Circus Casselli wartet in Barrien mit einem besonderen Angebot auf

Santino mit zehn Jahren schon ein alter Hase

Ein Familienbetrieb mit 15 Künstlern: Das ist der Circus Casselli, der ab morgen für drei Tage auf dem Handwerkerhof in Barrien sein Publikum in Staunen versetzen möchte. Schon ganz groß im Geschäft sind diese jungen Künstler. - Foto: Sivulka

Barrien - Von Juraj Sivulka. Auf dem Gelände des Handwerkerhofes in Barrien herrscht gerade eine ausgelassene Stimmung. Kinder spielen mit den Pferden, ein Kamel, ein Lama und ein Esel schauen dem Treiben schweigend zu. Auf den ersten Blick ein etwas ungewöhnliches Bild, doch wenn man einige Dutzend Meter weiter schaut, erkennt man in großen Buchstaben schnell den Grund dieser Konstellation: Circus Casselli.

Um 1960 hat der Bremer Geschäftsmann Kaselowsky einen eigenen Zirkus gegründet. Nach einigen Jahren war das Unternehmen so erfolgreich, dass es seine Auftritte auf das ganze Land ausdehnte. Die Bewegungskünstler waren bald auch in Hannover, Düsseldorf oder Köln bekannt. In diesem Sommer kehrt der Zirkus in heimische Gefilde zurück und tourt gerade durch den Landkreis.

„Unser Unternehmen befindet sich gerade in der siebten Generation“, erzählt Angela Kaselowsky (31), die bei der Aufführung für den Bereich Akrobatik verantwortlich ist, nicht ohne Stolz. „Wir sind ein reiner Familienbetrieb mit 15 Künstlern, davon viele Kinder, und alle übernehmen einen Teil der Verantwortung. Nur so kann Zirkus funktionieren.“

Unser Gespräch wird durch die wiederkehrende Kinderschar unterbrochen. Jack Jonny Jorden ist erst 17 Monate alt, trotzdem wird er bei der Vorstellung einige gymnastische Übungen vorführen. Dagegen ist Santino mit seinen zehn Jahren schon ein alter Hase. „Ich trainiere schon die Tiere, entwickle meine eigenen Nummern, helfe beim Aufbau und Abbau“, berichtet er begeistert und zeigt zum Beweis einen einwandfreien Handstand. „Rechtsanwalt oder Jurist könnte ich nie werden. Zu langweilig.“

Die Meute zieht weiter auf der Suche nach neuen Abenteuern, und Angela erzählt von den leuchtenden Kinderaugen im Publikum, vom Applaus und der Begeisterung, die die Künstler dazu treiben, ihre Leistungen immer weiter zu steigern. Aber auch davon, dass das Leben der Zirkusleute nicht leicht ist. „Als ich noch ein Kind war, haben uns oft andere Kinder besucht, bei uns im Wohnwagen übernachtet, uns unterstützt. Diese Zeiten sind leider vorbei.“

Ihre Stimme stockt, als sie erzählt, dass ihre Wagen schon beschmiert, Fahnen abgerissen oder Lampen kaputt gemacht wurden. Solche Straftaten treiben die laufenden Kosten in die Höhe, denn die Zirkusunternehmer müssen Futter für Tiere besorgen, ihren Fuhrpark instand halten, Werbungskosten und Standmiete zahlen.

Inzwischen sind auch die beiden Leiter, Giovanni Alois und Andre Kaselowsky, dazu gekommen. „Die Suche nach den Standplätzen ist schwieriger geworden. Wir werden leider oft abgewiesen“, bestätigen sie. Auch die Diskussion über ein eventuelles Tierverbot im Zirkus lässt sie nicht kalt. „Jede Woche werden wir von den zuständigen Veterinären kontrolliert und können die notwendigen Zertifikate vorlegen. Nicht einmal wurde bei uns etwas beanstandet.“ Angela berichtet dann von der Tierpflege, die mit dem Auskratzen der Hufe und Entfernen der Steine beginnt, von den Ausritten auf der Koppel, dem Duschen und allgemeiner Pflege, die für Tiere so wichtig seien. Die tierischen Bewohner wirken auf mich sehr zufrieden und glücklich.

Nun will am kommenden Wochenende Circus Casselli auch sein Barrier Publikum von seiner Qualität überzeugen. Akrobaten und Clowns, Trapez- und Luftnummern, Feuershow und Tierdarbietungen – das alles können die Besucher erleben. Die Vorstellungen am Handwerkerhof sind am morgigen Freitag und Samstag um 15.30 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr.

Für den „großen Familientag“ morgen (Erwachsene zahlen Kinderpreise) hat der Veranstalter für seine Gäste zusätzlich ein besonderes Angebot parat. Wer an der Kasse diesen Originalartikel vorlegt, erhält für die Vorstellung freien Eintritt.

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