht nur die Figuren im Stück oder die Kinder auf der Bühne sind alle anders, auch ein Blick in das Publikum offenbart Verschiedenheiten: Einige der Kinder sitzen im Rollstuhl, einige haben Behinderungen, andere nicht. Doch sie spenden alle gemeinsam den jungen Darstellern, die sich am Ende des Stücks alle einzeln und mit sichtbarer Freude verbeugen, einen großen Applaus. Schon vor Beginn des Stücke hatten sie in heller Vorfreude „Jetzt gehts los“ gerufen.

Das Stück birgt einige Überraschungen und komische Einschübe, so zum Beispiel als der „Schokoladen-Hase“ die von ihm ungeliebte Karotte schwungvoll nach hinten wirft. Das Publikum lacht, genau wie beim Satz „Ich bin ein Schokoladen-Hase“.

Witzig setzen die Kinder auch zwei Polizisten in Szene, die den verzweifelten Hasen erstmal darüber aufklären, wie er sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. „Bist du denn verrückt geworden?“, muss er sich anhören. Die wichtigste Botschaft kommt dann zum Schluss: „Jeder ist anders, das ist einfach so und macht uns froh“ heißt in einem Lied, zu dem die kleinen Schauspieler am Ende des Stücks tanzen.

„Das habt ihr sehr gut gemacht“, lobt Nelli Arendt im Anschluss. Auch sie selbst erhält viel Lob und zahlreiche Beglückwünschungen aus dem Publikum.

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