Dank gilt Unterstützern

Schimmel ade: Rentner-Paar findet nach Umzug-Fiasko neue Wohnung 

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Klaus und Heide Borrack waren verzweifelt: Ihre neue Wohnung erwies sich kurz nach dem Einzug als schimmelbefallen. An zwei Außenwänden wächst großflächig der Pilz. Ihr Vermieter gibt ihnen die Schuld.

Schock mit Happy End für Klaus und Heide Borrack: Das Rentner-Ehepaar hatte viel Geld in ihren Umzug nach Barrien investiert, doch in der Wohnung wucherte überall Schimmel. Nun haben die beiden eine neue Wohnung gefunden.

Update vom 27. Dezember 2019: 2019 war für Klaus und Heide Borrack ein Katastrophenjahr. Auf 2020 blicken sie trotzdem voller Zuversicht. Und das liegt nicht zuletzt an der Hilfsbereitschaft der Menschen aus Syke und umzu, die sie erfahren haben.

Wie berichtet, musste das Rentner-Ehepaar (82 und 75 Jahre alt) nach einem Familienstreit Hals über Kopf aus dem Zwei-Parteien-Haus ausziehen, das die Tochter und der Schwiegersohn in Riede gebaut hatten. Ihr letztes Geld hatten sie in den Umzug nach Barrien gesteckt, wo sie eine bezahlbare Wohnung fanden. Doch die erwies sich nach wenigen Wochen als vom Schimmel befallen. Kurz vor Weihnachten fanden sie dann eine neue Wohnung – in Folge der Berichterstattung in der Kreiszeitung. Vermieter sind Helga und Peter Cohrsen aus Barrien.

Unterzeichnen den Mietvertrag. Von links: Heide Borrack, Klaus Borrack und Peter Cohrsen.

Der Umzug läuft bereits. Klaus Borrack: „Wir wollen bis zum 31. Januar komplett aus der alten Wohnung raus sein.“ Etappenweise fährt er schon Umzugskartons von der alten Adresse zur neuen. Großkampftag wird dann der 11. Januar. Und für den haben Klaus und Heide Borrack aller Voraussicht nach genügend Helfer. „Wir danken allen Menschen, die sich bei uns gemeldet haben“, sagt er „Diese riesige Hilfsbereitschaft ist überwältigend.“ Viele haben aus der Kreiszeitung erfahren, in welcher Klemme Borracks steckten und spontan Unterstützung angeboten. Auch die Barrier Kirchengemeinde hilft. „Die Pastorinnen Susanne Heinemeyer und Katja Hedel haben uns Leute und Transportmöglichkeiten über die Diakonie zugesagt“, erzählt Heide Borrack. „Da kommen auch kräftige Männer, die uns Schränke und Betten auseinander- und wieder zusammenbauen.“

Den beiden alte Leuten ist es peinlich, so auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Aber sie sehen dadurch wieder Licht am Ende des Tunnels. Klaus Borrack: „Ein halbes Jahr noch, dann ist unser Leben wieder normal.“

Update vom 18. Dezember 2019: 

Klaus und Heide Borrack haben wieder Grund zum Lachen: Nach Weihnachten können sie aus ihrer schimmelbefallenen Wohnung ausziehen. Sie haben eine neue gefunden. Zwar etwas kleiner als ihre jetzige, aber dafür sogar barrierefrei. Klaus Borrack: „Ohne die Kreiszeitung hätten wir das nie geschafft!“

In unserer Ausgabe vom 5. Dezember hatten wir über das Ehepaar – 82 und 75 Jahre alt – berichtet, das aus familiären Gründen mehr oder weniger Hals über Kopf aus den eigenen vier Wänden in Riede ausziehen musste und sein letztes Geld in den Umzug nach Barrien gesteckt hatte. Nur um nach wenigen Wochen festzustellen, dass in Küche und Schlafzimmer der Schimmel aus den Wänden kommt. Klaus und Heide Borrack wussten nicht mehr ein noch aus und waren der Verzweiflung nahe.

Klaus und Heide Borrack können endlich wieder lachen: Nach Weihnachten ziehen sie in eine neue Wohnung in Syke-Barrien um.

Eine ganze Menge ist in der kurzen Zeit seitdem passiert. Zwar sind wir nicht gerade mit Wohungsangeboten bombardiert worden, ein paar haben unsere Redaktion aber aufgrund dieses Artikels erreicht. Darunter auch die, für die Borracks sich jetzt entschieden haben.

Die beiden Rentner hatten darüber hinaus selbst auch noch fleißig Immobilienanzeigen in der Zeitung und im Internet studiert, von sich aus Kontakt aufgenommen und Termine gemacht. Insgesamt mehr als ein Dutzend Wohnungen haben die beiden Senioren seitdem besichtigt. In Weyhe, Riede, Barrien und Syke. Darunter eine oder zwei, für die das Wort „Loch“ noch geschmeichelt wäre, aber auch ein paar sehr schöne.

Suche nicht einfach: „Die ideale Wohnung gibt es nicht“

Dennoch war die Suche nicht einfach. „Die ideale Wohnung gibt es nicht, das war uns vorher schon klar“, sagt Klaus Borrack. Größe, Lage, Zuschnitt, Kosten – irgendwo muss man immer Abstriche machen, und dazu sind Borracks auch bereit. Aber: „Oft haben uns die Anbieter am Telefon schon gesagt: ,Das ist nichts für Sie, in Ihrem Alter’“, erzählt Heide Borrack. In anderen Fällen stellte sich das erst bei der Besichtigung heraus. Killerkriterium waren dann meist zu steile Treppen. Wie berichtet, kann Klaus Borrack seit einem schweren Arbeitsunfall nicht mehr richtig laufen und nur noch eingeschränkt Treppen steigen.

Trotzdem konnten Borracks am Ende sogar zwischen mehreren Möglichkeiten wählen. „Wir hatten uns eigentlich schon für eine Wohnung in Syke entschieden“, sagt Klaus Borrack. „Übers Wochenende haben wir uns dann aber noch mal alle Vor- und Nachteile vor Augen geführt und dann doch die Wohnung in Barrien genommen. Weil sie im Erdgeschoss liegt und barrierefrei ist.“

Nach Weihnachten werden Kartons gepackt

Nach Weihnachten wollen Borracks anfangen, Umzugskartons zu packen und sie nach und nach in die neue Wohnung bringen. Wie sie das mit ihren Möbeln machen sollen, wissen sie noch nicht. Selber schleppen können sie nicht mehr viel, und Geld für ein Umzugsunternehmen haben sie nicht.

Von verschiedenen Seiten ist ihnen auch da bereits Hilfe angeboten worden. Was fehlt, sind aber ein Möbelwagen und jemand, der ihnen die schweren Möbelstücke schleppt sowie die Schränke ab- und wieder aufbaut. Sie sind aber zuversichtlich, auch dafür eine Lösung zu finden. Heide Borrack: „Wir kriegen das in den Griff. Müssen wir ja!“

Original-Artikel vom 4. Dezember 2019: Das hätten sich Klaus und Heide Borrack noch vor Kurzem nicht mal träumen lassen: Dass sie auf ihre alten Tage nochmal so eine Krise durchleben müssten. Im Herbst hatten sie ihr letztes Geld in ihren Umzug von Felde nach Barrien investiert. Und jetzt erweist sich ihr neues Zuhause als unbewohnbar: Schimmel!

Die Verzweiflung steht den Beiden – 82 und 75 Jahre alt – ins Gesicht geschrieben. „Wir sind fertig mit den Nerven“, sagt Klaus Borrack. „Nachts schlafen wir höchstens noch zwei Stunden, weil uns so viel durch den Kopf geht.“

Das hängt mit ihrer Vorgeschichte zusammen. 2013 waren Klaus und Heide Borrack von Chemnitz zu ihrer Tochter nach Felde gezogen. Praktisch die gesamten Ersparnisse ihres Lebens hatten sie in das Zwei-Parteien-Haus gesteckt, dass die Tochter mit dem Schwiegersohn dort gebaut hat. „Leider ohne uns das mit einem Eintrag im Grundbuch absichern zu lassen“, erzählt Klaus Borrack. „Wir waren naiv.“

Mit Wohnung in Syke glücklich - bis Schimmel kam

Es kam wie in einem schlechten Film: Die Tochter ist inzwischen geschieden, mit dem Ex-Schwiegersohn gab’s heftigen Streit und Borracks mussten Hals über Kopf ausziehen. Haus weg, Geld weg. Zumindest erstmal bis auf Weiteres.

Wie eine glückliche Fügung kam es ihnen vor, als sie in einem älteren Wohngebiet in Syke- Barrien eine Wohnung fanden. Erdgeschoss, drei Zimmer, Küche, Bad für knapp unter 500 Euro plus Nebenkosten. Besichtigt – da waren die Maler grad im Haus, weiß Heide Borrack noch genau – Zuschlag erhalten, unterschrieben. Ein Sechser im Lotto, schien es. „Im Bad war ein bisschen Schimmel am Fenster“, erzählt Heide Borrack. „Aber da hab ich gedacht: Das kriegst du ganz leicht wieder sauber.“

Umzug nach Barrien - plötzlich Schimmelflecken entdeckt

Im Oktober sindBorracks in Barrien eingezogen. Fünf Wochen später kam das böse Erwachen. „Ich hatte ein Schneidebrettchen nach dem Spülen an die Wand gelehnt“, sagt Klaus Borrack. „Als ich es das nächste Mal wieder brauchte, war die Rückseite voller Schimmel.“

Das Paar war alarmiert. Mit der Taschenlampe leuchtete es in die Fugen zwischen Küchenzeile und Außenwand und fand große Schimmelflecken. Borracks rückten daraufhin auch im Schlafzimmer, das an derselben Außenwand liegt, die Möbel ab. Das gleiche Bild: Handtellergroße Schimmelflecken mit Geflecht, das bereits zentimeterdick auf der Wand blüht. Und auch im Badezimmer breitet sich der Schimmel inzwischen aus.

An zwei Außenwänden wächst großflächig der Pilz. Ihr Vermieter gibt ihnen die Schuld.

Der Vermieter weist jede Schuld von sich. „Wir haben die Wand gemessen“, sagt er auf Nachfrage der Kreiszeitung. „Die ist trocken. Den Schimmelbefall haben die Mieter selbst verursacht. Durch falsches Lüften und Heizen.“ Für Borracks die Standard-Ausrede in solchen Fällen, aber gleichzeitig wie ein Stich ins Herz. „Wir haben inzwischen über den Mieterschutzbund herausgefunden, dass schon unser Vormieter denselben Ärger hatte“, sagt Klaus Borrack.

Wer auch immer nun Recht hat: Fakt ist, weder Borracks noch der Vermieter haben ein Interesse an der Fortsetzung des Mietvertrags. „Wenn sie eine neue Wohnung finden, können sie sofort ausziehen“, so der Vermieter zur Kreiszeitung.

Bei Wohnungsbesichtigung Verdacht auf Schimmelbefall

Aber genau das ist das Problem. Borracks kriegen zusammen zwar eine sehr ansehnliche Rente – er war in der DDR Maschinenbauingenieur und hat nach der Wende Aufzüge gebaut, sie hatte jahrzehntelang die Finanzbuchhaltung einer industriellen Großbäckerei geführt – trotzdem haben sie keine finanziellen Reserven mehr. 

„Für den Umzug nach Barrien mussten wir schon einen Kredit aufnehmen“, erzählt Klaus Borrack. „Das ist in unserem Alter gar nicht so einfach.“ Und in dem Preissegment, das sie sich leisten können, ist der Wohnungsmarkt so gut wie leer gefegt. 

Kurz nach dem Einzug trat der Schimmelpilz auf.

Eine Wohnung, die sie in den letzten Tagen besichtigt haben, hat ein anderer Interessent bekommen, von einer anderen haben sie von sich aus die Finger gelassen – Heide Borrack: „Da war die Außenwand genauso feucht“ – und Wohnungen im zweiten Obergeschoss ohne Fahrstuhl kommen nicht in Frage. Seit einem schweren Arbeitsunfall kann Klaus Borrack kaum laufen. Weitersuchen lautet also die Devise. „Was bleibt uns sonst auch übrig?“ Denn eines ist den Beiden klar: „Hier können wir nicht bleiben.“

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