Schmuckstück nach holprigem Start

13.000 Besucher beim Barrier Herbstmarkt mit Gewerbeschau

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Bei den Harzwasserwerken war ein glückliches Händchen beim Unterwasser-Ringewerfen gefragt.

Barrien - Von Frank Jaursch. Das kollektive Aufatmen war geradezu hörbar: Nach einem verregneten Auftakt-Freitag, bei dem die Aussteller der Barrier Gewerbeschau im Wesentlichen unter sich waren, entschädigten die beiden Wochenend-Tage mit angenehmen Temperaturen und Tausenden Besuchern für den holprigen Start. Der 18. Barrier Herbstmarkt mit Gewerbeschau ist wieder ein echtes Schmuckstück geworden.

Der Sonntag, schon traditionell der mit Abstand am stärksten genutzte Markttag, brachte zeitweise auch die durchaus reichhaltigen Parkplatz-Kapazitäten an ihre Grenzen. Vor allem Familien kamen zum Areal am Handelsweg, um gemeinsam über das Freigelände und das große Zelt zu schlendern.

Zuschauerzahl deutlich unter Rekordwerten

Marktmeister Horst Saade schätzte die Besucherzahl auf insgesamt gut 13.000. Damit lag die Schau zwar deutlich unter Rekordwerten der Vergangenheit. „Aber wir sind hier nicht auf der Jagd nach Zuschauerzahlen“, so Saade. Schließlich sollten die Gäste nicht von Stand zu Stand geschoben werden – das wäre weder für sie noch für die Aussteller gut.

So kamen Kontakt und Beratung nicht zu kurz – auch wenn an so manchem Stand am gestrigen Nachmittag das Dauerlächeln schon hier und da etwas eingefroren wirkte. Eine kurze Umfrage unter den Ausstellern bestätigte die Einschätzung von Saade: Die Teilnehmer zogen ein äußerst positives Fazit und – eher ungewöhnlich für Messen – auch eine große Zahl an Geschäften, Anbahnungen oder Folgeterminen in der kommenden Woche.

Dabei steht das Verkaufen trotz aller Sonderangebote und Messepreise nicht im Mittelpunkt. „Ich habe während der Schau immer kaum was verkauft“, erinnert sich Saade an die Zeit, als er selbst noch aktiver Standinhaber war. „Aber danach kam die ganzen nächsten zwei Jahre immer wieder Resonanz auf die Messe.“

Für die Besucher der Barrier Gewerbeschau war der Gang durch das Zelt wieder ein Parcours aus Mitmachen, Ausprobieren, Klönschnack, Gewinnspielen und ganz viel Information.

Denselben Effekt erhofft sich Saade natürlich auch für „seine“ aktuellen Aussteller. Schließlich ist die 18. Ausgabe die letzte mit ihm als Marktmeister. Wenn gewünscht, würde er in zwei Jahren durchaus noch begleitend bei der Planung aktiv sein. „Aber ich hab dann nicht mehr den Hut auf.“

Sein Nachfolger wird sich einiges abgucken können von dem 71-Jährigen. Etwa, wie man die Stimmung innerhalb der beteiligten Betriebe so gut hält. „Die Aussteller können sich hier alle aufs Fell gucken“, freut sich Saade. Um das weiter zu gewährleisten, hat er auch bei potenziellen Neulingen schon mal genauer hingeschaut. Wie in diesem Jahr etwa beim Bremer Cocktail-Service, bei „Schiefer exklusiv“ oder auch beim Barrier Schützenverein. „Die Leute sind gut drauf, die passen zu uns.“

TSV-Schwimmsparte wird Vereinsmeister

Für die Besucher war erfrischend, den gelungenen Mix aus Veteranen und Neulingen zu beobachten. Das Bio-Honigeis etwa feierte seine viel beachtete Premiere und erfreute sich großer Beliebtheit – ebenso wie das üppige Essensangebot der Landfrauen, die in diesem Jahr erstmals leckere Burger im Angebot hatten, aber auch echte Klassiker wie Schollenfilet.

Während sich drinnen gestern immer mehr bunte, gasgefüllte Luftballons unter dem Zeltdach sammelten, während die Mitarbeiter von Schultze Hausbau das wohl 200. Schieferherz formten und ein weiteres Quatsch-Foto von verkleideten Besuchern bei der Fahrschule geschossen wurde, waren draußen die Mädchen und Jungen am Bungee-Trampolin und am Kinderkarussell im Dauereinsatz. Und auch die Mitarbeiter der Essensbuden unter freiem Himmel oder im Zelt bekamen gestern noch reichlich zu tun.

18. Barrier Herbstmarkt mit Gewerbeschau

Ein Dauerbrenner ist immer wieder das Quiz der Kreissparkasse: Bei dem Wettraten mit Vertretern aus 16 Vereinen setzte sich diesmal die Schwimmsparte des TSV Barrien durch und sicherte sich den Titel der „Barrier Vereinsmeisters“ und 1000 Euro Siegprämie. Auf den Plätzen folgten der Förderverein Lebendige Schule (500 Euro), der Schützenverein Schnepke und der Reitverein Heiligenfelde (je 250 Euro).

Ärger um den AfD-Stand

Beim Betreten des Herbstmarkt-Geländes war in den vergangenen Ausgaben immer der wunderschön aufgebaute Stand von Turner Gartenbau der erste Blickfang. Diesmal war das anders. Was nicht etwa an Turner lag, die sich einmal mehr selbst übertroffen hatten – sondern an einem kleinen blauen Pavillon direkt im Eingangsbereich.

Die AfD hatte diese Position zugeteilt bekommen und dort ihren Werbestand aufgebaut – eine Entscheidung der Marktleitung, die unter Besuchern auf zum Teil heftige Kritik stieß. Durch diesen Stand hätten sich Menschen, die von der AfD angegriffen oder herabgewürdigt werden, nicht von den Barrier Gewerbetreibenden willkommen gefühlt, so eine Aussage.

Marktmeister Horst Saade verteidigte das Vorgehen. Die AfD hätte sich kurzfristig angemeldet, der Eingangsbereich sei der letzte freie Platz gewesen.

Im Vorfeld hätte er sich sowohl mit dem Vorstand des Werberings als auch mit Vertretern von Stadt und Polizei besprochen. Saade: „Die Meinung war einhellig.“ Auch die Grünen und die CDU, die anderen auf dem Markt vertretenen Parteien, hatten ihre Zustimmung signalisiert. Hinweis: Die Grünen widersprechen nach Veröffentlichung dieses Textes, ihre Zustimmung erteilt zu haben. Mehr Informationen folgen.

Die AfD-Vertreter am Stand erklärten am Sonntag , sie hätten vom Unmut nichts mitbekommen, sondern im Gegenteil „viel Zuspruch“ erfahren. Sie betonten zudem, sich bereits im Mai per E-Mail angemeldet zu haben.

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