Schöner Rost für den Garten

„Kunst-Hand-Werk & Design“ bietet im Kreismuseum die richtige Mischung

Beim Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum geht es nicht nur darum, was angeboten wird, sondern insbesondere darum, den Künstlern und Handwerkern beim Erschaffen ihrer Kunst auch mal über die Schulter schauen zu können. - Fotos: Jantje Ehlers

Syke - Von Detlef Voges. „Er ist wieder da“ – der freudige Ausruf einer Besucherin des „Kunst-Hand-Werk & Design“-Markts gestern im Kreismuseum Syke kam von Herzen. Er galt Glasbläser Hans Harder, der mit seinem „Feuerhauch-Studio“ vor der dem großen Fachwerkhaus stand und Glaskunst demonstrierte. Harder war einer von über 100 Kunsthandwerkern, der für ein besonders Flair sorgte.

Schon in den Vormittagsstunden füllte sich das Museumsgelände mit Besuchern. „Der Markt hat einen guten Ruf“, erklärte eine Besucherin. Die Frage der Qualität hat auch mit Dietlinde Zacher zu tun. Die Bremerin organisiert seit über 20 Jahren den Kunsthandwerkermarkt in Syke und gestaltet das Programm nach dem Motto „Qualität und Abwechselung verhindern Langeweile“. Das hat sich herumgesprochen. „Der Markt für 2019 ist schon fast voll“, sagt sie.

Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? „Die Auswahl und das breit gefächerte Angebot sind wichtig“, erklärt sie. Deshalb buche sie für jeden Markt 30 bis 40 Prozent neue Anbieter.

Wie jetzt zum Beispiel Papierschmuck. Den bietet Katrin Enstrup an. Die Diplom-Designerin aus Wuppertal schöpft und färbt das Papier mit dem sie arbeitet selbst. Daraus gestaltet sie Ketten und Armbänder. „Die können sie auch im Regen tragen, die sind gut versiegelt“, erklärt sie einer Besucherin.

Erläuterungen gibt auch Nanni Sander. Die Ibbenbührerin ist seit drei Jahren mit ihrem Schmuck aus Silberbesteck in Syke. Aus ehemaligen Gabeln und Zuckerlöffeln hat sie filigrane und glänzende Ringe und Armreife kreiert.

Das Glasblasen wird von den Besuchern immer wieder gerne beobachtet.

In der Remise des Museums bieten Textilisten ihre selbst genähten Waren an. Darunter Regina Nanni mit ihren eleganten Kleidern, Schals und Handschuhen. Sie sei eine Autodidaktin, bekennt sie. Die Leidenschaft habe sie nach der Aufgabe ihrer Firma entwickelt. „Ich wollte weiter was tun, denn alt werden wir allein“, umreißt sie ihre Lebensphilosophie.

Martin Beimel aus Bassum ist Debütant in Syke. Er handelt mit Holz, das er in kunstvolle Wanderstöcke verwandelt hat. Aus Birke, Buche oder Haselnuss sind so herrliche Artefakte entstanden. „Ich finde in der Natur immer etwas“, betont er.

An Kristin Schuhmanns Stand staunen nicht nur Kinder. Bei ihr kommt Leben in die Spielsachen, wenn man an Kurbeln dreht und sich Nocken, Wellen und Zahnräder in Bewegung setzen. Dann erwachen Figuren zum Leben. Als Studentin des Maschinenbaus kennt sie sich aus mit technischen Vorgängen. Die Kurbelwellentechnik hat ihr ein Freund aus Neuseeland gezeigt. Das hat die junge Frau in kreative Mechanik umgesetzt.

Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke

Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers
Am Sonntag fand der Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke statt. © Ehlers

Der Garten bleibt im Fokus der Kunsthandwerker. Frank Wöltje aus Kirchlinteln verarbeitet unter dem Motto „Rost ist schön“ Stelen zu Feuerstellen, Petra Bottke gestaltet Keramikblumen, Jutta Vogelsberger Skulpturen.

Für die Besucher steckte dieser Kunsthandwerkermarkt auch deshalb so voller aufregender Angebote, weil er von Vorführungen begleitet war. Wer wollte, konnte das Entstehen verfolgen, ob beim Glasbläser, Korbflechter oder Scherenschneider. Ein Harfenspieler begleitete das Marktgeschehen mit seinem keltischen Instrument musikalisch.

Für die Kinder gab es ein unterhaltsames Programm mit Bastelaktionen. Aus den historischen Steinbacköfen kamen leckere Stuten und Brote. Auf der Museumsdiele und im Sommergarten gab es süße Verführungen.

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