120 Zuschauer im Gleis 1 lachen Tränen über Sascha Korf und Sascha aus Weyhe

Ein Sascha kommt selten allein

5 Prozent Gerüst und 95 Prozent Improvisation: Mit dieser Mischung einen ganzen Abend zu gestalten, ist verdammt schwer. Sascha Korf ist darin ein Meister. Resultat: 120 Zuschauer im Gleis 1 hatten am Freitag Abend einen Riesenspaß. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Nein: Das war garantiert nicht abgesprochen. Gleis 1-Gastgeber Joachim Schröder schwört Stein und Bein. Dass der Zuschauer, den sich Comedian Sascha Korf am Freitag Abend für seine letzte Nummer als Assistenz auf die Bühne holte, ebenfalls Sascha hieß – nix als Zufall.

So oder so: Dass damit dann gleich zwei Saschas auf der Bühne standen, war so etwas wie das Tüpfelchen auf dem i dieses Abends, das den Comedian genauso zum Lachen brachte wie die 120 Zuschauer im ausverkauften Saal.

Die hatten zuvor zwei Stunden Korf in Bestform erlebt. Nicht ganz so rasant wie bei seinem ersten Gastspiel im Gleis 1 vor zwei Jahren, aber ebenso lustig.

Die etwas niedrigere Taktfrequenz hatte ihren Grund: Korfs neues Programm besteht zu vielleicht fünf Prozent aus Gerüst und zu 95 Prozent aus Improvisation. Einmal kurz vor dem eigentlichen Beginn raus auf die Bühne zum Vorglühen und die Stimmung sondieren, dann nach der Begrüßung ein paar Gags zum Aufwärmen – und dann die Ansage von Korf: „Ab jetzt wird improvisiert.“

Der Rest des Abends besteht zum überwiegenden Teil aus Dialog mit dem Publikum. Das heißt nicht, dass Korf keine Ahnung hätte, was auf ihn zukommt. Auf bestimmte Fragen bekommt man immer die gleichen Antworten. Und damit kann man arbeiten. „Wo kommst Du her? Aus Okel? Was macht man denn in Okel, wenn man mal was Wildes erleben will? Nach Kirchweyhe fahren?“ – Das funktioniert genauso in Oberschwaben. Man muss sich vorher nur ein bisschen mit der örtlichen Geografie beschäftigen.

Sascha Korf kommt vom Improvisationstheater und ist ein Meister darin, schnell auf Stichworte zu reagieren. Die fallen im Gespräch mit den Zuschauern fast zwangsläufig. Und so kann er sich im Lauf des Abends von Thema zu Thema hangeln. Die Gags sind dabei meist eine Aneinanderreihung von Einzeilern.

Stichwort SPD: „Neulich bin ich in Berlin mit 'ner Flasche Wodka zur Parteizentrale gefahren, nur um denen mal zu zeigen: Das sind 30 Prozent.“

Stichwort AfD: „Bei denen hab ich auf einer Veranstaltung fotografiert. Aber die Bilder sind nix geworden. Alle völlig unterbelichtet.“

Stichwort Handy: „Die werden immer größer. Der Trend geht zurück zur Telefonzelle. Bei Apple heißt das dann iZelle.“

Und so geht das weiter. Aber es bleibt nicht dabei. Die jeweils letzte Nummer im ersten und im zweiten Teil des Programms macht Sascha Korf Impro-Theater. Das Publikum gibt Begriffe vor, die er in die Handlung einbauen muss. Im zweiten Teil spielt er etwa einen Geheimagenten, der ermitteln muss, dass es in Okel einen veganen Golfplatz gibt. Sascha 2 muss als sein Sidekick dabei alle Geräusche machen und sämtliche Nebenfiguren sprechen. Und weil er das so richtig gut hinbekommt, ist Sascha 1 zum Schluss auch gnädig: Das usbekische Kinderlied bleibt seinem Gast aus dem Zuschauerraum dann doch erspart.

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