Lukaschewskys bauen große Anlage

Gartenbahn in Schnepke: Schienen liegen in der Familie

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Rund 60 Quadratmeter mit über 100 Metern Gleislänge umfasst ist die Gartenbahn-Anlage der Lukaschewskys. Die Burg im Vordergrund stammt von Playmobil. 

Schnepke - Von Ulf Buschmann. Der Kleinbahn-Zug nimmt die Steigungen gekonnt. Das typische Geräusch der Dampflok hört sich zwar eher wie Ächzen an, doch das Gespann mit den vier Personenwagen kommt am Ende souverän oben an. Am Bahnhof treffen dann Personenzug und Schienenbus parallel ein. Ein fantastisches Bild. Heiko Lukaschewsky steht hinter seinem Steuerpult und regelt den Betrieb.

Der 48-Jährige arbeitet zwar bei der Deutschen Bahn (DB), doch an diesem Vormittag sind die Lokomotiven und Waggons um einiges kleiner als in der rauen Wirklichkeit. Heiko Lukaschewski und seine Frau Sabine pflegen ein ganz besonderes Hobby: In ihrem Garten am Schlattweg in Schnepke gibt es eine Gartenbahn. Darüber freuen sie sich nicht nur selbst, im Gegenteil: Sabine und Heiko Lukaschewski möchten ihr Hobby mit Guckern und Fans teilen. Deshalb steht die Anlage bei ihnen vor dem Haus – und Sabine Lukaschewski rührt auf Facebook kräftig die Werbetrommel.

„Die Schienen liegen bei uns in der Familie“, sagt sie lachend, „ich wollte schon als Kind eine Eisenbahn haben. Aber ich bekam nur Puppen.“ Ihr späterer Gatte hatte es einfacher: Heiko Lukaschewskys Papa war bei der Bremer Straßenbahn AG. Und er selbst kümmert sich beruflich um die großen Waggons und Lokomotiven im DB-Instandsetzungswerk in Bremen-Sebaldsbrück. Vater und Sohn besaßen auch einst zusammen eine Modellbahnanlage – allerdings mit der kleinsten Spurweite N.

„Warum nicht eine Gartenbahn?“

Als in Heiko Lukaschewsky der Wunsch nach einer eigenen Anlage wieder erwachte, hatte er etwas derart Kleines wieder im Sinne. Aber seine Frau dachte etwas größer. „Warum nicht eine Gartenbahn?“, erinnert sich Heiko Lukaschewsky noch immer amüsiert an ihren Vorschlag. Da die frisch nach Schnepke Gezogenen sowieso ihren Vorgarten umgestalten mussten, wurde vor ziemlich genau zweieinhalb Jahren aus der „Mondlandschaft“ (Sabine Lukaschewsky) nach und nach eine Gartenbahnanlage. Sie ist inzwischen 60 Quadratmeter groß. Die Schienenlänge beträgt mehr als 100 Meter.

Heiko Lukaschewsky ist wie seine Frau leidenschaftlicher Bahner – auch im Garten.

Die Landschaft hat Heiko Lukaschwesky aus Steinen, Mulch, Waschbetonplatten, Kies und anderen Materialien gestaltet. Vorbilder hat der passionierte Bahner nicht. „Das geht frei nach Schnauze“, meint er lachend. Er sei kein klassischer Modellbauer, der eine Landschaft originalgetreu nachbaut und sogar auf die Authentizität der Gleisanlagen achtet. Diese Leute werden in der Szene auch „Nietenzähler“ genannt. Heiko Lukaschewsky sagt: „Das muss Spaß machen. Original Gartenbahn-Modellhäuser sind denn auch bislang nur der Bahnhof und dessen Nebengebäude. Auf dem Berg findet eine alte Playmobil-Burg mit den Figuren zu neuen Ehren.

Das soll es natürlich nicht gewesen sein, die Anlage wird in der Zukunft größer. „Ich möchte auf jeden Fall ein Stellwerk haben“, meint Heiko Lukaschewsky. Seine Frau wirft ein: „Und ich wünsche mir einen Lokschuppen. Mit Drehscheibe!“ Realisieren lassen sich die Träume indes nur nach und nach, denn eine Gartenbahn zu betreiben ist ein nicht ganz günstiges Hobby.

Starterset schlägt bereits 300 Euro zu Buche

Alleine ein Starterset mit Lokomotive, einigen Waggons und Schienenkreis kostet nach Angaben von Heiko Lukaschewsky rund 300 Euro. Und dann sind da noch beliebte Lokomotiven wie der „Harzer Bulle“ oder die „Spreewald“: Sie sind für 2000 beziehungsweise 500 Euro zu haben. Waggons kosten demnach rund 100 Euro. Wer seine Anlage digital betreiben möchte, muss für eine neue Standard-Anlage 1000 Euro auf den Tisch legen. Hinzu kommt die Umrüstung der Lokomotiven für 100 bis 150 Euro für jedes Fahrzeug.

Alleine schon aus Kostengründen verzichten Sabine und Heiko Lukaschewsky auf die Umstellung und fahren ihre Anlage lieber nach alter Sitte: analog mit mehreren Trafos. Die haben wie auch die Schienen und andere Anlagenteile einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Denn beim Aufbau ihrer Bahnanlage hatten die Schnepker Glück: Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte von Heiko Lukaschewsky gaben ihre Anlagen zumeist aus Altersgründen auf und verkauften ihr Equipment an ihn. Auch Heiko Lukaschewskys Vater gab seinen Teil in Form von Schienen zu Weihnachten dazu.

Die Anlage befindet sich am Schlattweg 7 in Syke-Schnepke. Interessenten können sich per E-Mail melden.

heiko.lukaschewsky@ewetel.net

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