Scarlett O‘ und Jürgen Ehle amüsieren und bewegen gleichermaßen ihr Publikum in der Barrier Wassermühle

Anekdoten fürs Zwerchfell und Proviant für die Seele

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Konzert in der Wassermühle in Barrien

Barrien - Von Dagmar Voss. Mal melancholisch-nachdenklich, dann wieder temperamentvoll-amüsant erklangen die Stücke der beiden Musiker Scarlett O' und Jürgen Ehle. Am Mittwochabend gastierte das Duo mit „Fifty-Fifty – Das Programm zur Lebensmitte“ in der Wassermühle.

Eigene Kompositionen und überarbeitete Lieder befreundeter Musiker, vorwiegend in deutscher Sprache, hatten die beiden Ex-Berliner im Gepäck. Jürgen Ehle entpuppte sich als „vielsaitiger“ Instrumentalist mit seinen vier Gitarren und einer Mandoline. Seine Partnerin griff immer mal wieder zu Akkordeon, Flöte oder Rhythmusinstrumenten. Eigentlich überzeugte sie aber mit ihrer eindrucksvollen Stimme.

Mit Neugier und Übermut, mit feinfühlig poetischen Songs und auch mal himmelhoch jauchzenden oder ein bisschen zu Tode betrübten Liedern unterhielt das virtuose Paar die Zuhörer.

„Proviant für die Seele“ solle das Motto des Abends sein, versprach sie – und das klappte in den dann folgenden gut zwei Stunden ganz hervorragend.

Dass die beiden nun doch schon ein paar Tage mehr als „Fifty“ drauf haben, aber das Bergfest erst mit 65 begehen wollen, dass aber dennoch Alter und Tod, Leben und Liebe ihre Hauptthemen sind, zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Dazu hatte Scarlett O’ immer wieder Anekdoten parat, die skurrile Nebensächlichkeiten und schräge Ereignisse, komische Feldforschungen und satirische Betrachtungen beschrieben. In dem einen Moment konnten sich die Gäste noch herrlich amüsieren. Etwa über das Reptiliengehirn, das sich einschaltet, wenn man über die Autobahn rast. Im nächsten folgten sie den beiden hochprofessionell spielenden Künstlern in die Welt der Wünsche und Träume, der Liebe im Alter.

Richtig humorvoll: Die kleine Lesung aus dem Aufklärungsbuch „Wo komm ich eigentlich her?“ von Thaddäus Troll sowie die Antworten von Kindern über Fragen wie „Wie alt sollte man sein zum Heiraten?“ Da fragt sich dann eine Neunjährige, warum man überhaupt heiraten solle.

Ihre erfrischend lockeren Bekenntnisse ergaben letztlich lang anhaltenden Beifall: Zum Altern, zu Erfolgen und Niederlagen, Glück und Unglück, zu den immer vorhandenen „zwei Seiten der Medaille“, zu den zwei Hälften, aus denen ein ganzes Leben besteht.,

Zwei Zugaben hatten Scarlett O‘ und Jürgen Ehle für ihr Publikum parat: Ein Stücke von Werner Richard Heymann, einem in der Nazizeit verfolgten Juden, der viele bekannte Stücke geschrieben hat, so beispielsweise „Das ist die Liebe der Matrosen“, das in Frankreich richtig Furore machte. Und zum Mitsingen gab es „Das ist zu schön um wahr zu sein“, allerdings zunächst die erste Strophe in Jiddisch.

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