Gefragt wie nie

Sanierung des Barrier Bads fast fertig - Förderverein vor personellem Umbruch

Peer Schmidt und Anja Maaß im Barrier Bad.
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Peer Schmidt und Anja Maaß bilden noch bis zum Herbst den Vorstand des Fördervereins Barrier Bad. Schmidt tritt zur nächsten Vorstandswahl nicht wieder an. Maaß ist noch für ein weiteres Jahr gewählt.

Das Barrier Hallenbad ist gefragt wie nie: „Wir haben jetzt mehr Nutzer als vor Corona“, sagt Anja Maaß vom Förderverein Barrier Bad. Dem Trägerverein steht ein personeller Umbruch bevor: Peer Schmidt wird im Herbst nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Einen Kandidaten für die Nachfolge hat der Verein gefunden. Und es ist nicht Anja Maaß. Die bleibt Vize.

Barrien – „Der Förderverein Barrier Bad löst sich auf!“ „Der Vorstand haut in den Sack“, ... – das Dumme an solchen Gerüchten ist: Als Betroffener weiß man nie so genau, wie man ihnen entgegentreten soll, weil man nie weiß, wo sie eigentlich herkommen. Besonders dumm ist es, wenn ein Körnchen Wahrheit darin liegt – aber eben auch nicht mehr als das.

„Fakt ist: Peer Schmidt hört als Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen auf“, sagt seine Stellvertreterin Anja Maaß. Und das sind dieselben gesundheitlichen Gründe, die Schmidt daran gehindert haben, selbst am Gespräch mit der Kreiszeitung teilzunehmen. „Wenn Corona es zulässt und wir im September wieder tagen können, ist nach der Jahreshauptversammlung für ihn Schluss. Peer tritt nicht wieder an. Das hatte er auch angekündigt.“

Von daher ist es für den Rest-Vorstand keine große Überraschung. Und auch über diesen Aspekt hinaus: Der Verein ist keinesfalls kopf- oder führungslos. „Wir sind im geschäftsführenden Vorstand ein Vierer-Gremium, von denen drei Personen zeichnungsberechtigt sind. Und bei größeren Investitionen müssen immer zwei unterschreiben. So steht es in unserer Satzung“, sagt Anja Maaß. Sie selbst ist noch für ein weiteres Jahr gewählt, und von Rücktritt hat sie nie gesprochen.

Ich könnte! Aber dann müssten ja gleich zwei Leute einen neuen Job lernen.

Anja Maaß, stellvertretende Vorsitzende, auf die Frage, ob sie im Herbst für den Vorsitz im Förderverein kandidiert.

Sie wird im Herbst allerdings nicht als Nachfolgerin für Peer Schmidt kandidieren. „Ich könnte“, sagt sie. „Aber dann müssten ja gleich zwei Leute einen neuen Job lernen.“ Sie den von Peer Schmidt, und derjenige, der sie beerbt, ihren als Vize.

„Wir haben untereinander die Zuständigkeiten aufgeteilt“, erklärt sie. Peer Schmidt ist zuständig für den Kontakt zur Stadtverwaltung, die Akquise von Sponsoren, für die Öffentlichkeitsarbeit und er hat sich speziell um das Sanierungskonzept gekümmert. Anja Maaß managt die Koordination mit den Vereinen, die das Barrier Bad nutzen, die Mitgliederverwaltung und die Terminplanung mit den Handwerkern, und sie betreut die Homepage des Vereins. „Da macht es wenig Sinn, wenn ich jetzt eine ganz andere Rolle übernehmen muss und ein Neuer meine. Sinnvoller ist es, wenn ich meinen Bereich weiter mache und wir einen neuen Vorsitzenden finden.“ Es gibt einen, der dafür in Frage käme. Aber das ist noch geheime Kommandosache. „Wir haben lange gesucht und letzte Woche jemanden gefunden“, sagt Anja Maaß. „Das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. Deswegen gibt es jetzt auch noch keine Namen und keine Details. Er möchte sich erst zur Jahreshauptversammlung vorstellen. Das ist ausdrücklich sein eigener Wunsch.“

Der Neue übernimmt ein weitgehend bestelltes Feld. Aktuell koordiniert Anja Maaß die letzten Sanierungsarbeiten vor der Wiedereröffnung. Die komplette Elektrik ist im Bad erneuert worden. „Die Handwerker haben hier ungefähr sechs Kilometer Kabel verlegt.“ Außerdem ist der Schwimmmeisterraum vergrößert worden, sodass er auch als Sanitätsraum nutzbar ist. Dazu war er vorher zwar auch schon vorgesehen, aber für so etwas eigentlich viel zu eng.

Die für die diesjährigen Arbeiten vorgesehenen 110 000 Euro hat der Förderverein überzogen. „Wir mussten ein bisschen in Vorlage treten“, sagt Anja Maaß. Ein Problem sieht sie darin nicht. Die Mehrausgaben seien für den Betrieb nötig gewesen. „Wir sind in Kontakt mit der Stadt.“

Den eigentlich geplanten Eröffnungstermin am 24. Juli wird der Verein wohl nicht halten können. „Die Pumpen laufen noch nicht richtig“, sagt Maaß. „Ohne die Pumpen können wir die Chlorierung nicht einstellen, und ohne die richtigen Chlorwerte kann auch das Gesundheitsamt keine Proben ziehen.“ Jetzt liegt es bei den Handwerkern, ob es nun eine Woche später wird oder noch mehr.

Als unstrittig gilt: Der Bedarf ist da. „Das Bad wird gebraucht“, sagt Anja Maaß. „Wir haben jetzt mehr Nutzer als vor Corona. Trotz einer Kündigung.“ Die Vereine am Ort wollen mehr Zeiten haben. Und für die Vereine, die bisher im Hallenbad Syke waren, muss der Vorstand ebenfalls Zeiten freischaufeln. Und wenn im Herbst das Freibad in Syke schließt, soll im kleinen Barrier Hallenbad auch wieder öffentliches Baden möglich sein. Also für Privat, ohne Verein.

Möglich ist das, weil die vorhin erwähnte Kündigung einen „großen“ Nutzer mit relativ vielen Hallenzeiten betrifft. Dadurch werden eine ganze Menge Zeitfenster frei.

Eine Unsicherheit bleibt allerdings: „Corona ist ja noch immer on top“, sagt Anja Maaß. „Für uns bedeutet das immer die Frage: Wie viele Leute dürfen wir gleichzeitig reinlassen? Die wird uns noch längere Zeit beschäftigen.“

Von Michael Walter

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