Rollenspiele ohne Pause

25. Namenlose Tage: Mehr als 370 Gäste spielen von Freitag bis Sonntag durch

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Ein Tisch, ein paar Stühle, ein Spiel – und Fantasie: Mehr braucht man nicht, um spielend Spaß zu haben. Die Namenlosen Tage im Jugendhaus sind seit mittlerweile 25 Ausgaben der Anlaufpunkt für Freizeit- und Hardcore-Spieler.

Syke - Von Frank Jaursch. Marco Slotosch wollte es genauer wissen: Regelmäßig hörte der Syker aus dem Nachbarhaus laute Schreie, gefolgt von Gelächter. Was war da los? Die vorsichtige Nachfrage beim Nachbarn brachte eine bemerkenswerte Antwort: Rollenspiele!

Den ganz und gar jugendfreien Hintergrund bekam Slotosch jetzt erklärt: Sein Nachbar ist Alexander Lenz, einer der Organisatoren der Namenlosen Tage (NT). Die 25. Ausgabe des renommierten Syker Spiele-Marathons ging am Sonntag um 18 Uhr zu Ende. Insgesamt 377 Besucher hatte die NT-Orga insgesamt zu verzeichnen: der zweitbeste Wert überhaupt.

Lediglich zur 20. Ausgabe vor zweieinhalb Jahren waren noch mehr gekommen – was damals aber auch dem prominenten Besuch geschuldet war. Immerhin hatte die NT damals mit Wolfgang Hohlbein und Markus Heitz zwei Autoren-Stars zu Lesungen gewinnen können.

Diesmal gab es, anders als bei vergangenen Ausgaben, kein großes Rahmenprogramm. Die dennoch große Resonanz zeigt Matthias Müller vor allem eines: „Man braucht keine Autoren, um zu wachsen.“

Für die NT-Organisatoren ist die 26. Ausgabe im kommenden März das eigentliche Jubiläum – als „doppelte 13“: Im „Das schwarze Auge“-Universum, aus dem auch der Begriff des Namenlosen entliehen ist, spielt die 13 eine wichtige Rolle.

Von der hohen Teilnehmerzahl sei das Orga-Team schon etwas überrascht worden, räumt Müller ein. „Eigentlich wollten wir diesmal tief Luft holen für die doppelte 13.“ Müller deutet auf den Trubel um sich herum und fährt fort: „Aber so ist aus dem Luftholen eher ein Schnaufen geworden.“ Denn zu tun gab es genug, um die Gäste zu versorgen. Ein Zentner Chili ging während der 48 Stunden über den Tresen, auch beim Grillgut- oder Kaffeekonsum waren die Gäste gewohnt umfassend am Start. Und nebenbei galt es auch, den Spielehunger zu stillen und die Belegung der Dutzenden Tische zu koordinieren.

Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Stammbesucher, aber eben auch viele Premierengäste – wie Marco Slotosch. Der 42-Jährige bekam von seinem Nachbarn Alexander Lenz gleich mal eine kleine improvisierte Rollenspiel-Episode präsentiert. Er kann sich durchaus vorstellen, bei der nächsten Ausgabe der NT im März als Mitspieler dabei zu sein.

Angst, als Anfänger kritisch beäugt zu werden, braucht er dabei nicht zu haben. Es gibt Abenteuer, die explizit für Einsteiger angeboten werden. Und auch sonst sind die NT-Spieler ein ganz verträglicher Haufen. „Manchmal etwas laut“, räumt Besucher Michel Wiegmann lachend ein. „Aber eigentlich ganz harmlos.“

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